0 Bewertungen
29.04.2008 

Ziel eines weiteren Entwicklungsprojekts sind größere Wasserstoff-Brennstoffzellen mit bis zu zehn Watt Leistung – das würde für ein Handy reichen. Auch zwei Anwender sind mit im Boot: Acculux will Leuchten und Höft & Wessel tragbare Datenerfassungsgeräte mit Brennstoffzellen betreiben. „Bei diesen Anwendungen könnte man die zehnfache Laufzeit im Vergleich zu Batterien erreichen“, sagt Martin Krebs, Forschungsleiter bei Varta Microbattery. Noch sind die Zellen aber zu groß: Sie haben ein Volumen von bis zu einem halben Liter.

Einen anderen Weg geht Smart Fuel Cell (SFC) aus Brunnthal. Die Firma setzt als Energiespeicher Methanol statt Wasserstoff ein. Nach eigenen Angaben ist SFC das einzige Unternehmen, das Brennstoffzellen kommerziell entwickelt und verkauft. „Wir setzen nicht auf Laptops oder Handys, sondern auf Anwendungen, bei denen die Vorteile den Mehrpreis rechtfertigen“, sagt Vorstandschef PeterPodesser. Einen großen Markt sieht er bei militärischen Anwendungen. „Heute trägt ein Soldat Lithium-Ionen-Akkus mit sich, die 13 Kilogramm wiegen“, sagt Podesser. Die SFC-Technik kann locker mithalten: „Unsere portable Brennstoffzelle Jenny ist so groß wie eine Milchtüte und wiegt bei gleicher Kapazität nur zwei Kilogramm.“ Derzeit laufen Tests bei der NATO. Zu den Kunden gehören Bundeswehr und US-Militär. Eine tragbare Brennstoffzelle ist bei einer internationalen Friedensmission im Einsatz.

Für das Militär gibt es schon Brennstoffzellen, die so groß wie eine Zündholzschachtel sind. Das würde auch für ein Handy reichen – was aber noch zu teuer ist. „Brennstoffzellen in mobilen Geräten könnten in drei bis fünf Jahren interessant sein“, schätzt Podesser. Methanol-Brennstoffzellen für Notebooks sind aber deutlich teurer als Lithium-Akkus, weil sie viel Edelmetall und eine aufwendige Ausstattung mit Pumpen und Ventilen enthalten. „Niemand weiß, wann die ersten Endverbraucher-Geräte mit Brennstoffzellen auf den Markt kommen“, sagt auch Fraunhofer-Forscher Hahn. Einen Zwischenschritt gibt es immerhin: SFC entwickelt mit dem Elektronikkonzern LG ein mit Brennstoffzellen versorgtes Akku-Ladegerät – geeignet auch für Zivilisten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Wo Spielerträume wahr wer...

    Wo Spielerträume wahr werden

    In Leipzig hat die Games Convention am Donnerstag ihre Tore für das Publikum geöffnet. Schon lange vor dem ersten Einlass warteten tausende Spielefans an den Drehkreuzen. Bis Sonntag können sie die Neuheiten der Daddel-Branche unter die Lupe nehmen - vielleicht zum let...Bildergalerie 

  • Japaner fahren sauber nac...

    Japaner fahren sauber nach vorn

    Die Auto-Umweltliste des Verkehrsclubs Deutschland ist auch in diesem Jahr kein Ruhmesblatt für die deutsche Autoindustrie. Nur ein hiesiges Modell schafft es unter die Top Ten der saubersten Fahrzeuge. Bei den größeren Fahrzeugen schneiden die Deutschen besser ab. Bil...Bildergalerie 

  • Nützliche Ergänzungen für...

    Nützliche Ergänzungen für Google Maps

    Google Maps ist vor allem bekannt für die hochauflösenden Satellitenbilder, die man hinter das Kartenmaterial legen kann. Doch das ist längst noch nicht alles. Handelsblatt Online hat einige nützliche, interessante und witzige Add-Ons zur Karten-Seite herausgesucht.Bildergalerie 

  • Kostbares Nass

    Kostbares Nass

    Wussten Sie, dass für die Erzeugung eines einzigen Frühstückseis eine ganze Badewanne voll Wasser nötig ist? Wasser ist ein kostbares Gut - wie kostbar, das wollen Experten in dieser Woche der Öffentlichkeit ins Bewusstsein rufen. Die Wasserwoche in Stockholm widmet si...Bildergalerie 

 

weiterHandelsblatt Quiz

Wissens-Test: Die größten Energiefresser im Haus

Los geht's!Wollen Sie im Haushalt Energie sparen, gilt es zunächst die größten Verbraucher zu identifizieren. Oder wissen Sie bereits, wie viel Energie Wasserbe...
Testen Sie Ihr Wissen!