Forschung + Innovation

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Flugzeugbau: Ein Bett auf Knopfdruck

Komfort und Luxus werden in der Luftfahrtbranche immer mehr zum Verkaufsargument. Doch weichere Sitze sind auch schwerer, was nach neuen Erfindungen ruft. Das technische Wettrüsten läuft bereits auf Hochtouren.

Kein Raum für FüßeDas Top-Ärgernis der Flugreisenden ist aber, dass sie ihre Füße nicht ausstrecken können. Denn Sitze, bei denen man die Beine so wie auf dem Bild strecken kann, gehören auch beim Flugzeugbauer Airbus bislang nur zum Zukunftskonzept. 61 Prozent der Fliegenden empfinden es als nervig, wenn zwischen ihnen und dem Nachbarn vor ihnen nicht genug Platz ist. Bei 40 Prozent von ihnen entscheidet die Beinfreiheit sogar über die Wahl der Airline. Quelle: Airbus S.A.S Quelle: dpa
Kein Raum für FüßeDas Top-Ärgernis der Flugreisenden ist aber, dass sie ihre Füße nicht ausstrecken können. Denn Sitze, bei denen man die Beine so wie auf dem Bild strecken kann, gehören auch beim Flugzeugbauer Airbus bislang nur zum Zukunftskonzept. 61 Prozent der Fliegenden empfinden es als nervig, wenn zwischen ihnen und dem Nachbarn vor ihnen nicht genug Platz ist. Bei 40 Prozent von ihnen entscheidet die Beinfreiheit sogar über die Wahl der Airline. Quelle: Airbus S.A.SQuelle: dpa

KölnDen Kampf um die gemeinsame Armlehne in der Economy-Class, Prinz Al-Walid bin Talal Al Saud kennt ihn nicht. Allerdings bezahlt der saudische Investor auch etwas mehr fürs Fliegen als der durchschnittliche Geschäftsreisende. Rund eine halbe Milliarde Euro hat er für den Umbau seines Airbus A380 hingeblättert. Jetzt fliegt er im marmornen Wellness-Bereich, im Himmelbett oder im sogenannten Wohlfühlraum, wo ihm Projektionen beispielsweise einen Wald vorgaukeln.

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Der Trend zu mehr Luxus ist in Privatflugzeugen unübersehbar. Doch auch in der öffentlichen Luftfahrt gewinnt er an Bedeutung. "Der Wettbewerb verschärft sich. Airlines müssen im Werben um die Fluggäste Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten", erläutert Sven Achilles, Geschäftsführer des US-Sitzherstellers B/E Aerospace.

Luftfahrt Private Überschalljets

  • Luftfahrt: Private Überschalljets
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Ein Weg: neuartige, zielgruppengerechte Sitze. So bietet der britische Ausstatter Contour Aerospace einen Luxussessel für Computerspieler. Wie in einem Kokon machen es sich fliegende Zocker darin gemütlich. Der Monitor hängt an einer Angel, die sich von der Rückenlehne her über den Kopf wölbt. Lautsprecher sind gleich neben den Ohren in den Sitz eingelassen, in kleinen Mulden an der Armlehne wird Fingerfood gebunkert. Man wolle Ideen aufzeigen, was in Zukunft im Flugzeug möglich sei, sagt Geschäftsführer Ian Plummer. So sollen die Spieler im Flugzeug zum Beispiel miteinander vernetzt werden. Zu den Marktchancen des Sitzes äußert sich Plummer nicht.

Liegen wird verstärkt zum Verkaufsargument. So wirbt nicht nur Lufthansa mit dem Horizontalreisen in der neuen Business-Klasse. Auch bei der Tochterfirma Swiss lassen sich Sitze auf der Langstrecke per Knopfdruck in ein Bett verwandeln. Bei Air New Zealand lassen sich drei Sitze einer Reihe zu einer Kuschelecke für Familien ummodeln. "Auf der Langstrecke geht der Trend zum Liegen", sagt René Dankwerth, Entwicklungsleiter beim deutschen Hersteller Recaro Aircraft Seating.

Flugzeuge und Hubschrauber

Thompson Aero Seating setzt auf mehr Privatsphäre - durch schräg versetzt angeordnete Sitzreihen. Jede Sitznische ist mit zwei Armlehnen ausgestattet. Unerwünscht vertrauliche Schulterberührungen bleiben aus.

Auch auf kürzeren Strecken nimmt die Vielfalt an Sitzen zu. Die Krux: Um Treibstoff zu sparen, dürfen Plüsch und Pracht nur ein möglichst geringes Gewicht auf die Waage bringen. "Jedes gesparte Kilo im Flugzeug bringt einer Airline 500 Dollar pro Jahr", sagt Dankwerth.

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