Der BWE zeigte sich gleichwohl überzeugt, dass sich die derzeitige Differenz zwischen den Erzeugungskosten für Windstrom und dem sogenanntem grauen Strom aus konventionellen Großkraftwerken spätestens in zehn Jahren angleichen werden. Insbesondere die drastischen Preissteigerungen bei fossilen Energieträgern wie Gas und Kohle sowie die voraussichtlichen Kosten für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids machen die Windenergie wettbewerbsfähiger.
Nach den Plänen der EU müssen die Energieversorger ab 2013 die Rechte für den Ausstoß von Kohlendioxid an einer Börse erwerben. Ab einem Preis von mehr als 35 Euro pro Tonne Kohlendioxid besteht der augenblickliche Kostenvorteil von modernen Steinkohlekraftwerken voraussichtlich nicht mehr.
Nach Angaben des BWE stieg der Umsatz mit in Deutschland hergestellten Windkraftanlagen und deren Bauteilen im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 7,6 Mrd. Euro. Rund 78 Prozent davon entfielen auf das gut gehende Exportgeschäft. Um die Auftragsflut zu bewältigen und am langfristigen Wachstum der Branche teilzunehmen, stellten die Unternehmen 10 000 neue Mitarbeiter ein. Für dieses Jahr erwarten Experten ein weiters Wachstum des Weltmarkts um ein Viertel auf 26,5 Mrd. Euro. Während die Exportquote der deutschen Windindustrie nach Angaben des BWE weiter auf 84 Prozent steigen wird, dürfte ihr Weltmarktanteil von 36 Prozent auf 33 Prozent sinken.

