_

Effiziente Wärmedämmung: Architekten verwandeln Altbauten in ein Drei-Liter-Haus

In der Mannheimer Freyastraße wird die Vision vom Drei-Liter-Standard schon heute Wirklichkeit: Zwar gilt das nicht unbedingt für die Autos der Anwohner, doch für ihre Häuser allemal.

von Lothar Lochmaier
Vision vom Drei-Liter-Haus - orange-rote Bereiche weisen auf hohe Wärmeverluste durch ungedämmte Wand- und Dachflächen hin.
Vision vom Drei-Liter-Haus - orange-rote Bereiche weisen auf hohe Wärmeverluste durch ungedämmte Wand- und Dachflächen hin.

HB DÜSSELDORF. Mit einer grundlegenden energetischen Sanierung drückten die Mannheimer bei etlichen Gebäuden den jährlichen Heizölverbrauch um 90 Prozent – auf die magischen drei Liter pro Quadratmeter.

Anzeige

Von Dachfirst bis Keller sind die Sanierungsobjekte in der Freyastraße auf Energiesparen eingestellt: Ein Blockheizkraftwerk übernimmt die Grundversorgung mit Strom – für den Spitzenverbrauch springen Gas-Brennwertkessel ein. Zusätzlich kühlen oder wärmen im Boden verlegte Rohrsysteme die Außenluft im Sommer und Winter vor. Eine Zu- und Abluftanlage regelt die flexible Wärmerückgewinnung. In den Bädern sind dezentral Wärmetauscher an das Heizsystem angeschlossen.

„Die Drei-Liter-Wohnung ist längst keine Utopie mehr“, sagt Wolfgang Setzler, Geschäftsführer des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme (WDV) in Baden-Baden. Vor dem Hintergrund des steigenden Heizölverbrauchs in bundesdeutschen Haushalten sei es Zeit für eine Trendwende. „Die wachsenden Nebenkosten erreichen mit steigendem Ölpreis bald die Dimensionen einer Zweitmiete“, so Setzler. Laut einer WDV-Erhebung verbraucht eine durchschnittliche Altbauwohnung pro Jahr rund 20 Liter Öl pro Quadratmeter. Nur in neu gebauten privaten Wohnhäusern seien mit der seit 1995 gültigen Wärmeschutzverordnung (WSVO) bereits heute zehn bis zwölf Liter der Standard. Doch da müsse längst nicht Schluss sein.

Hausfassaden bieten nach Auffassung der Dämm-Lobby das größte Einsparpotenzial: Bei einem fachgerecht gedämmten Wohnhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche lasse sich der Heizölverbrauch um bis zu 1 500 Liter reduzieren, rechnet der WDV-Chef. „Würden alle 24 Millionen Wohneinheiten in Deutschland entsprechend saniert, könnten über zwei Milliarden Liter Heizöl jährlich gespart werden“, sagt Setzler. Dadurch reduziere sich auch der umweltgefährdende Schadstoffausstoß um nahezu 100 Millionen Tonnen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Ethik-Diskussion: Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Bei einer Tagung des Chaos Computer Club haben Hacker versucht, für sich eine neue Ethik zu formulieren. Doch die Szene streitet, was Hacker dürfen sollen.

Expo 2012: Viel High Tech, wenig Gäste

Viel High Tech, wenig Gäste

Mit einer Expo zur nachhaltigen Nutzung der Meere will Südkorea Gäste aus aller Welt ins Land locken. Allein im deutschen Pavillon stecken 15 Millionen Euro. Doch die ersten Besucherzahlen waren enttäuschend.

Dragon besucht ISS: Das Andock-Manöver in Bildern

Das Andock-Manöver in Bildern

Erstmals dockt an der Raumstation ISS etwa 350 Kilometer über der Erdoberfläche ein privat finanzierter Raumtransporter an. Die beeindruckenden Bilder zu einem Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.

  • Video

Auto-Visionen Viel Power für wenig Euro - Mazda 3 MPS

Über das Design des sportlichen Japaners kann man streiten - über das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Für weniger als 30.000 Euro bietet Mazda satte 260 Pferdestärken. Was sonst noch im MPS steckt, klärt unser Fahrtest.