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Biologie: Forscher entschlüsseln den Riesenkalmar

Bisher haben sich die Riesenkalmare in der Tiefe der Meere vor der Forschung versteckt. Nun haben Biologen einen Blick auf das Erbgut der Tiere geworfen und den rätselhaften Wesen einige Geheimnisse entlocken können.

Riesenkalmar in einem Schaubecken des Ozeaneums in Stralsund. Noch ist wenig bekannt über diese Giganten der Tiefsee. Quelle: picture-alliance
Riesenkalmar in einem Schaubecken des Ozeaneums in Stralsund. Noch ist wenig bekannt über diese Giganten der Tiefsee. Quelle: picture-alliance

LondonRiesenkalmare sind offensichtlich Kosmopoliten der Meere: Wie genetische Untersuchungen nahe legen, lebt in den Ozeanen nur eine einzige Art dieser riesigen Tintenfische. Vermutlich treiben die Jungtiere mit den Meeresströmungen um den Globus, schreibt ein internationales Forscherteam in den „Proceedings B“ der britischen Royal Society.

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Riesenkalmare - oftmals fälschlicherweise als Riesenkraken bezeichnet - faszinieren Wissenschaftler und Laien gleichermaßen. In den Tiefen der Meere haben sie sich ihrer Erforschung bisher weitgehend entzogen. Meistens bekommen Wissenschaftler nur tote Exemplare in die Hände, die zum Beispiel an Strände gespült oder in den Mägen von Pottwalen gefunden werden. Erst 2004 gelang es erstmals, einen Riesenkalmar in seinem Lebensraum zu filmen.

Census of Marine Life Exoten der Tiefe

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Riesenkalmare kommen in allen Weltmeeren vor. Die Weibchen können bis zu 18 Metern lang werden, die Männchen sind etwas kleiner. Sie fressen Fische und kleinere Kopffüßer und werden selbst von Pottwalen gejagt. Oft zeugen kreisrunde Narben auf der Walhaut, verursacht von den Saugnäpfen der Kalmare, noch von den Kämpfen der beiden gigantischen Tiere.

Biologie

Vieles über die Biologie und Verbreitung der Riesenkalmare ist jedoch noch völlig unbekannt. Um das zu ändern, untersuchten die Forscher um Inger Winkelmann von der Universität Kopenhagen Proben von insgesamt 43 Riesenkalmaren, die aus unterschiedlichen Meeren stammten. Sie analysierten Erbgut aus den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen.