19. Mai 2013 

Handelsblatt

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Bilder der Woche: Mit Bio-Waffen gegen lästige Konkurrenten

Er gilt als Glücksbringer und ist in heimischen Gärten gern gesehen: Der rote Marienkäfer mit seinen sieben Punkten. Doch ein Konkurrent macht ihm schwer zu schaffen, denn der verfügt über wirkungsvolle Bio-Waffen.

  • Asiatische Marienkäfer nutzen „Bio-Waffen“, um ihre europäischen Verwandten zunehmend zu verdrängen. Dem Käfer aus Asien helfen bei der schnellen Ausbreitung winzige Sporen, die einheimische Siebenpunkt-Marienkäfer töten können, berichten Wissenschaftler im Fachmagazin „Science“.

    Asiatische Marienkäfer nutzen „Bio-Waffen“, um ihre europäischen Verwandten zunehmend zu verdrängen. Dem Käfer aus Asien helfen bei der schnellen Ausbreitung winzige Sporen, die einheimische Siebenpunkt-Marienkäfer töten können, berichten Wissenschaftler im Fachmagazin „Science“. Quelle: dpa
  • Die asiatische Art wurde seit den 1980er Jahren als aggressiver Blattlausvertilger in europäischen Gewächshäusern eingesetzt und hat sich danach auch in freier Natur verbreitet. Inzwischen sind die Eindringlinge mancherorts zur Plage geworden und machen vor allem Winzern zu schaffen. Denn im Gegensatz zum heimischen „Glückkäfer“ frisst die asiatische Variante auch Trauben. Gelangen die Tiere in größerer Zahl in die Maische, kann der Weingeschmack durch ihre chemischen Verteidigungssubstanzen leiden.

    In Deutschland treten die Eindringlinge vor allem im Herbst in großen Schwärmen auf. Mancherorts versuchen die Käfer, die in ihrer Heimat in Höhlen überwintern, unter dunkle Dachvorsprünge von Häusern zu gelangen. Das kann für Hausbesitzer zum Problem werden. Zudem treten bei manchen Menschen allergische Reaktionen auf.

    Die asiatische Art wurde seit den 1980er Jahren als aggressiver Blattlausvertilger in europäischen Gewächshäusern eingesetzt und hat sich danach auch in freier Natur verbreitet. Inzwischen sind die Eindringlinge mancherorts zur Plage geworden und machen vor allem Winzern zu schaffen. Denn im Gegensatz zum heimischen „Glückkäfer“ frisst die asiatische Variante auch Trauben. Gelangen die Tiere in größerer Zahl in die Maische, kann der Weingeschmack durch ihre chemischen Verteidigungssubstanzen leiden. In Deutschland treten die Eindringlinge vor allem im Herbst in großen Schwärmen auf. Mancherorts versuchen die Käfer, die in ihrer Heimat in Höhlen überwintern, unter dunkle Dachvorsprünge von Häusern zu gelangen. Das kann für Hausbesitzer zum Problem werden. Zudem treten bei manchen Menschen allergische Reaktionen auf. Quelle: ap
  • Den Erfolg im Kampf gegen die einheimischen Käfer verdankt der asiatische Marienkäfer sogenannte Mikrosporidien. Das sind winzige, pilzähnlichen Einzeller, die Körperzellen ihres Wirts als Parasiten befallen und ihn nachhaltig schädigen. Der asiatische Marienkäfer ist dagegen resistent, gelangen die Parasiten aber in einheimische Marienkäfer, können diese daran sterben.

    Infektionsgefahr besteht für den heimischen Käfer, wenn er Eier oder Larven des Konkurrenten frisst, die mit den gefährlichen Sporen infiziert sind. Noch wissen die Forscher nicht, wie dem Massensterben der einheimischen Käfer begegnet werden könnte. Die tödlichen Parasiten flächendeckend auszurotten, sei kaum vorstellbar, so ihr Fazit.

    Den Erfolg im Kampf gegen die einheimischen Käfer verdankt der asiatische Marienkäfer sogenannte Mikrosporidien. Das sind winzige, pilzähnlichen Einzeller, die Körperzellen ihres Wirts als Parasiten befallen und ihn nachhaltig schädigen. Der asiatische Marienkäfer ist dagegen resistent, gelangen die Parasiten aber in einheimische Marienkäfer, können diese daran sterben. Infektionsgefahr besteht für den heimischen Käfer, wenn er Eier oder Larven des Konkurrenten frisst, die mit den  gefährlichen Sporen infiziert sind. Noch wissen die Forscher nicht, wie dem Massensterben der einheimischen Käfer begegnet werden könnte. Die tödlichen Parasiten flächendeckend auszurotten, sei kaum vorstellbar, so ihr Fazit. Quelle: dpa
  • 10. Mai 2013: Die kleinen Brüder des T. Rex

    Größe: 1,80 Meter; Gewicht: 40 Kilogramm – bei solchen Werten denkt man nicht unbedingt an einen Dinosaurier. Und doch gehört Acrotholus audeti zu jener Familie der Riesenechsen, deren prominente Vertreter wie T. Rex oder Brontosaurus wahre Fleischberge waren.

    Forscher des Royal Ontario Museum haben den neusten Spross der Dinosaurier-Familie jetzt im Fachmagazin  „Nature Communications“ vorgestellt – und dabei zugleich unser Bild von den Riesenechsen ein wenig korrigiert. Sie vermuten, dass einst viel mehr kleine Dinosaurier die Erde bevölkerten, als bislang angenommen wurde.

    10. Mai 2013: Die kleinen Brüder des T. RexGröße: 1,80 Meter; Gewicht: 40 Kilogramm – bei solchen Werten denkt man nicht unbedingt an einen Dinosaurier. Und doch gehört Acrotholus audeti zu jener Familie der Riesenechsen, deren prominente Vertreter wie T. Rex oder Brontosaurus wahre Fleischberge waren. Forscher des Royal Ontario Museum haben den neusten Spross der Dinosaurier-Familie jetzt im Fachmagazin  „Nature Communications“ vorgestellt – und dabei zugleich unser Bild von den Riesenechsen ein wenig korrigiert. Sie vermuten, dass einst viel mehr kleine Dinosaurier die Erde bevölkerten, als bislang angenommen wurde. Quelle: Julius Csotonyi
  • „Wenn wir auf die Dinosaurierzeit blicken, fokussieren wir uns leicht auf große Tiere wie den T. Rex", schreibt Studienleiter David Evans. „Es gibt aber immer mehr Hinweise darauf, dass die Erdoberfläche auch von vielen kleinen Dinosauriern bewohnt war.“

    Acrotholus audeti hatte eine mehr als zehn Zentimeter dicke, kuppelförmige Schädeldecke (Bild), die hart genug war, um bei Kämpfen gegen Artgenossen als Waffe zu dienen. Der Pflanzenfresser bewegte sich vermutlich auf seinen Hinterbeinen fort und lebte vor rund 85 Millionen Jahren.

    „Wenn wir auf die Dinosaurierzeit blicken, fokussieren wir uns leicht auf große Tiere wie den T. Rex", schreibt Studienleiter David Evans. „Es gibt aber immer mehr Hinweise darauf, dass die Erdoberfläche auch von vielen kleinen Dinosauriern bewohnt war.“ Acrotholus audeti hatte eine mehr als zehn Zentimeter dicke, kuppelförmige Schädeldecke (Bild), die hart genug war, um bei Kämpfen gegen Artgenossen als Waffe zu dienen. Der Pflanzenfresser bewegte sich vermutlich auf seinen Hinterbeinen fort und lebte vor rund 85 Millionen Jahren. Quelle: Brian Boyle, ROM
  • Die Fossilien des Dinosauriers wurden im Süden der kanadischen Provinz Alberta gefunden, in der sogenannten Milk-River-Formation (Bild).

    Dass bislang nur wenige Knochen von kleineren Dinosauriern gefunden wurden, erklären die Forscher mit deren geringerer Widerstandsfähigkeit. Sie konnten viel leichter von Fleischfressern zermalmt oder von der Witterung zerstört werden als die Knochen großer Dinosaurier und hatten deshalb geringere Chance zu Fossilien zu werden.

    Die Fossilien des Dinosauriers wurden im Süden der kanadischen Provinz Alberta gefunden, in der sogenannten Milk-River-Formation (Bild). Dass bislang nur wenige Knochen von kleineren Dinosauriern gefunden wurden, erklären die Forscher mit deren geringerer Widerstandsfähigkeit. Sie konnten viel leichter von Fleischfressern zermalmt oder von der Witterung zerstört werden als die Knochen großer Dinosaurier und hatten deshalb geringere Chance zu Fossilien zu werden. Quelle: David Evans, ROM
  • 3. Mai 2013: Cooler Rover im ewigen Eis

    Nach „Curiosity“ nun „Grover“: Die US-Weltraumbehörde Nasa will die Technologie ihres bekannten Marsrovers künftig auch nutzen, um Ziele auf der Erde zu erkunden. Ein Test im höchstgelegenen Teil Grönlands soll zeigen, inwieweit ein simpleres Modell des Marsrovers geeignet ist, Daten über den Zustand des grönländischen Eispanzers zu sammeln. Dessen Dicke schwindet unter dem Einfluss des Klimawandels dramatisch.

