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Evolution der Säugetiere: Der Urahn des Menschen fraß Insekten

Klein war er, fraß Insekten und fiel allenfalls durch seinen langen Schwanz auf: Forscher haben das Aussehen des frühesten gemeinsamen Vorfahren von Wal, Mensch und anderen höheren Säugetieren rekonstruiert.

So könnte er ausgesehen haben, der früheste Vorfahr des Menschen. Die künstlerische Darstellung wurde anhand der von den Forschern beschriebenen Merkmalen gefertigt. Quelle: Science/Carl Buell
So könnte er ausgesehen haben, der früheste Vorfahr des Menschen. Die künstlerische Darstellung wurde anhand der von den Forschern beschriebenen Merkmalen gefertigt. Quelle: Science/Carl Buell

WashingtonDem ersten gemeinsamen Vorfahren von Menschen und anderen höheren Säugetieren ist ein internationales Forscherteam auf die Spur gekommen. Die Wissenschaftler führten die Stammbäume von so unterschiedlichen Arten wie Fledermaus, Wale oder der Mensch auf eine kleinen, Insekten fressenden Vierbeiner mit langem Schwanz zurück, der vor etwa 65 Millionen Jahren gelebt haben dürfte. Über ihre Forschung berichten sie aktuell im Fachmagazin Science.

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Die höheren Säugetiere umfassen ein ganzes Arsenal höchst verschiedener Arten: Fledermäuse, Nagetiere, Meeressäuger, Affen oder eben auch der Mensch zählen zu dieser Gruppe. Gemeinsam ist diesen Lebewesen, dass ihre Embryonen in der Gebärmutter des mütterlichen Körpers über eine Plazenta ernährt werden. Daher werden sie auch als Plazentatiere bezeichnet.

Neue Fossilienfunde Homo erectus war nicht allein

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Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass die ersten Vorfahren dieser Tiere im Erdzeitalter Mesozoikum auftauchten, das vor rund 250 Millionen Jahren begann und vor rund 66 Millionen Jahren mit dem Massensterben der Dinosaurier und anderer Arten endete. Eine Annahme, der die Forscher auf Basis ihrer umfassenden Analyse widersprechen. Ihren Daten zufolge traten die Säugetiere erst nach dem Niedergang der Dinosaurier auf und breiteten sich dann rapide ausgebreitet.

Urzeitwesen

Für ihre Untersuchung beschrieben die Wissenschaftler zunächst ganz detailliert das Aussehen und den Körperbau von 86 Arten höherer Säugetiere, und zwar sowohl von lebenden wie von ausgestorbenen. Insgesamt listeten sie 4500 Merkmale auf, etwa die Art der Zähne, das Vorhandensein bestimmter Knochen, die Musterung des Fells oder die Struktur des Gehirns.

Auch dieses 1994 in der Wüste Gobi entdeckte Säugetier-Fossil wurde für die Untersuchung herangezogen. Quelle: Science/AMNH/ S. Goldberg, M. Novacek
Auch dieses 1994 in der Wüste Gobi entdeckte Säugetier-Fossil wurde für die Untersuchung herangezogen. Quelle: Science/AMNH/ S. Goldberg, M. Novacek

Diesen Datensatz - den Forschern zufolge ist er etwa zehnmal größer als alle anderen zuvor für solche Fragestellungen ausgewerteten Datensätze - kombinierten sie dann mit vorhandenen genetischen Daten. Die Analyse des resultierenden Stammbaums ergab einen Ursprung der höheren Säugetiere etwa 200.000 bis 400.000 Jahre nach dem großen Massensterben vor rund 65 Millionen Jahren.

Etwa zwei bis drei Millionen Jahre danach tauchten dann die ersten Vertreter der modernen Plazentatiere auf. „Säugetier-Ordnungen wie Nagetiere und Primaten haben die Erde nicht mit den Nicht-Vogel-Dinosauriern geteilt, sondern entwickelten sich kurz nach dem Untergang dieser Dinosaurier aus einem gemeinsamen Vorfahren - einem kleinen, insektenfressendem, herumhuschenden Tier“, sagte O' Leary.

Ihre Studie bestätige damit das sogenannte Explosiv-Modell. Dies besagt, dass die Höheren Säugetiere in dem radikal veränderten ökologischen Umfeld nach dem großen Massensterben - das durch den Einschlag eines riesigen Asteroiden ausgelöst wurde - die ökologischen Nischen besetzten, die mit dem Verschwinden der Dinosaurier und anderer Tiere freigeworden waren.

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Evolution des Menschen

Aus ihrer Datenanalyse leiteten die Forscher dann noch eine Reihe von Merkmalen ab, anhand derer sie das vermutliche Aussehen des frühesten gemeinsamen Vorfahrens rekonstruierten. Er wog demnach zwischen 6 und 245 Gramm, fraß Insekten und gebar einzelne Junge, die nackt und mit geschlossenen Augen zur Welt kamen.

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  • 11.02.2013, 09:02 UhrGaishirtle

    Ich würde eher Weichtiere wie Regenwürmer oder Schnecken als früheres Grundnahrungsmittel vermuten, da sie nährstoffreicher und leichter zu fangen sind.

  • 09.02.2013, 14:10 UhrB.Giertz

    Der Urahn des Menschen fraß Insekten ?
    Wieso Urahn ??

    ich sage nur RTL Dschungel-Camp .....

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