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100 Jahre Max-Planck-Gesellschaft: Nobelschmiede mit problematischer Vergangenheit

Wenn die Max-Planck-Gesellschaft an diesem Dienstag 100 Jahre Spitzenforschung feiert, geht es nicht nur um eine stattliche Zahl von Nobelpreisträgern. Einige Forscher waren tief in die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts verstrickt.

von Ulrike von Leszcynski (dpa)
Forschungsarbeit am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena: Die Grundlagenforschung der MPG genießt weltweite Anerkennung. Quelle: dpa
Forschungsarbeit am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena: Die Grundlagenforschung der MPG genießt weltweite Anerkennung. Quelle: dpa

BERLIN. Sie ist die deutsche Nobelpreisschmiede: 17 Mal haben Forscher der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) diese höchste Auszeichnung seit 1948 nach Deutschland geholt. Das ist ein Spitzenergebnis und ein guter Grund zum Feiern. Am 11. Januar 2011 blickt die MPG, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) hervorging, auf 100 Jahre Grundlagenforschung von Weltruf zurück. Als Festredner in der Berliner Akademie der Künste ist Altkanzler Helmut Schmidt geladen – mit 92 Jahren nur wenig jünger als die Jubilarin.

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Doch der Rückblick auf 100 Jahre exzellente Wissenschaft wird nicht ungetrübt sein. Zu tief waren Forscher in Rüstungsexperimente für zwei Weltkriege und auch in das Morden im Nationalsozialismus verstrickt. Wie in einem Brennglas bündeln sich Licht und Schatten in den Lebenswegen mancher Geistesgrößen.

So halten Historiker den Chemiker und Nobelpreisträger Fritz Haber (1868-1934) heute für einen großen Forscher und weitsichtigen Wissenschaftsorganisator. Seine Experimente mit reaktionsfähigem Stickstoff führten zu künstlichen Düngemitteln, die eine viel effizientere Landwirtschaft möglich machten. Doch Haber nutzte seine Stickstoff-Forschung auch für die Entwicklung von Giftgas, das 1915 in Ypern eingesetzt wurde und Tausende französische Soldaten zu Tode quälte. Die Experimente waren der Anfang eines Weges, der in den Gaskammern der Konzentrationslager endete.

Verglichen damit war die Welt vor 100 Jahren – am 11. Januar 1911 – heiler. Auf dem heutigen Bebel-Platz hatten sich die Berliner in Schale geworfen. Kaiser Wilhelm II. zeigte sich und gab an diesem Tag die Gründung einer neuen Forschungsgesellschaft bekannt. Sie trug seinen Namen und sollte Grundlagenforschung in den aufstrebenden Naturwissenschaften betreiben. Und das sehr komfortabel für die Wissenschaftler: Ohne Lehrverpflichtung, mit großzügigem Etat und modernster Forschungstechnik. Die fortschrittliche Idee stammte von führenden preußischen Wissenschaftlern.

Die Institution errang schnell Weltruhm. Sie band Albert Einstein an sich, sie holte auch Fritz Haber in ihre Mitte. Reiner Selbstzweck war die Forschung aber nie. Der Kaiser erhoffte sich von Entdeckungen und Erfindungen Vorteile für den erträumten Griff nach der Weltmacht. Die Industrie setzte auf gute Profite.

  • 10.01.2011, 17:17 UhrAnonymer Benutzer: Michael Frewin

    Die Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft beginnt 1948. Sie erinnert am 11.1.2011 nur an die Gründung ihrer Vorläuferorganisation vor 100 Jahren.

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