    3. Mai 2013: Cooler Rover im ewigen EisNach „Curiosity“ nun „Grover“: Die US-Weltraumbehörde Nasa will die Technologie ihres bekannten Marsrovers künftig auch nutzen, um Ziele auf der Erde zu erkunden. Ein Test im höchstgelegenen Teil Grönlands soll zeigen, inwieweit ein simpleres Modell des Marsrovers geeignet ist, Daten über den Zustand des grönländischen Eispanzers zu sammeln. Dessen Dicke schwindet unter dem Einfluss des Klimawandels dramatisch. Quelle: Gabriel Trisca, Boise State University
  • Bis Anfang Juni soll sich „Grover“ im grönländischen Eis bewähren. Der zwei Meter hohe und rund 400 Kilogramm schwere Rover, der mit Solar-Panels betrieben wird, soll sich mit einer Geschwindigkeit von rund zwei Stundenkilometern fortbewegen und dabei mit einem Radar die Dicke der Eisschicht messen.

    Bis Anfang Juni soll sich „Grover“ im grönländischen Eis bewähren. Der zwei Meter hohe und rund 400 Kilogramm schwere Rover, der mit Solar-Panels betrieben wird, soll sich mit einer Geschwindigkeit von rund zwei Stundenkilometern fortbewegen und dabei mit einem Radar die Dicke der Eisschicht messen. Quelle: Gabriel Trisca, Boise State University
  • Bislang wurden Forschungen zur Eisdicke hauptsächlich mit Flugzeugen und Satelliten betrieben. Der von Studenten entwickelte Rover (hier bei einer Testreihe im vergangenen Jahr) könnte diese Forschungsarbeit jedoch zu einem Bruchteil der Kosten erledigen.

    „Solche Roboter sind ein neues Hilfsmittel für Gletscher-Studien“, so die wissenschaftliche Beraterin des Projekts, Lara Koenig. Im Juni bekommt „Grover“ sogar noch Verstärkung: Dann wird der Rover „Cool Robot“ ebenfalls in Grönland seine Eistauglichkeit unter Beweis stellen.

    Bislang wurden Forschungen zur Eisdicke hauptsächlich mit Flugzeugen und Satelliten betrieben. Der von Studenten entwickelte Rover (hier bei einer Testreihe im vergangenen Jahr) könnte diese Forschungsarbeit jedoch zu einem Bruchteil der Kosten erledigen. „Solche Roboter sind ein neues Hilfsmittel für Gletscher-Studien“, so die wissenschaftliche Beraterin des Projekts, Lara Koenig. Im Juni bekommt „Grover“ sogar noch Verstärkung: Dann wird der Rover „Cool Robot“ ebenfalls in Grönland seine Eistauglichkeit unter Beweis stellen. Quelle: NASA/Michael Comberiate
  • 26. April 2013: Im Land der leuchtenden Schafe

    Man nehme Schaf-Erbgut und mische darunter ein wenig DNA von phosphoreszierenden Quallen – fertig ist das Leuchteschaf. So geschehen am „Institut für die Reproduktion von Tieren“ in Uruguay. Dort haben Wissenschaftler durch Genmanipulation in der Dunkelheit leuchtende Schafe erschaffen.

    Ähnlich wie künstliche Sternenhimmel an manchen Kinderzimmerdecken können die phosphoreszierenden Tiere, deren Erbgut mit Quallen-DNA versetzt wurde, Licht quasi „speichern“ und im Anschluss an Bestrahlung mit UV-Licht nachleuchten.

    26. April 2013: Im Land der leuchtenden SchafeMan nehme Schaf-Erbgut und mische darunter ein wenig DNA von phosphoreszierenden Quallen – fertig ist das Leuchteschaf. So geschehen am „Institut für die Reproduktion von Tieren“ in Uruguay. Dort haben Wissenschaftler durch Genmanipulation in der Dunkelheit leuchtende Schafe erschaffen. Ähnlich wie künstliche Sternenhimmel an manchen Kinderzimmerdecken können die phosphoreszierenden Tiere, deren Erbgut mit Quallen-DNA versetzt wurde, Licht quasi „speichern“ und im Anschluss an Bestrahlung mit UV-Licht nachleuchten. Quelle: Reuters
  • Die genveränderten Schafe wurden im vergangenen Oktober geboren und haben sich seither normal entwickelt. Ihre Leuchtfähigkeit hat nach Aussage der Forscher keinen tieferen Zweck. Der Versuch diente lediglich dazu, die Methode der Genmanipulation auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen.

    „Jetzt können wir mit einem anderen Gen arbeiten, das von größerem Interesse ist“, so der Direktor des Instituts, Alejo Menchaca. In welche Richtung diese Versuche gehen könnten, zeigt ein Beispiel aus Argentinien: Dort war 2011 eine genmanipulierte Kuh geboren worden, deren Milch menschliche Proteine enthält.

    Die genveränderten Schafe wurden im vergangenen Oktober geboren und haben sich seither normal entwickelt. Ihre Leuchtfähigkeit hat nach Aussage der Forscher keinen tieferen Zweck. Der Versuch diente lediglich dazu, die Methode der Genmanipulation auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen. „Jetzt können wir mit einem anderen Gen arbeiten, das von größerem Interesse ist“, so der Direktor des Instituts, Alejo Menchaca. In welche Richtung diese Versuche gehen könnten, zeigt ein Beispiel aus Argentinien: Dort war 2011 eine genmanipulierte Kuh geboren worden, deren Milch menschliche Proteine enthält. Quelle: Reuters
  • 19. April 2013: Zwei zweite Erden

    Wenn Astronomen nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems suchen, steckt dahinter meist die Hoffnung, irgendwo in den Weiten des Alls eine zweite Erde zu entdecken. Doch die meisten dieser Himmelskörper sind dafür  zu groß oder umkreisen ihre Muttersonne in zu geringem Abstand. Jetzt hat ein internationales Forscherteam unter Leitung der US-Weltraumbehörde Nasa gleich zwei geeignete Kandidaten entdeckt.

    Wie die Forscher im Fachmagazin Science berichten, gelang die Entdeckung mithilfe des Weltraumteleskops Kepler. Die Planeten Kepler-62e und Kepler-62f umrunden denselben Stern in 122 beziehungsweise 267 Tagen. Beide Himmelskörper befinden sich damit in einem solchen Abstand zu ihrem Stern, dass flüssiges Wasser auf ihnen möglich ist. Das Sternsystem aus insgesamt fünf Planeten ist 1200 Lichtjahre von der Erde entfernt.

    19. April 2013: Zwei zweite ErdenWenn Astronomen nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems suchen, steckt dahinter meist die Hoffnung, irgendwo in den Weiten des Alls eine zweite Erde zu entdecken. Doch die meisten dieser Himmelskörper sind dafür  zu groß oder umkreisen ihre Muttersonne in zu geringem Abstand. Jetzt hat ein internationales Forscherteam unter Leitung der US-Weltraumbehörde Nasa gleich zwei geeignete Kandidaten entdeckt. Wie die Forscher im Fachmagazin Science berichten, gelang die Entdeckung mithilfe des Weltraumteleskops Kepler. Die Planeten Kepler-62e und Kepler-62f umrunden denselben Stern in 122 beziehungsweise 267 Tagen. Beide Himmelskörper befinden sich damit in einem solchen Abstand zu ihrem Stern, dass flüssiges Wasser auf ihnen möglich ist. Das Sternsystem aus insgesamt fünf Planeten ist 1200 Lichtjahre von der Erde entfernt. Quelle: ap
  • „Kepler-62e und Kepler-62f liegen in der lebensfreundlichen habitablen Zone ihres Heimatsterns. Außerdem sind sie die kleinsten Körper, die bisher in einer derartigen Zone gefunden wurden“, sagt Lisa Kaltenegger. Die Forscherin am Max-Planck-Institut für Astronomie ist kein Mitglied des Kepler-Teams, war aber dafür verantwortlich, die potenzielle Lebensfreundlichkeit der beiden Planeten abzuschätzen.

    Das Bild zeigt die habitable Zone unserer Sonne (unten) im Vergleich mit dem neu entdeckten Sonnensystem.

    „Kepler-62e und Kepler-62f liegen in der lebensfreundlichen habitablen Zone ihres Heimatsterns. Außerdem sind sie die kleinsten Körper, die bisher in einer derartigen Zone gefunden wurden“, sagt Lisa Kaltenegger. Die Forscherin am Max-Planck-Institut für Astronomie ist kein Mitglied des Kepler-Teams, war aber dafür verantwortlich, die potenzielle Lebensfreundlichkeit der beiden Planeten abzuschätzen. Das Bild zeigt die habitable Zone unserer Sonne (unten) im Vergleich mit dem neu entdeckten Sonnensystem. Quelle: NASA Ames/JPL-Caltech
  • Kaltenegger hat berechnet, wie die Atmosphären der neuen Exoplaneten aussehen könnten. Auf Kepler-62f könnte es demnach nur dann warm genug für flüssiges Wasser sein, wenn es große Mengen von Treibhausgasen in der Atmosphäre gibt. „Dort müssten Menschen dann in jedem Fall einen Raumanzug tragen“, sagte sie.

