In der Diskussion scheint aber auch Atomstrom wieder salonfähig zu werden. Wobei allerdings die indirekten CO2-Belastungen der Kernkraft gern verschwiegen werden: Bei Uranbergbau, Brennelemente-Herstellung, Kraftwerksbau und der ungeklärten Entsorgung abgebrannter Brennelemente entstehen nämlich durchaus CO2-Emissionen. „Strom aus erneuerbaren Energien verursacht deutlich weniger Treibhausgase“, sagt Uwe Fritsche vom Öko-Institut in Freiburg, das die CO2-Bilanzen der Energieträger zur Stromerzeugung errechnete. Es empfiehlt daher Erneuerbare Energien. Vorrangig seien allerdings Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Koppelung. Ähnliche Schwerpunkte setzte der Weltklimarat IPCC vergangenes Jahr.
Vor allem die Erneuerung veralteter Technik kann enorm zum Klimaschutz beitragen. Der Ausbau der Kraft-Wärme/Kälte-Koppelung, die Strom und Wärme oder Kühlung produziere, spare mehr CO2 ein als alle Atomkraftwerke in Deutschland, rechnete Michael Müller (SPD) vor, parlamentarischer Staatssekretär beim BMU. Würden nur noch die effizientesten Haushaltsgeräte verwendet, könnten sieben Großkraftwerke eingespart werden. Dies ergibt sich durch eine Eon-Studie, die das Einsparpotential der Haushalte mit 40 Terrawattstunden bezifferte. Allein der Austausch der zwei Millionen alten Heizungsanlagen, ergänzt mit thermischen Solaranlagen, würde im Wärmesektor fast 30 Prozent Energie sparen, sagt Heizungsbauer Martin Viessmann. Und wären alle Gebäude gedämmt, müsste die OECD nicht mehr konstatieren, dass sie 40 Prozent der Treibhausgase verursachen.
