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Astronomie: Ein Planet mit vier Sonnen

5000 Lichtjahre von uns entfernt zieht ein exotischer Planet seine Bahn: Gleich vier Sonnen erhellen den Himmel über PH 1. Und das ist nicht die einzige Besonderheit an dieser Entdeckung.

Die künstlerische Darstellung zeigt den Planeten PH 1 im Vordergrund auf der Bahn um sein Zentralgestirn, ein Doppelsystem aus zwei Sternen mit 0,4-facher (rot) bzw. 1,5-facher (weiß) Sonnenmasse. Die beiden helleren Punkte links oben markieren die Positionen der beiden übrigen Sonnen des Vierfachsystems. Quelle: Haven Giguere/Yale
Die künstlerische Darstellung zeigt den Planeten PH 1 im Vordergrund auf der Bahn um sein Zentralgestirn, ein Doppelsystem aus zwei Sternen mit 0,4-facher (rot) bzw. 1,5-facher (weiß) Sonnenmasse. Die beiden helleren Punkte links oben markieren die Positionen der beiden übrigen Sonnen des Vierfachsystems. Quelle: Haven Giguere/Yale

DüsseldorfGleich vier Sonnen erstrahlen am Himmel eines 5000 Lichtjahre entfernten Planeten, den Astronomen jetzt entdeckt haben. Die ferne Welt kreist um ein Sternenpaar, das seinerseits von einem Doppelstern-System umkreist wird. Es ist das erste Mal, dass Forscher einen Exoplaneten mit vier Sonnen nachweisen konnten. Auf die Spur des planetaren Exoten kamen zwei Amateur-Astronomen.

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Kian Jek aus San Francisco und Robert Gagliano aus Cottonwood (US-Bundesstaat Arizona) werteten Daten des Weltraumteleskops Kepler aus. Dieses Hightech-Instrument zeichnet Helligkeitsveränderungen von Sternen auf, die Hinweise auf mögliche Planeten in der Umgebung des Sterns geben. Zieht ein solcher Planet von der Erde aus gesehen vor dem Stern vorbei, wird das Sternlicht ein klein wenig abgedunkelt.

Exoplaneten Auf der Suche nach der zweiten Erde

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Entsprechende Lichtschwankungen aufzufinden, ist allerdings aufwendig, weshalb die Kepler-Daten im Rahmen des Projekts Planet Hunters auch für interessierte Hobby-Astronomen zur Verfügung gestellt werden. Jek und Gagliano beteiligten sich an dem Projekt – und wurden fündig. Nachdem die beiden Planetenjäger ihre Entdeckung gemeldet hatten, machten sich Wissenschaftler der Yale-Universität in New Haven (US-Bundesstaat Connecticut) mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii an die Untersuchung des fraglichen Himmelsabschnitts und bestätigten schließlich die Beobachtung.

Demnach ist PH 1 – so der wissenschaftliche Name der neu entdeckten Welt – ein Gasplanet mit etwas größeren Dimensionen als Neptun, der viertgrößte Planet unseres Sonnensystems. Er umkreist ein Sternenpaar mit 1,5- beziehungsweise 0,4-facher Sonnenmasse, wobei er für einen Umlauf rund 138 Tage benötigt. In größerer Entfernung – etwa 1000 Mal weiter als der Abstand Erde-Sonne – kreist ein weiteres Sternenpaar um das gesamte System.

Genau dies macht PH 1 einzigartig. Bislang kennen Astronomen überhaupt nur sechs Planeten, die um ein Doppelsternsystem kreisen. Ein Exoplanet mit mehr als zwei Sonnen konnte zuvor noch nie nachgewiesen werden. 

Weltraum

„Solche Planeten sind die extremsten Beispiele der Planetenentstehung“, erläutert Yale-Forscherin Meg Schwamb. Denn die extremen Gravitationsverhältnisse, die durch die Anwesenheit so vieler Sonnen gegeben sind, erschweren die Bildung von Planeten sehr. So sehr, dass lang unklar war, ob sich überhaupt Planetensysteme in einer derart dynamischen Umgebung bilden können. Mit der Entdeckung von PH 1ist diese Frage nun definitiv beantwortet.

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