    Kaltenegger hat berechnet, wie die Atmosphären der neuen Exoplaneten aussehen könnten. Auf Kepler-62f könnte es demnach nur dann warm genug für flüssiges Wasser sein, wenn es große Mengen von Treibhausgasen in der Atmosphäre gibt. „Dort müssten Menschen dann in jedem Fall einen Raumanzug tragen“, sagte sie. Quelle: NASA Ames/JPL-Caltech
  • Kepler-62e bekomme dagegen etwas mehr Sonnenlicht als die Erde ab und bräuchte daher viele Wolken, damit Wasser auf der Oberfläche nicht verdampft. Kaltenegger hält es für wahrscheinlich, dass es sich bei beiden Planeten um Welten handelt, deren gesamte Oberfläche von riesigen Ozeanen bedeckt ist.

    Kepler-62e bekomme dagegen etwas mehr Sonnenlicht als die Erde ab und bräuchte daher viele Wolken, damit Wasser auf der Oberfläche nicht verdampft. Kaltenegger hält es für wahrscheinlich, dass es sich bei beiden Planeten um Welten handelt, deren gesamte Oberfläche von riesigen Ozeanen bedeckt ist. Quelle: NASA Ames/JPL-Caltech
  • Neben den zwei potenziell erdähnlichen Planeten fanden die Forscher noch weitere Planeten in dem System, die ihren Mutterstern jedoch deutlich enger umkreisen (hier im Größenvergleich mit der Erde ganz rechts). Was genau auf den nun entdeckten Planeten vor sich geht, wird man wenn überhaupt erst in ferner Zukunft herausfinden können.

    „Das Sternsystem ist zu weit weg, um selbst mit der nächsten Generation von Teleskopen seine Atmosphäre analysieren zu können“, so Kaltenegger. Aber der Fund gebe Hoffnung, dass sich ähnliche Planetensysteme in der Nachbarschaft der Erde befinden könnten, die dann leichter zu erforschen wären

    Neben den zwei potenziell erdähnlichen Planeten fanden die Forscher noch weitere Planeten in dem System, die ihren Mutterstern jedoch deutlich enger umkreisen (hier im Größenvergleich mit der Erde ganz rechts). Was genau auf den nun entdeckten Planeten vor sich geht, wird man wenn überhaupt erst in ferner Zukunft herausfinden können. „Das Sternsystem ist zu weit weg, um selbst mit der nächsten Generation von Teleskopen seine Atmosphäre analysieren zu können“, so Kaltenegger. Aber der Fund gebe Hoffnung, dass sich ähnliche Planetensysteme in der Nachbarschaft der Erde befinden könnten, die dann leichter zu erforschen wären Quelle: Reuters
  • 12. April 2013: Ötzi und die Zahnfee

    Nein, die Zahnfee hat es nicht gut gemeint mit Ötzi. Der Gletschermann, dessen Mumie 1991 in den Ötztaler Alpen (Südtirol) entdeckt wurde, litt zu Lebzeiten unter Zahnproblemen, die auch viele moderne Menschen plagen. Das haben Untersuchungen durch Forscher vom Zentrum für Evolutionäre Medizin (ZEM) der Universität Zürich ergeben.

    12. April 2013: Ötzi und die ZahnfeeNein, die Zahnfee hat es nicht gut gemeint mit Ötzi. Der Gletschermann, dessen Mumie 1991 in den Ötztaler Alpen (Südtirol) entdeckt wurde, litt zu Lebzeiten unter Zahnproblemen, die auch viele moderne Menschen plagen. Das haben Untersuchungen durch Forscher vom Zentrum für Evolutionäre Medizin (ZEM) der Universität Zürich ergeben. Quelle: dpa
  • Obwohl die 5000 Jahre alte Mumie schon unzählige Male wissenschaftlich untersucht wurde, waren die Zähne bislang kaum beachtet worden. Der Zürcher ZEM-Dentist Roger Seiler sowie Forscherkollegen in den USA und Italien werteten nun computertomographische Daten zum Gebiss des Gletschermannes aus – und kamen dabei den klassischen Zahnerkrankungen Karies und Parodontitis auf die Spur. Vor allem im Bereich der hinteren Backenzähne fand Seiler einen Verlust des parodontalen Stützgewebes, der beinahe die Wurzelspitze erreichte.

    Obwohl die 5000 Jahre alte Mumie schon unzählige Male wissenschaftlich untersucht wurde, waren die Zähne bislang kaum beachtet worden. Der Zürcher ZEM-Dentist Roger Seiler sowie Forscherkollegen in den USA und Italien werteten nun computertomographische Daten zum Gebiss des Gletschermannes aus – und kamen dabei den klassischen Zahnerkrankungen Karies und Parodontitis auf die Spur. Vor allem im Bereich der hinteren Backenzähne fand Seiler einen Verlust des parodontalen Stützgewebes, der beinahe die Wurzelspitze erreichte. Quelle: dpa
  • Die Karies, die bei dem „Eismann“ festgestellt wurde, führen die Forscher auf eine sehr stärkehaltige Nahrung wie Brot und Getreidebrei zurück. Zudem forderte das raue Leben in jener Zeit seinen Tribut: Ein Frontzahn ist deutlich verfärbt – vermutlich starb er nach einem Schlag ab. Und ein Backenzahn (im Kreis) weist Spuren eine Kauunfalls auf: Einer seiner Höcker ging verloren – vielleicht, als Ötzi auf ein Steinchen in seinem Getreidebrei biss.

    Die Karies, die bei dem „Eismann“ festgestellt wurde, führen die Forscher auf eine sehr stärkehaltige Nahrung wie Brot und Getreidebrei zurück. Zudem forderte das raue Leben in jener Zeit seinen Tribut: Ein Frontzahn ist deutlich verfärbt – vermutlich starb er nach einem Schlag ab. Und ein Backenzahn (im Kreis) weist Spuren eine Kauunfalls auf: Einer seiner Höcker ging verloren – vielleicht, als Ötzi auf ein Steinchen in seinem Getreidebrei biss. Quelle: dpa
  • 5. April 2013: Mit den Waffen des Hais

    Die Gilbertinseln sind eine Kette von Atollen und gehören zum Inselstaat Kiribati. Haie spielten in der Kultur der Bewohner eine bedeutende Rolle. Sie waren Bestandteil vieler kultureller Riten und Zeremonien. Unter anderem fertigen die Bewohner der Inseln aus den Hai-Zähnen Waffen, etwa Schwerter (Bild), Dolche oder Speere.

    5. April 2013: Mit den Waffen des HaisDie Gilbertinseln sind eine Kette von Atollen und gehören zum Inselstaat Kiribati. Haie spielten in der Kultur der Bewohner eine bedeutende Rolle. Sie waren Bestandteil vieler kultureller Riten und Zeremonien. Unter anderem fertigen die Bewohner der Inseln aus den Hai-Zähnen Waffen, etwa Schwerter (Bild), Dolche oder Speere. Quelle: dpa
  • Dazu bohrten die Insulaner kleine Löcher in einzelne Zähne, die sie mit Kokosnuss-Fasern menschlichen Haaren an kleinen Holzstücken befestigten. Diese wiederum wurden an dem Schaft der Waffe angebracht.

    Forscher um Joshua Drew vom Field Museum of Natural History (Chicago/US-Staat Illinois) haben nun mehr als 100 solcher Waffen untersucht, die sich in der Sammlung des Museums befinden. Die Objekte wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefertigt und belegen, dass die die Riffe vor den Gilbertinseln einst viel artenreicher gewesen sein müssen als heute.

    Dazu bohrten die Insulaner kleine Löcher in einzelne Zähne, die sie mit Kokosnuss-Fasern menschlichen Haaren an kleinen Holzstücken befestigten. Diese wiederum wurden an dem Schaft der Waffe angebracht. Forscher um Joshua Drew vom Field Museum of Natural History (Chicago/US-Staat Illinois) haben nun mehr als 100 solcher Waffen untersucht, die sich in der Sammlung des Museums befinden. Die Objekte wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefertigt und belegen, dass die die Riffe vor den Gilbertinseln einst viel artenreicher gewesen sein müssen als heute. Quelle: Drew J, Philipp C, Westneat MW
  • Insgesamt identifizierten die Forscher acht verschiedene Hai-Arten. Zwei davon sind weder in historischen Aufzeichnungen erwähnt noch finden sie sich in heutigen Artenlisten der Gilbertinseln: der Schwarzhai (Bild) und der Sorrahhai.

    Vermutlich wurden die Haie durch Jagd ausgerottet, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „PloS One“. Wolle man die einstige Vielfalt der Korallenriffe wiederherstellen, sei es entscheidend zu wissen, wie die Tierwelt früher an dem gesunden Riff überhaupt ausgesehen habe. „Es ist unsere Hoffnung, dass wir durch dieses Verständnis und über geeignete Schutzbemühungen den Riffen wieder zu ihrer früheren Pracht verhelfen können“, so Joshua Drew.

    Insgesamt identifizierten die Forscher acht verschiedene Hai-Arten. Zwei davon sind weder in historischen Aufzeichnungen erwähnt noch finden sie sich in heutigen Artenlisten der Gilbertinseln: der Schwarzhai (Bild) und der Sorrahhai. Vermutlich wurden die Haie durch Jagd ausgerottet, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „PloS One“. Wolle man die einstige Vielfalt der Korallenriffe wiederherstellen, sei es entscheidend zu wissen, wie die Tierwelt früher an dem gesunden Riff überhaupt ausgesehen habe. „Es ist unsere Hoffnung, dass wir durch dieses Verständnis und über geeignete Schutzbemühungen den Riffen wieder zu ihrer früheren Pracht verhelfen können“, so Joshua Drew. Quelle: Wikipedia CC BY 2.0/Shishihenge
  • 29. März 2013: Kornkreis-Geheimnis auf afrikanisch

    Feenkreise kommen zu Hunderttausenden in den extrem trockenen Landstrichen entlang der südwestlichen Küste Afrikas vor. Jeder der wie mit einem Zirkel gezogenen Kahlstellen ist bei näherem Blick von einem Kranz mit hohem Gras umwachsen. Aus der Vogelperspektive sind die roten Stellen nahezu unzählbar. Mit einem Durchmesser bis zu etwa 20 Metern vermitteln sie den Eindruck, als ob die Erde Sommersprossen bekommen hätte.

    29. März 2013: Kornkreis-Geheimnis auf afrikanischFeenkreise kommen zu Hunderttausenden in den extrem trockenen Landstrichen entlang der südwestlichen Küste Afrikas vor. Jeder der wie mit einem Zirkel gezogenen Kahlstellen ist bei näherem Blick von einem Kranz mit hohem Gras umwachsen. Aus der Vogelperspektive sind die roten Stellen nahezu unzählbar. Mit einem Durchmesser bis zu etwa 20 Metern vermitteln sie den Eindruck, als ob die Erde Sommersprossen bekommen hätte. Quelle: Science/N. Jürgens
  • Um die Feenkreise ranken sich Legenden. Sind mysteriöse Wesen, Ameisen oder Gas für die Gebilde verantwortlich? Norbert Jürgens von der Universität Hamburg glaubt, dem Verursacher auf die Spur gekommen zu sein. Zwischen 2006 und 2012 untersuchte der Biologe einen zweitausend Kilometer langen Wüstenabschnitt vom mittleren Angola bis ins nordwestliche Südafrika.

    Um die Feenkreise ranken sich Legenden. Sind mysteriöse Wesen, Ameisen oder Gas für die Gebilde verantwortlich? Norbert Jürgens von der Universität Hamburg glaubt, dem Verursacher auf die Spur gekommen zu sein. Zwischen 2006 und 2012 untersuchte der Biologe einen zweitausend Kilometer langen Wüstenabschnitt vom mittleren Angola bis ins nordwestliche Südafrika. Quelle: Science/N. Jürgens
  • Immer dann, wenn Jürgens auf Feenkreise stieß, spürte er in den kahlen Stellen Populationen von Psammotermes-Termiten auf. Der Biologe fand heraus, dass die im Boden lebenden Insekten alle Gräser durch die Vertilgung der Wurzeln vernichteten. Zurück blieben nur die leergefressenen kreisrunden Flächen.

    Immer dann, wenn Jürgens auf Feenkreise stieß, spürte er in den kahlen Stellen Populationen von Psammotermes-Termiten auf. Der Biologe fand heraus, dass die im Boden lebenden Insekten alle Gräser durch die Vertilgung der Wurzeln vernichteten. Zurück blieben nur die leergefressenen kreisrunden Flächen. Quelle: Science/N. Jürgens
  • Wegen der fehlenden Vegetation kann das Regenwasser an den Feenkreisen nicht verdunsten. Die Niederschläge sickern in die Tiefe des sandigen Erdbodens und lagern sich ab. Dieser Speicher dient den Termiten als Vorratslager, um in der Trockenzeit zu überleben. Gleichzeitig sorgt das unterirdische Wasser dafür, dass an den Rändern der Kahlstellen ein üppiger Vegetationsring wächst.

    „Die Termiten“, so Jürgens, „liefern damit ein Meisterstück von Ökosystem-Gestaltung – ein beeindruckendes Beispiel für nachhaltige Nutzung knapper Ressourcen.“

    Wegen der fehlenden Vegetation kann das Regenwasser an den Feenkreisen nicht verdunsten. Die Niederschläge sickern in die Tiefe des sandigen Erdbodens und lagern sich ab. Dieser Speicher dient den Termiten als Vorratslager, um in der Trockenzeit zu überleben. Gleichzeitig sorgt das unterirdische Wasser dafür, dass an den Rändern der Kahlstellen ein üppiger Vegetationsring wächst. „Die Termiten“, so Jürgens, „liefern damit ein Meisterstück von Ökosystem-Gestaltung – ein beeindruckendes Beispiel für nachhaltige Nutzung knapper Ressourcen.“ Quelle: Science/N. Jürgens
  • 22. März 2013: Ausflug ins Unterwasser-Wunderland

    Einst beförderten sie die Astronauten der Apollo-Missionen zum Mond, danach ruhten sie mehr als 40 Jahre in den dunklen Tiefen des Atlantiks. Jetzt hat eine von Amazon-Chef Jeff Bezos finanzierte Expedition Teile von Mond-Raketen des Typs Saturn V F1 geborgen. Zwei von dem Aufprall auf die Wasseroberfläche stark demolierte Triebwerke hätten er und sein Team aus rund drei Meilen (etwa 4800 Meter) Tiefe aus dem Wasser gebracht, berichtete Bezos in dieser Woche in seinem Blog.

    22. März 2013: Ausflug ins Unterwasser-WunderlandEinst beförderten sie die Astronauten der Apollo-Missionen zum Mond, danach ruhten sie mehr als 40 Jahre in den dunklen Tiefen des Atlantiks. Jetzt hat eine von Amazon-Chef Jeff Bezos finanzierte Expedition Teile von Mond-Raketen des Typs Saturn V F1 geborgen. Zwei von dem Aufprall auf die Wasseroberfläche stark demolierte Triebwerke hätten er und sein Team aus rund drei Meilen (etwa 4800 Meter) Tiefe aus dem Wasser gebracht, berichtete Bezos in dieser Woche in seinem Blog. Quelle: ap
  • Mit einer Saturn V-Rakete war unter anderem Apollo 11 ins All befördert worden, dessen Kommandant Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat. Die Triebwerke der Raketen waren seinerzeit planmäßig nach ihrem Ausbrennen ins Meer gestürzt. Um sie aus der lebensfeindlichen Tiefsee wieder ans Tageslicht zu holen, setzte die Bezos-Truppe ferngesteuerte Geräte ein.

    Mit einer Saturn V-Rakete war unter anderem Apollo 11 ins All befördert worden, dessen Kommandant Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat. Die Triebwerke der Raketen waren seinerzeit planmäßig nach ihrem Ausbrennen ins Meer gestürzt. Um sie aus der lebensfeindlichen Tiefsee wieder ans Tageslicht zu holen, setzte die Bezos-Truppe ferngesteuerte Geräte ein. Quelle: ap
  • „Wir haben ein Unterwasser-Wunderland vorgefunden, einen unglaublichen Skulpturengarten aus verbogenen F-1-Motoren, die die Geschichte eines feurigen und gewaltsamen Endes erzählen“, schwärmte Raumfahrt-Enthusiast Bezos. Etwas nüchterner sah es Nasa-Chef Charles Bolden, der von einem bedeutenden historischen Fund sprach.

    „Wir haben ein Unterwasser-Wunderland vorgefunden, einen unglaublichen Skulpturengarten aus verbogenen F-1-Motoren, die die Geschichte eines feurigen und gewaltsamen Endes erzählen“, schwärmte Raumfahrt-Enthusiast Bezos. Etwas nüchterner sah es Nasa-Chef Charles Bolden, der von einem bedeutenden historischen Fund sprach. Quelle: Reuters
  • Eine Schiffsexpedition unter Leitung von Bezos bringt die Fundstücke nun nach Cape Canaveral im US-Staat Florida. Die Triebwerke sollen dort später ausgestellt werden.

    Eine Schiffsexpedition unter Leitung von Bezos bringt die Fundstücke nun nach Cape Canaveral im US-Staat Florida. Die Triebwerke sollen dort später ausgestellt werden. Quelle: Reuters
  • 15. März 2013: Ein Blick in die stürmische Jugend des Universums

    Bereits vor der offiziellen Inbetriebnahme lieferte das Alma-Teleskop bahnbrechende Ergebnisse: Unzählige Sterne sind einer Studie zufolge deutlich früher entstanden als bislang angenommen. Nach Erkenntnissen eines internationalen Forscherteams gab es die heftigsten Sternentstehungsausbrüche in der Geschichte des Universums, sogenannte Starbursts, größtenteils bereits vor etwa zwölf Milliarden Jahren. „Das ist nur zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall und eine Milliarde Jahre früher als bislang angenommen“, sagte der Leiter des Teams, Axel Weiß vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Die Erkenntnisse präsentieren die Forscher in der Fachzeitschrift „Nature“ und dem „Astrophysical Journal“.

