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Biosprit: Lufthansa fliegt mit Pflanzenöl und Schlachtabfällen

Für die Luftfahrtindustrie ist es schwer, alternative Treibstoffe zum Flugbenzin zu finden. Lufthansa fliegt bereits mit einem Pflanzen-Schlachtabfall-Gemisch. Doch auch andere Pflanzen könnten Kerosin ersetzen.

Nicht nur Lufthansa, auch AirFrance setzt bei manchen Airbus A321 auf Biosprit. Quelle: Reuters
Nicht nur Lufthansa, auch AirFrance setzt bei manchen Airbus A321 auf Biosprit. Quelle: Reuters

MünchenEinen Satz kennt Holger Kuhn nur zu gut: "Der letzte Tropfen Erdöl wird wohl in einer Flugzeugturbine verbrannt", zitiert der Luftfahrtforscher das Mantra seiner Branche. Anders als in der Autoindustrie ist es für die Luftfahrt viel schwieriger, alternative Treibstoffe zu finden. Dennoch läuft die Suche fieberhaft, weil mit Kerosin die Klimaziele nicht zu erfüllen sind. Experimentiert wird reichlich: Wasserstoff wurde getestet und verworfen - der Stoff ist kaum zu speichern.

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Anders sieht es bei Biotreibstoffen aus: Die Lufthansa füllt neuerdings Biosprit in einen Airbus A321 auf der Strecke Frankfurt-Hamburg. Der Treibstoff basiert auf der tropischen Energiepflanze Jatropha sowie auf Schlachtabfällen. Das Gemisch wird normal betankt und kann in einer gewöhnlichen Turbine problemlos verbrannt werden. Die Industrie bevorzugt solche "Drop-in"-Lösungen, weil die Umstellung vergleichsweise wenig kostet.

Biologen und Techniker haben eine Reihe weiterer Pflanzen ausgemacht, die künftig Kerosin ersetzen könnten. Von Zellulose über Palmöl bis zu Algen gibt es vielversprechende Versuche. Doch bis zur Massenanwendung ist es noch ein weiter Weg. "Die neuen Treibstoffe müssen in großer Menge produziert werden und dürfen nicht mit Nahrungsmitteln konkurrieren", sagt Kuhn.

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Dafür läuft im "Bauhaus Luftfahrt" derzeit eine einzigartige Untersuchung: Geologen summieren die weltweite Nutzfläche und ziehen davon die für den Anbau von Energiepflanzen nicht geeigneten Flächen ab. Das Resultat soll Aufschluss darüber geben, ob es möglich sein wird, eines Tages den gesamten Treibstoffbedarf des Luftverkehrs mit Energieplanzen zu ermöglichen.

Der Blick der Forscher richtet sich auch auf den Wettlauf in der Autoindustrie. "Wir profitieren von dieser Entwicklung", sagt Kuhn. Schließlich werden für Elektroautos Batterien entwickelt, deren Leistungsfähigkeit auch für die Luftfahrt interessant werden könnte. Zwar sind heutige Batterien weit davon entfernt, die Energiedichte von Kerosin zu erreichen. Doch ein Elektroantrieb würde immerhin das Gewicht schwerer Verbrennungsturbinen sparen. Zudem haben elektrische Systeme einen drei- bis viermal höheren Wirkungsgrad.

"Die Lücke schließt sich allmählich", sagt Kuhn. Es werde sehr bald möglich sein, ein Flugzeug zu konstruieren, dass rund 80 Menschen bis zu 1 000 Kilometer weit elektrisch transportieren kann. Das wäre der größte Durchbruch für den Luftverkehr seit Erfindung des Düsentriebwerks.

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