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Einmal Weltraum und zurück, bitte!

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Live-Videos aus dem All

Eine Milliarde Sterne soll die Esa-Sonde Gaia erfassen. Quelle: Esa
Eine Milliarde Sterne soll die Esa-Sonde Gaia erfassen. Quelle: Esa

Ein wenig können wir uns demnächst sogar alle wie Astronauten fühlen. Im Laufe des Jahres nämlich will das kanadische Startup Urthecast zwei Hightech-Webkameras an der Internationalen Raumstation ISS montieren – die dann Videobilder der Erde aus Satellitenperspektive ins Internet senden. Einem aktiven Vulkan auf Indonesien in den Schlund schauen oder dem Nachbarn in den Garten – bald alles kein Problem mehr.

Denn glaubt man den Ankündigungen des Startups, dann wird das neue Angebot so etwas wie ein Google Earth in Bewegtbildern: Auf einem Webportal können Nutzer neueste Videoaufnahmen von großen Teilen der Erde auf einer Karte anwählen und dann anschauen. Sogar Hineinzoomen soll möglich sein, so dass Objekte bis zu einem Meter Durchmesser sichtbar werden.

Zwar landen die Videos mit zwei bis drei Stunden Verzögerung im Netz, weil die Aufnahmen immer erst zu einer von zehn Bodenstationen gefunkt werden müssen. Doch weltweit wichtige Ereignisse wie Sportevents oder Naturkatastrophen sollen als Video-Aufzeichnung schnell auffindbar sein und sich in sozialen Netzwerken teilen lassen. Und wer mal eben nahezu live über Paris fliegen möchte, kann das bald tun.

Ein kosmischer Brocken verfehlt nur knapp die Erde

Live-Videos aus dem All – das wird nicht die einzige spannende Neuerung aus der Raumfahrt sein, die das Jahr 2013 bringt. Auf dem Fahrplan der staatlichen Raumfahrtagenturen und zahlreicher privater Raumfahrtunternehmen stehen dutzende neue Missionen und Testflüge: Sonden, die zum Mars aufbrechen, ein Rover auf dem Mond und der Test der größten Rakete der Welt sind nur einige Highlights. Es wird ein außergewöhnlich spannendes Raumfahrtjahr.

Am 15. Februar heißt es aber erst einmal tief durchatmen, denn die Erde erhält besonderen Besuch aus dem All: Der Asteroid 2012 DA14 wird im Abstand von nur rund 24.000 Kilometern an unserem Planeten vorbeifliegen. Das ist bereits innerhalb des so genannten geostationären Orbits in 35.800 Kilometern Höhe, wo zum Beispiel die Fernsehsatelliten ihre Kreise ziehen.

Mit einem Durchmesser von 44 Metern könnte der Brocken beim Aufschlag auf der Erde eine Explosionskraft von 2,4 Megatonnen TNT-Sprengstoff entfalten – rund 150 Mal so viel wie die Atombombe in Hiroshima. Doch Nasa-Wissenschaftler beruhigen: Die Einschlagwahrscheinlich liegt bei null.

Darum schaut die europäische Raumfahrt 2013 ganz entspannt in die Sterne: Mit der Raumsonde Gaia, die vermutlich im September starten wird, will die Europäische Raumfahrtagentur Esa eine dreidimensionale Karte unserer Galaxie zeichnen.

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Eine Milliarde Sterne sollen die Instrumente der Sonde erfassen – immerhin ein Prozent der gesamten Sternenzahl in unserem Sternensystem. Es wird nichts weniger als der umfangreichste Zensus der Milchstraße. Zusätzlich kartiert Gaia hunderttausende Planetensysteme, Sterne und Quasare außerhalb unserer Galaxie. Die Daten sollen Aufschluss geben über die Entstehung unserer Galaxie und den Aufbau des Universums.

  • 04.01.2013, 20:22 UhrModernArt

    Gute Lobbyarbeit ....

    Aber ... Tiefseetouristik ist auch noch da ... mit maritimen Erlebnissen/Luxus ... fliegenden Ubooten .... tollen Mutterschiffen ... zum Entdecken der Welten des Wasserplanetens Erde im Weltraum der Meere.

    Kein Vergleich zum kurzen Hüpfer in die oberen Luftschichten der Erde. Leider kommt die Tiefssee & Schnelluboote & maritimer Luxus aber viel zu kurz.

    Schade eigentlich.

  • 04.01.2013, 21:11 Uhrdig@central.banktunnel.eu

    http://central.banktunnel.eu/20130104-1325-ecbint-leon.jpg

    WINDOWs PROFESSIONal ...

    http://os-history.de/pics/windows2000/2kproautorun.PNG

  • 04.01.2013, 21:41 Uhropsat

    Ich kann mir nicht helfen, irgendetwas scheint -
    wie schon bei Baumgartner - mit den Bildern "von der Grenze des Weltalls" nicht zu stimmen.
    Die Krümmung der Erdoberfläche ist viel zu stark -
    wurde da nachgeholfen mittels geeigneter Optik um einen
    Ballonflug spektakulärer zu aussehen zu lassen?
    Sieht man nämlich Bilder aus oder von der ISS (die zehnmal höher fliegt) sieht die Krümmung sogar schwächer aus.
    Ist ja auch kein Wunder bei nur 400 km Höhe und 12.000 km Erddurchmesser.

    Weiß jemand wie da getrickst wird oder gibt es eine andere Erklärung?