    15. März 2013: Ein Blick in die stürmische Jugend des UniversumsBereits vor der offiziellen Inbetriebnahme lieferte das Alma-Teleskop bahnbrechende Ergebnisse: Unzählige Sterne sind einer Studie zufolge deutlich früher entstanden als bislang angenommen. Nach Erkenntnissen eines internationalen Forscherteams gab es die heftigsten Sternentstehungsausbrüche in der Geschichte des Universums, sogenannte Starbursts, größtenteils bereits vor etwa zwölf Milliarden Jahren. „Das ist nur zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall und eine Milliarde Jahre früher als bislang angenommen“, sagte der Leiter des Teams, Axel Weiß vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Die Erkenntnisse präsentieren die Forscher in der Fachzeitschrift „Nature“ und dem „Astrophysical Journal“. Quelle: dpa
  • Die Einblicke in die „stürmische Jugendphase des Universums“ bekamen die Forscher durch das Riesen-Teleskop „Alma“ in der chilenischen Atacamawüste - und das schon vor dessen offizieller Inbetriebnahme am Mittwoch. Bei der Entdeckung waren nach Angaben der Wissenschaftler erst 16 der insgesamt 66 Teleskope in Betrieb. „Da kann man sich ungefähr vorstellen, was "Alma" in Zukunft noch leisten kann“, sagte Weiß.

    Die Einblicke in die „stürmische Jugendphase des Universums“ bekamen die Forscher durch das Riesen-Teleskop „Alma“ in der chilenischen Atacamawüste - und das schon vor dessen offizieller Inbetriebnahme am Mittwoch. Bei der Entdeckung waren nach Angaben der Wissenschaftler erst 16 der insgesamt 66 Teleskope in Betrieb. „Da kann man sich ungefähr vorstellen, was "Alma" in Zukunft noch leisten kann“, sagte Weiß. Quelle: Reuters
  • „Alma“ („Atacama Large Millimeter/submillimeter Array“), an dem die Europäische Südsternwarte (Eso) beteiligt ist, ist das derzeit größte und mit mehr als einer Milliarde Euro auch das teuerste Projekt der bodengebundenen Astronomie. Es besteht aus 66 Teleskopen, die eng nebeneinandergestellt in etwa die Fläche eines Fußballfeldes haben. „Alma“ misst Radiowellen im Millimeterbereich und sogar darunter. Die Millimeterwellen sind besonders gut geeignet, ausgedehnte Gas- und Staubwolken zu durchdringen.

    „Alma“ („Atacama Large Millimeter/submillimeter Array“), an dem die Europäische Südsternwarte (Eso) beteiligt ist, ist das derzeit größte und mit mehr als einer Milliarde Euro auch das teuerste Projekt der bodengebundenen Astronomie. Es besteht aus 66 Teleskopen, die eng nebeneinandergestellt in etwa die Fläche eines Fußballfeldes haben. „Alma“ misst Radiowellen im Millimeterbereich und sogar darunter. Die Millimeterwellen sind besonders gut geeignet, ausgedehnte Gas- und Staubwolken zu durchdringen. Quelle: dpa
  • Die vor Grönland gelegene Ellesmere-Insel ist nicht gerade ein Naturparadies. Große Teile der rund 200.000 Quadratkilometer großen Insel sind von Gletschern bedeckt, der Rest ist baumlose Tundra, wo sich allenfalls Polarfuchs und Schneehase "Gute Nacht" sagen.

    Vor 3,5 Millionen Jahren war diese arktische Einöde jedoch mit dichten Wäldern bedeckt. Und dort, so haben kanadische Forscher jetzt entdeckt, hausten die Urahnen der heutigen Kamele – mächtige Tiere, rund 30 Prozent größer als ihre heutigen Nachfahren.

    Die vor Grönland gelegene Ellesmere-Insel ist nicht gerade ein Naturparadies. Große Teile der rund 200.000 Quadratkilometer großen Insel sind von Gletschern bedeckt, der Rest ist baumlose Tundra, wo sich allenfalls Polarfuchs und Schneehase "Gute Nacht" sagen. Vor 3,5 Millionen Jahren war diese arktische Einöde jedoch mit dichten Wäldern bedeckt. Und dort, so haben kanadische Forscher jetzt entdeckt, hausten die Urahnen der heutigen Kamele – mächtige Tiere, rund 30 Prozent größer als ihre heutigen Nachfahren. Quelle: Martin Lipman/Canadian Museum of Nature
  • Die Forscher analysierten Knochen-Fossilien, die im Geröll der Insel in der kanadischen Arktis gefunden wurden. Die darin enthaltenen Proteine beweisen, dass der Knochen von einem Kamel stammt. Das Ellesmere-Kamel sei das nördlichste bekannte Exemplar dieser Art, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde.

    Die Forscher analysierten Knochen-Fossilien, die im Geröll der Insel in der kanadischen Arktis gefunden wurden. Die darin enthaltenen Proteine beweisen, dass der Knochen von einem Kamel stammt. Das Ellesmere-Kamel sei das nördlichste bekannte Exemplar dieser Art, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde. Quelle: Martin Lipman/Canadian Museum of Nature
  • Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass der Urgroßvater der heutigen Kamele nicht aus der Sahara, dem Persischen Golf oder aus Asien stammte, sondern aus Nordamerika. Von dort, so die Forscher, gelangte ein Teil der Urkamele nach Asien - über die Beringstraße, die seinerzeit eine schmale Landbrücke bildete. Später entstanden dann durch Mutationen neue Kamelarten, aus denen schließlich die heutigen Tiere hervorgingen.

    Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass der Urgroßvater der heutigen Kamele nicht aus der Sahara, dem Persischen Golf oder aus Asien stammte, sondern aus Nordamerika. Von dort, so die Forscher, gelangte ein Teil der Urkamele nach Asien - über die Beringstraße, die seinerzeit eine schmale Landbrücke bildete. Später entstanden dann durch Mutationen neue Kamelarten, aus denen schließlich die heutigen Tiere hervorgingen. Quelle: Julius Csotonyi/Canadian Museum of Nature
  • 1. März 2013: Ein Riese wird geboren

    Nur 335 Lichtjahre von uns entfernt liegt der junge Stern HD 100546 – nach kosmischen Maßstäben also gleich um die Ecke. Seit langem vermuten Astronomen, dass er von einem riesigen Planeten umkreist wird. Jetzt haben Forscher der ETH Zürich Hinweise gefunden, dass gerade ein weiterer Planetengigant in der Umgebung des Sterns entsteht: Ein Gasriese ähnlich Jupiter, dem größten Planeten unseres Sonnensystems.

    1. März 2013: Ein Riese wird geborenNur 335 Lichtjahre von uns entfernt liegt der junge Stern HD 100546 – nach kosmischen Maßstäben also gleich um die Ecke. Seit langem vermuten Astronomen, dass er von einem riesigen Planeten umkreist wird. Jetzt haben Forscher der ETH Zürich Hinweise gefunden, dass gerade ein weiterer Planetengigant in der Umgebung des Sterns entsteht: Ein Gasriese ähnlich Jupiter, dem größten Planeten unseres Sonnensystems. Quelle: ESO/L. Calçada
  • Riesenplaneten wachsen, indem sie einen Teil des Gases und Staubes einfangen, das bei der Bildung des Zentralsterns übrigbleibt. In einer neuen Aufnahme der Staubscheibe, die HD 100546 umgibt, haben die Astronomen Belege für diese Hypothese gefunden.

    Nahe am Protoplaneten konnten sie im Staub Strukturen entdecken, die auf Wechselwirkungen zwischen dem Planeten und der Scheibe zurückgehen könnten. Außerdem scheint der Protoplanet seine Umgebung durch seinen Entstehungsprozess aufzuheizen.

    Die Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble zeigt den Staub in den äußeren Bereichen des HD 100546-Systems im sichtbaren Licht. Die Position des neuentdeckten Protoplaneten ist rot markiert.

    Riesenplaneten wachsen, indem sie einen Teil des Gases und Staubes einfangen, das bei der Bildung des Zentralsterns übrigbleibt. In einer neuen Aufnahme der Staubscheibe, die HD 100546 umgibt, haben die Astronomen Belege für diese Hypothese gefunden. Nahe am Protoplaneten konnten sie im Staub Strukturen entdecken, die auf Wechselwirkungen zwischen dem Planeten und der Scheibe zurückgehen könnten. Außerdem scheint der Protoplanet seine Umgebung durch seinen Entstehungsprozess aufzuheizen. Die Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble zeigt den Staub in den äußeren Bereichen des HD 100546-Systems im sichtbaren Licht. Die Position des neuentdeckten Protoplaneten ist rot markiert. Quelle: ESO/NASA/ESA/Ardila et al.
  • Auf die Spur des Planeten kamen die Forscher, als sie HD 100546 mit einer speziellen Optik des Very Large Telescope (VLT) der europäischen Südsternwarte ESO beobachteten. Sie blendete das gleißend helle Licht des Sterns aus, das ansonsten alles überstrahlen würde, und machte den Protoplaneten als schwachen Lichtfleck erkennbar.

    Für die Forschung ist der Fund ein echter Glücksfall. Bislang sind Astronomen zur Erforschung der Planetenentstehung auf Computersimulationen angewiesen. Mit der Entdeckung eines Planeten noch in der „Kinderstube“ haben sie nun einzigartiges Laboratorium zur Entstehung von Sonnensystemen tief im All gefunden.

