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Der Natur abgeschaut: Roboter-Libelle für den Katastropheneinsatz

Nach den Vögeln haben Ingenieure die Insekten als Vorbild für ihre Konstruktionen entdeckt: Wissenschaftler aus Delft haben einen libellenartigen Flugroboter entwickelt - das kleinste fliegende Überwachungsgerät der Welt.

von Desiree Therre und Ute Kehse
Gerade einmal zehn Zentimeter groß ist die Roboter-Libelle der Delfter Wissenschaftler. Foto: dpa
Gerade einmal zehn Zentimeter groß ist die Roboter-Libelle der Delfter Wissenschaftler. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Schon Leonardo da Vinci hat die Fähigkeiten der Natur für die Wissenschaft erkannt. Ornithopter nannte er Flugmaschinen, die - schwerer als Luft - den Vogelflug nachahmen. Das Prinzip: Die Flügel erzeugen nicht nur Auftrieb, sondern auch Schub.

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Inzwischen sind die Flugobjekte immer kleiner geworden. Nach den Vögeln haben Forscher inzwischen die Insekten als Vorbild in der Natur entdeckt. Entwickler an der Technischen Universität Delft haben einen Flieger gebaut, der wie eine Libelle aussieht. Ihr sogenanntes "Micro Air Vehicle" wiegt nur etwa drei Gramm und ist gerade einmal zehn Zentimeter lang.

Das Miniaturgerät schafft es in geraden Linien und Kurven zu fliegen - soll künftig aber auch wie ein Kolibri in der Luft stehen können. Als Nutzlast - der Differenz aus Auftriebskraft und Eigengewicht - trägt es eine kleine Kamera. Vorgängermodelle des Libellenfliegers, wie das "DelFly II", sind bereits in der Lage autonom zu fliegen. Das kann der neue Flieger noch nicht - er wird bisher ferngesteuert.

Um autonom zu werden, müssen die Forscher die Kamera in die Steuerung integrieren. Sie wird damit zum Auge der Libelle. Die andere Funktion der Kamera: Bilder übertragen. Auf diese Weise kann der Mini-Flugroboter helfen, die Welt aus der Luft zu erkunden. Mit einer Reichweite von rund 50 Metern ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Bessere Antennen könnten hier zu weiteren Distanzen verhelfen. Das Libellen-Fluggerät sei nur ein Zwischenschritt im Prozess der Miniaturisierung. "Wir wollen immer kleiner Geräte entwickeln, letztendlich so winzig wie eine Fruchtfliege", erläutert Bart Remes, einer der Entwickler des Libellen-Fliegers.

Doch der Schritt zum noch kleineren "DelFly Nano" ist nicht leicht. Hier stehen die Entwickler vor noch komplexeren Problemen: "Wir müssen auch die Größe der Kamera und der dazugehörenden Elektronik schrumpfen", sagt Remes. Auch das Gewicht spielt eine entscheidende Rolle. Das schwerste Teil des Fluggerätes ist schon jetzt die ein Gramm schwere Batterie, die Energie für einen dreiminütigen Flug liefert.

Die niederländischen Forscher wollen ihre kleinen Fluggeräte in Katastrophengebieten einsetzen. Die fruchtfliegengroßen Modelle könnten durch kleine Ritzen in eingestürzten Häusern nach Verwundeten suchen. Bart Remes sieht den Nutzen der winzigen Flieger auch als autonome Sensoren für größere Roboter. Die technischen Fruchtfliegen könnten zum Beispiel Berge-Robotern helfen, Opfer schneller zu finden.

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