    Das VLT-Bild zeigt den jungen Planeten als rötlichen Lichtfleck. Die dunkle Scheibe unten im Bild verdeckt das Licht des Zentralsterns.

    Auf die Spur des Planeten kamen die Forscher, als sie HD 100546 mit einer speziellen Optik des Very Large Telescope (VLT) der europäischen Südsternwarte ESO beobachteten. Sie blendete das gleißend helle Licht des Sterns aus, das ansonsten alles überstrahlen würde, und machte den Protoplaneten als schwachen Lichtfleck erkennbar. Für die Forschung ist der Fund ein echter Glücksfall. Bislang sind Astronomen zur Erforschung der Planetenentstehung auf Computersimulationen angewiesen. Mit der Entdeckung eines Planeten noch in der „Kinderstube“ haben sie nun einzigartiges Laboratorium zur Entstehung von Sonnensystemen tief im All gefunden. Das VLT-Bild zeigt den jungen Planeten als rötlichen Lichtfleck. Die dunkle Scheibe unten im Bild verdeckt das Licht des Zentralsterns. Quelle: ESO
  • 22. Februar 2013: Alkohol-Exzesse im Fliegenkäfig

    Um ihren Nachwuchs vor gefährlichen Parasiten zu schützen, setzen Fruchtfliegen der Art Drosophila melanogaster auf  Alkohol. Sie legen ihre Eier bevorzugt in alkoholhaltigem Futter ab, wenn gefährliche Wespen in der Nähe sind. Fressen die geschlüpften Larven das Futter, tötet der Alkohol den Wespennachwuchs ab, der sonst in ihrem Inneren heranwachsen und sie quasi als Lebendfutter benutzen würde.

    Bild: Fliegenkäfig mit alkoholischer (rot) und nicht-alkoholischer Nährlösung.

    22. Februar 2013: Alkohol-Exzesse im FliegenkäfigUm ihren Nachwuchs vor gefährlichen Parasiten zu schützen, setzen Fruchtfliegen der Art Drosophila melanogaster auf  Alkohol. Sie legen ihre Eier bevorzugt in alkoholhaltigem Futter ab, wenn gefährliche Wespen in der Nähe sind. Fressen die geschlüpften Larven das Futter, tötet der Alkohol den Wespennachwuchs ab, der sonst in ihrem Inneren heranwachsen und sie quasi als Lebendfutter benutzen würde. Bild: Fliegenkäfig mit alkoholischer (rot) und nicht-alkoholischer Nährlösung. Quelle: Todd Schlenke
  • Forscher der Emory-Universität in Atlanta (US-Staat Georgia) ließen in einem Experiment weiblichen Fliegen die Wahl zwischen einer alkoholfreien (rot) und einer alkoholhaltigen Ablagestelle für ihre Eier. Normalerweise bevorzugen die Fruchtfliegen das alkoholfreie Larvenfutter.

    Befanden sich allerdings weibliche parasitäre Wespen (Leptopilina heterotoma) in der Nähe, wählten die Fliegen das alkoholhaltige Futter für ihren Nachwuchs. Die Wespen-Weibchen legen ihre Eier normalerweise in den Larven der Fruchtfliegen ab, wo sie dann heranwachsen.

    Forscher der Emory-Universität in Atlanta (US-Staat Georgia) ließen in einem Experiment weiblichen Fliegen die Wahl zwischen einer alkoholfreien (rot) und einer alkoholhaltigen Ablagestelle für ihre Eier. Normalerweise bevorzugen die Fruchtfliegen das alkoholfreie Larvenfutter. Befanden sich allerdings weibliche parasitäre Wespen ( Leptopilina heterotoma) in der Nähe, wählten die Fliegen das alkoholhaltige Futter für ihren Nachwuchs. Die Wespen-Weibchen legen ihre Eier normalerweise in den Larven der Fruchtfliegen ab, wo sie dann heranwachsen. Quelle: dpa
  • Die Prophylaxe zahlte sich aus: In Anwesenheit der Wespen hatte der alkoholversorgte Nachwuchs bessere Überlebenschancen als „nüchterne“ Artgenossen, berichten die Wissenschaftler weiter.

    Ganz spurlos geht der Exzess im Fliegenkäfig an den Larven allerdings nicht vorbei, denn auch sie werden von dem Alkohol geschädigt, wenn auch weniger stark als der Wespennachwuchs. Das erklärt, warum die Fliegen normalerweise eine Umgebung ohne Alkohol bevorzugen.

    Die Prophylaxe zahlte sich aus: In Anwesenheit der Wespen hatte der alkoholversorgte Nachwuchs bessere Überlebenschancen als „nüchterne“ Artgenossen, berichten die Wissenschaftler weiter. Ganz spurlos geht der Exzess im Fliegenkäfig an den Larven allerdings nicht vorbei, denn auch sie werden von dem Alkohol geschädigt, wenn auch weniger stark als der Wespennachwuchs. Das erklärt, warum die Fliegen normalerweise eine Umgebung ohne Alkohol bevorzugen. Quelle: Todd Schlenke
  • 15. Februar 2012: Schildkröte Yu kann wieder schwimmen

    Mehr als ein paar Flossenstummel hatte die etwa 25-jährige Schildkröte Yu nicht mehr, nachdem sie von einem Hai angegriffen worden war. Das Aquarium im japanischen Kobe half Yu aus der Klemme: Mit einer Prothesen-Weste.

    15. Februar 2012: Schildkröte Yu kann wieder schwimmenMehr als ein paar Flossenstummel hatte die etwa 25-jährige Schildkröte Yu nicht mehr, nachdem sie von einem Hai angegriffen worden war. Das Aquarium im japanischen Kobe half Yu aus der Klemme: Mit einer Prothesen-Weste. Quelle: AFP
  • Bis Yu aber wieder das Becken unsicher machen konnte, waren einige Versuche nötig. Nach mehreren gescheiterten Entwürfen fanden die Mitarbeiter eine praxistaugliche Konstruktion. Die Gummiflossen, sind an einer Art Weste befestigt, die über den Panzer gespannt ist.

    Bis Yu aber wieder das Becken unsicher machen konnte, waren einige Versuche nötig. Nach mehreren gescheiterten Entwürfen fanden die Mitarbeiter eine praxistaugliche Konstruktion. Die Gummiflossen, sind an einer Art Weste befestigt, die über den Panzer gespannt ist. Quelle: AFP
  • Nach Angaben des Direktors des Suma Aqualife Park, Naoki Kamezaki, ist Kobe der einzige Meereszoo, dem es bislang gelungen ist, eine Prothese für Schildkröten zu bauen. Das hat allerdings eine Weile gedauert: Bereits vor fünf Jahren zog ein Fischer Yu aus seinem Netz.

    Nach Angaben des Direktors des Suma Aqualife Park, Naoki Kamezaki, ist Kobe der einzige Meereszoo, dem es bislang gelungen ist, eine Prothese für Schildkröten zu bauen. Das hat allerdings eine Weile gedauert: Bereits vor fünf Jahren zog ein Fischer Yu aus seinem Netz. Quelle: AFP
  • Ohne die Prothesen konnte die ungefähr 100 Kilogramm schwere Schildkröte nur etwa halb so schnell schwimmen wie normal. Mit der Prothese ist kein Unterschied zu ihren Artgenossen feststellbar.

    Ohne die Prothesen konnte die ungefähr 100 Kilogramm schwere Schildkröte nur etwa halb so schnell schwimmen wie normal. Mit der Prothese ist kein Unterschied zu ihren Artgenossen feststellbar. Quelle: AFP
  • Manche sehen aus wie kleine Sternchen, andere ähneln löchrigem Käse, wieder andere erinnern an winzige Muscheln: Amphisteginen sind extrem häufig und außerordentlich formenreich. Sie leben auf dem Meeresboden in den Tropen und Subtropen, sind von einer Kalkschale umgeben und werden nicht einmal so groß wie ein Sandkorn.

    Manche sehen aus wie kleine Sternchen, andere ähneln löchrigem Käse, wieder andere erinnern an winzige Muscheln: Amphisteginen sind extrem häufig und außerordentlich formenreich. Sie leben auf dem Meeresboden in den Tropen und Subtropen, sind von einer Kalkschale umgeben und werden nicht einmal so groß wie ein Sandkorn. Quelle: Martin Langer/Uni Bonn
  • Trotzdem sind die Winzlinge zu enormen Leistungen fähig: Sie produzieren pro Jahr mit ihren Schalen bis zu zwei Kilogramm Kalk pro Quadratmeter Meeresboden. Damit sind sie nach den Korallen die wichtigsten Sedimentproduzenten in tropischen Riffen.

    Anders als Korallen leiden die Amphisteginen allerdings nicht unter den Folgen des Klimawandels, im Gegenteil: Die Winzlinge gehören sogar zu den Profiteuren der globalen Klimaveränderung, da ihnen steigende Wassertemperaturen nichts ausmachen.

    Trotzdem sind die Winzlinge zu enormen Leistungen fähig: Sie produzieren pro Jahr mit ihren Schalen bis zu zwei Kilogramm Kalk pro Quadratmeter Meeresboden. Damit sind sie nach den Korallen die wichtigsten Sedimentproduzenten in tropischen Riffen. Anders als Korallen leiden die Amphisteginen allerdings nicht unter den Folgen des Klimawandels, im Gegenteil: Die Winzlinge gehören sogar zu den Profiteuren der globalen Klimaveränderung, da ihnen steigende Wassertemperaturen nichts ausmachen. Quelle: Martin Langer/Uni Bonn
  • Fossilienfunde belegen: Immer wenn in der Erdgeschichte der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre erheblich höher und die Ozeane deutlich wärmer waren, entwickelten sich die Winzlinge zum häufigsten Kalkproduzenten in den Riffen.

    Wie Wissenschaftler der Universität Bonn berechneten, dürften sich Amphisteginen unter dem Einfluss der globalen Erwärmung in den kommenden Jahrzehnten weiter über die Meere ausbreiten. Da ihre Kalkschalen zur Stabilisierung gefährdeter Küsten und Riffe beitragen, sehen die Forscher in ihnen wichtige Helfer bei den Bemühungen, die Folgen des Klimawandels für die marinen Ökosysteme künftig abzumildern.

    Fossilienfunde belegen: Immer wenn in der Erdgeschichte der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre erheblich höher und die Ozeane deutlich wärmer waren, entwickelten sich die Winzlinge zum häufigsten Kalkproduzenten in den Riffen. Wie Wissenschaftler der Universität Bonn berechneten, dürften sich Amphisteginen unter dem Einfluss der globalen Erwärmung in den kommenden Jahrzehnten weiter über die Meere ausbreiten. Da ihre Kalkschalen zur Stabilisierung gefährdeter Küsten und Riffe beitragen, sehen die Forscher in ihnen wichtige Helfer bei den Bemühungen, die Folgen des Klimawandels für die marinen Ökosysteme künftig abzumildern. Quelle: dpa
  • 1. Februar 2013: Ein schwarzes Loch wird gewogen

    Wie wiegt man etwas, das sich jeder direkten Beobachtung entzieht? Astronomen der Europäischen Südsternwarte Eso haben eine Antwort auf diese Frage gefunden: Mit einem neu entwickelten Verfahren gelang es ihnen, die Masse eines schwarzen Lochs in der Galaxie NGC 4526 (Bild) zu bestimmen: Es kommt demnach auf beeindruckende 500 Millionen Sonnenmassen.

    1. Februar 2013: Ein schwarzes Loch wird gewogenWie wiegt man etwas, das sich jeder direkten Beobachtung entzieht? Astronomen der Europäischen Südsternwarte Eso haben eine Antwort auf diese Frage gefunden: Mit einem neu entwickelten Verfahren gelang es ihnen, die Masse eines schwarzen Lochs in der Galaxie NGC 4526 (Bild) zu bestimmen: Es kommt demnach auf beeindruckende 500 Millionen Sonnenmassen. Quelle: Nasa/Esa/Timothy A. Davis
  • Als „Waage“ benutzten die Astronomen die Bewegung von molekularem Gas, in diesem Fall Kohlenmonoxid, das um das schwarze Loch herumwirbelt. Aus der Geschwindigkeit der Gaswolken lassen sich Rückschlüsse auf die Masse der Schwerkraftfalle ziehen. Auf ähnliche Art haben Astronomen auch früher bereits schwarze Löcher gewogen. Allerdings funktionierte dies bislang nur bei wenigen Arten von Galaxien.

    Bild: Künstlerische Darstellung eines schwarzen Lochs im Zentrum einer Galaxie.

    Als „Waage“ benutzten die Astronomen die Bewegung von molekularem Gas, in diesem Fall Kohlenmonoxid, das um das schwarze Loch herumwirbelt. Aus der Geschwindigkeit der Gaswolken lassen sich Rückschlüsse auf die Masse der Schwerkraftfalle ziehen. Auf ähnliche Art haben Astronomen auch früher bereits schwarze Löcher gewogen. Allerdings funktionierte dies bislang nur bei wenigen Arten von Galaxien. Bild: Künstlerische Darstellung eines s chwarzen Lochs im Zentrum einer Galaxie. Quelle: Nasa/JPL-Caltech
  • Über die Beobachtung des molekularen Gases können nun sehr viel mehr Typen von Galaxien untersucht werden. Die Forscher erwarten, dass sich mit ihrem Verfahren die Masse von großen schwarzen Löchern in hunderten Galaxien unserer erweiterten kosmischen Nachbarschaft bestimmen lassen. Ein wichtiger Schritt, um in Zukunft mehr über die Entwicklung von schwarzen Löchern und den sie umgebenden Galaxien zu erfahren.

    Bild: Das Carma-Teleskop in den Inyo Mountains (US-Bundesstaat Kalifornien), eines der von den Forschern benutzten Beobachtungsinstrumente.

    Über die Beobachtung des molekularen Gases können nun sehr viel mehr Typen von Galaxien untersucht werden. Die Forscher erwarten, dass sich mit ihrem Verfahren die Masse von großen schwarzen Löchern in hunderten Galaxien unserer erweiterten kosmischen Nachbarschaft bestimmen lassen. Ein wichtiger Schritt, um in Zukunft mehr über die Entwicklung von schwarzen Löchern und den sie umgebenden Galaxien zu erfahren. Bild: Das Carma-Teleskop in den Inyo Mountains (US-Bundesstaat Kalifornien), eines der von den Forschern benutzten Beobachtungsinstrumente. Quelle: Timothy A. Davis
  • 25. Januar 2013: Zwischen Mist und Milchstraße

    Das Leben eines Mistkäfers spielt sich üblicherweise am oder im Boden ab. Abgesehen von kleineren Ausflügen auf die Oberseite einer Dungkugel oder einem kurzen Flug in Bodennähe ist der Luftraum dem auch als „Pillendreher“ bekannten Insekt eher fremd. Mit einer Ausnahme: Wenn es gilt, die geliebte Dungkugel möglichst rasch in Sicherheit zu bringen, lässt sich der Mistkäfer gerne vom Himmel helfen, wie Wissenschaftler aus Schweden und Südafrika ermittelten.

    25. Januar 2013: Zwischen Mist und MilchstraßeDas Leben eines Mistkäfers spielt sich üblicherweise am oder im Boden ab. Abgesehen von kleineren Ausflügen auf die Oberseite einer Dungkugel oder einem kurzen Flug in Bodennähe ist der Luftraum dem auch als „Pillendreher“ bekannten Insekt eher fremd. Mit einer Ausnahme: Wenn es gilt, die geliebte Dungkugel möglichst rasch in Sicherheit zu bringen, lässt sich der Mistkäfer gerne vom Himmel helfen, wie Wissenschaftler aus Schweden und Südafrika ermittelten. Quelle: Emily Baird
  • Die Forscher setzten einige Pillendreher in einer sternenklaren Nacht in eine kleine Freilandarena. Einigen Exemplaren hatten die Forscher Kappen aufgesetzt, so dass von oben kein Licht in ihre Augen fiel. Diese Käfer rollten ihre Kugeln nun in Schlangenlinien durch die Arena, während die Käfer, die den Himmel sehen konnten, halbwegs gerade von der Mitte der Arena zum Rand liefen. Damit lag die Vermutung nahe, dass die Käfer Sternenlicht zur Orientierung nutzen.

    Die Forscher setzten einige Pillendreher in einer sternenklaren Nacht in eine kleine Freilandarena. Einigen Exemplaren hatten die Forscher Kappen aufgesetzt, so dass von oben kein Licht in ihre Augen fiel. Diese Käfer rollten ihre Kugeln nun in Schlangenlinien durch die Arena, während die Käfer, die den Himmel sehen konnten, halbwegs gerade von der Mitte der Arena zum Rand liefen. Damit lag die Vermutung nahe, dass die Käfer Sternenlicht zur Orientierung nutzen. Quelle: Marcus Byrne
  • Um zu untersuchen, welches Sternenlicht den Käfern den Weg weist, wiederholten die Forscher den Versuch im Planetarium von Johannesburg. Die Versuche zeigten eindeutig, dass die Käfer sich in mondlosen Nächten nicht an einzelnen Leitsternen orientieren, sondern an der Milchstraße insgesamt. Der Mistkäfer ist das erste Insekt, bei dem Forscher diese Art der Orientierung nachweisen konnten.

    Das Licht unserer Heimatgalaxie hilft den Käfern dabei, die Kotkugeln, die ihnen und ihrem Nachwuchs als Nahrung dienen, möglichst schnurgerade von einem Dunghaufen wegzurollen. Würden sie versehentlich dorthin zurücklaufen, bestünde die Gefahr, dass Artgenossen ihnen die lebenswichtige Kugel streitig machen.

    Um zu untersuchen, welches Sternenlicht den Käfern den Weg weist, wiederholten die Forscher den Versuch im Planetarium von Johannesburg. Die Versuche zeigten eindeutig, dass die Käfer sich in mondlosen Nächten nicht an einzelnen Leitsternen orientieren, sondern an der Milchstraße insgesamt. Der Mistkäfer ist das erste Insekt, bei dem Forscher diese Art der Orientierung nachweisen konnten. Das Licht unserer Heimatgalaxie hilft den Käfern dabei, die Kotkugeln, die ihnen und ihrem Nachwuchs als Nahrung dienen, möglichst schnurgerade von einem Dunghaufen wegzurollen. Würden sie versehentlich dorthin zurücklaufen, bestünde die Gefahr, dass Artgenossen ihnen die lebenswichtige Kugel streitig machen. Quelle: picture-alliance
  • 18. Januar 2013: Was weiß der Frosch vom Fliegen?

    Gäbe es für Frösche Schuhgrößen, wäre er wohl unter den Rekordhaltern. Doch es ist weniger die schiere Größe der Füße von Rhacophorus helenae, die uns staunen lässt, sondern die Art der Fortbewegung, die sie dem Tier ermöglicht.

    18. Januar 2013: Was weiß der Frosch vom Fliegen?Gäbe es für Frösche Schuhgrößen, wäre er wohl unter den Rekordhaltern. Doch es ist weniger die schiere Größe der Füße von Rhacophorus helenae, die uns staunen lässt, sondern die Art der Fortbewegung, die sie dem Tier ermöglicht. Quelle: Reuters
  • Der jüngst von australischen Forschern in Vietnam entdeckte Frosch nutzt seine Gehwerkzeuge nämlich unter anderem, um von Baum zu Baum durch die Luft zu gleiten. Wobei die Schwimmhäute zwischen den Zehen sowie zusätzliche Hautlappen an den Beinen zum Gleitschirm werden. Rhacophorus helenae gehört zu den rund 80 Arten von fliegenden Fröschen, die weltweit bekannt sind.

    Der jüngst von australischen Forschern in Vietnam entdeckte Frosch nutzt seine Gehwerkzeuge nämlich unter anderem, um von Baum zu Baum durch die Luft zu gleiten. Wobei die Schwimmhäute zwischen den Zehen sowie zusätzliche Hautlappen an den Beinen zum Gleitschirm werden. Rhacophorus helenae gehört zu den rund 80 Arten von fliegenden Fröschen, die weltweit bekannt sind. Quelle: Reuters
  • Entdeckt wurde die neue Art von der australischen Forscherin Jodi Rowley – und das gleich zweimal: 2009 hatte sie ein Exemplar in einem Wald in der Nähe von Ho-Chi-Minh-Stadt beobachtet, es jedoch für eine bekannte Art gehalten. Erst als sie ein weiteres Tier nun bei einer erneuten Reise in Vietnam wiedersah, realisierte sie, dass es sich um eine neue Art handelt.

    Die Benennung ihrer Neuentdeckung machte Rowley zur Familiensache: Sie benannte die Frösche nach ihrer Mutter Helen. Rhacophorus helenae bedeutet übersetzt „Helens fliegender Frosch“.

    Entdeckt wurde die neue Art von der australischen Forscherin Jodi Rowley – und das gleich zweimal: 2009 hatte sie ein Exemplar in einem Wald in der Nähe von Ho-Chi-Minh-Stadt beobachtet, es jedoch für eine bekannte Art gehalten. Erst als sie ein weiteres Tier nun bei einer erneuten Reise in Vietnam wiedersah, realisierte sie, dass es sich um eine neue Art handelt. Die Benennung ihrer Neuentdeckung machte Rowley zur Familiensache: Sie benannte die Frösche nach ihrer Mutter Helen. Rhacophorus helenae bedeutet übersetzt „Helens fliegender Frosch“. Quelle: Reuters
  • 11. Januar 2013: Ein Elefant aus Bayern

    Dass Bayern vor zwölf Millionen Jahren Elefantenland war, wissen Forscher spätestens seit der Entdeckung dieses eindrucksvollen Fossils eines Ur-Elefanten der Gattung Gomphotherium. Die bis zu drei Meter großen und vier bis fünf Tonnen schweren Tiere lebten fast bis zum Ende der letzten Eiszeit in vielen Regionen der Welt. Doch nur in Bayern konnte bislang ein vollständiges Gomphotherium-Skelett entdeckt werden.

    11. Januar 2013: Ein Elefant aus BayernDass Bayern vor zwölf Millionen Jahren Elefantenland war, wissen Forscher spätestens seit der Entdeckung dieses eindrucksvollen Fossils eines Ur-Elefanten der Gattung Gomphotherium. Die bis zu drei Meter großen und vier bis fünf Tonnen schweren Tiere lebten fast bis zum Ende der letzten Eiszeit in vielen Regionen der Welt. Doch nur in Bayern konnte bislang ein vollständiges Gomphotherium-Skelett entdeckt werden. Quelle: dpa
  • Es ist diese Vollständigkeit, die von der Paläontologischen Gesellschaft in Frankfurt/Main jetzt mit der Auszeichnung „Fossil des Jahres 2013“ belohnt wurde. In der langen Liste von „Jahreswesen“ ein noch vergleichsweise junger Titel: Er wird seit 2008 vergeben.

    Verdient hat ihn Bayerns schönster Elefant allemal. „Das Gomphotherium ist ein sehr wichtiges Referenzstück, um den Ablauf der Erdgeschichte zu verdeutlichen“, so Gertrud Rößner, Konservatorin des Paläontologische Museums München, das den kostbaren Fund in Verwahrung hat.

    Es ist diese Vollständigkeit, die von der Paläontologischen Gesellschaft in Frankfurt/Main jetzt mit der Auszeichnung „Fossil des Jahres 2013“ belohnt wurde. In der langen Liste von „Jahreswesen“ ein noch vergleichsweise junger Titel: Er wird seit 2008 vergeben. Verdient hat ihn Bayerns schönster Elefant allemal. „Das Gomphotherium ist ein sehr wichtiges Referenzstück, um den Ablauf der Erdgeschichte zu verdeutlichen“, so Gertrud Rößner, Konservatorin des Paläontologische Museums München, das den kostbaren Fund in Verwahrung hat. Quelle: Charles R. Knight/American Museum Natural History
  • Entdeckt wurde das Skelett des Ur-Elefanten 1971 in der Nähe von Gweng (Kreis Mühldorf am Inn). Ein Hobbyangler sah den Schädel im Inn liegen. Da das Skelett zum Teil unter Wasser lag, war es von der Strömung schon leicht beschädigt.

    Im Paläontologischen Museum steht heute nur ein Abguss der ursprünglichen Knochen. Bei der offiziellen Präsentation der Auszeichnung können die geladenen Gäste allerdings einen Blick auf die Originalknochen werfen.

    Entdeckt wurde das Skelett des Ur-Elefanten 1971 in der Nähe von Gweng (Kreis Mühldorf am Inn). Ein Hobbyangler sah den Schädel im Inn liegen. Da das Skelett zum Teil unter Wasser lag, war es von der Strömung schon leicht beschädigt. Im Paläontologischen Museum steht heute nur ein Abguss der ursprünglichen Knochen. Bei der offiziellen Präsentation der Auszeichnung können die geladenen Gäste allerdings einen Blick auf die Originalknochen werfen. Quelle: dpa
  • 4. Januar 2013: Vestas dunkles Geheimnis

    Der Protoplanet Vesta hat eine bewegte Vergangenheit: Aufnahmen der NASA-Raumsonde Dawn, die Vesta ein Jahr lang begleitet hat, zeigen gewaltige Krater auf der Südseite des Himmelskörpers. Doch die gigantischen Meteoriteneinschläge, die diese Strukturen schufen, haben nicht nur die Form des Protoplaneten, sondern auch seine Zusammensetzung dauerhaft verändert.

    4. Januar 2013: Vestas dunkles GeheimnisDer Protoplanet Vesta hat eine bewegte Vergangenheit: Aufnahmen der NASA-Raumsonde Dawn, die Vesta ein Jahr lang begleitet hat, zeigen gewaltige Krater auf der Südseite des Himmelskörpers. Doch die gigantischen Meteoriteneinschläge, die diese Strukturen schufen, haben nicht nur die Form des Protoplaneten, sondern auch seine Zusammensetzung dauerhaft verändert. Quelle: dapd
  • Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau nahmen die auffälligen Helligkeitsunterschiede unter die Lupe, die auf den Dawn-Bildern erkennbar ist. Einige Bereiche auf dem Protoplaneten sind so weiß ist wie Schnee, andere schwarz wie Kohle. Das dunkle Material gruppiert sich in erster Linie um die Ränder von zwei großen Kratern auf der Südhalbkugel.

    Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau nahmen die auffälligen Helligkeitsunterschiede unter die Lupe, die auf den Dawn-Bildern erkennbar ist. Einige Bereiche auf dem Protoplaneten sind so weiß ist wie Schnee, andere schwarz wie Kohle. Das dunkle Material gruppiert sich in erster Linie um die Ränder von zwei großen Kratern auf der Südhalbkugel. Quelle: dapd
  • Der erste dieser gigantischen Einschläge ereignete sich vor etwa zwei bis drei Milliarden Jahren und führte zur Entstehung des heutigen Veneneia-Beckens (rote Linie). Der zweite Einschlag, in dessen Folge das riesige Rheasilvia-Becken (schwarze Linie) entstand, hat einen Teil dieses Materials dann später überdeckt.

    Der erste dieser gigantischen Einschläge ereignete sich vor etwa zwei bis drei Milliarden Jahren und führte zur Entstehung des heutigen Veneneia-Beckens (rote Linie). Der zweite Einschlag, in dessen Folge das riesige Rheasilvia-Becken (schwarze Linie) entstand, hat einen Teil dieses Materials dann später überdeckt. Quelle: © NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA