_

Frühes Universum: Forscher entdecken Kandidaten für fernste Galaxie

Astronomen haben einen Kandidaten für die bislang fernste Galaxie im Kosmos aufgespürt. Die Sterneninsel ist so weit entfernt, dass ihr Licht mehr als 13 Milliarden Jahre zu uns unterwegs war.

In einer scheinbar leeren Himmelsregion entdeckte das Weltraumteleskop Hunderte ferner Galaxien, darunter auch den Kandidaten für die bislang fernste Galaxie. Quelle: dpa
In einer scheinbar leeren Himmelsregion entdeckte das Weltraumteleskop Hunderte ferner Galaxien, darunter auch den Kandidaten für die bislang fernste Galaxie. Quelle: dpa

HEIDELBERG. Mit dem Weltraumteleskop Hubble haben Astronomen um Rychard Bouwens von der University of California in Santa Cruz eine rund 13,2 Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxie entdeckt. Sie existierte zu einer Zeit, in der das Universum erst vier Prozent seines heutigen Alters erreicht hatte, und ist damit das am weitesten entfernte bekannte Objekt. Mit ihrem Fund tasten sich die Forscher langsam an die ersten Galaxien im Universum heran, die sich vermutlich 200 bis 300 Millionen Jahre nach dem Urknall gebildet haben.

Anzeige

Aus Infrarotdaten der Wide Field Planetary Camera 3 bestimmten die Wissenschaftler die Rotverschiebung verschiedener Galaxien. Diese gibt an, wie stark das einst ausgesandte Licht durch die Expansion des Universums zu größeren Wellenlängen hin verschoben wurde. Damit erhalten Bouwens und seine Kollegen ein Maß für die Entfernung des Objekts - je verschobener das Spektrum, desto weiter weg befindet sich das Objekt. Mit einer Rotverschiebung von 10,3 liegt die Galaxie UDFj-39546284 deutlich über dem bisherigen Rekordhalter mit einer Rotverschiebung von 8,6.

Aus dem Vergleich dieser extrem weit entfernten Objekte schließen Bouwens und sein Team, dass sich Galaxien in der Zeit von etwa 480 bis 650 Millionen Jahren nach dem Urknall drastisch verändert haben. So sei die Sternentstehungsrate in diesem Zeitraum um das Zehnfache gestiegen, und auch die Anzahl der Galaxien habe anscheinend zugenommen: Stießen die Astronomen nur auf eine Galaxie, die bereits 480 Millionen Jahre nach dem Urknall existierte, sind es 170 Millionen Jahre später bereits 47.

In den von Bouwens und Kollegen untersuchten Epochen befand sich das Universum in einer Art Phasenübergang: Das Wasserstoffgas ging von einem neutralen in einen ionisierten Zustand über. Als Ursache dafür führen Astronomen die intensive ultraviolette Strahlung von jungen Galaxien an. Doch UDFj-39546284 und ähnlich alte Exemplare senden nicht genügend UV-Licht aus, um maßgeblich an der Reionisation des Universums beteiligt gewesen zu sein, rechnen die Astronomen vor. Dieses Problem hat der verdrängte mit dem amtierenden Rekordhalter gemein. Die Hauptquelle der ultravioletten Strahlung bleibt also weiterhin ein Rätsel.

In einem begleitenden Artikel weist Naveen Reddy vom National Optical Astronomy Observatory in Tucson, Arizona, darauf hin, dass es sich bei den nun untersuchten Galaxien lediglich um eine Stichprobe handle, die erhebliche Unsicherheiten berge. Denn neben der geringen Anzahl an untersuchten Systemen sei auch die beobachtete Himmelsregion enorm klein – sie misst weniger als ein Prozent der am Nachthimmel sichtbaren Mondfläche.

Der 13,2 Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxienkandidat ist hundertmal kleiner als unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, und über 5000 Mal weiter entfernt als unsere nächste große Nachbargalaxie, der Andromeda-Nebel. Die Beobachtung ist an der Grenze dessen, was „Hubble“ leisten kann. Eine endgültige Bestätigung der Entdeckung erwarten die Astronomen daher erst vom „Hubble“-Nachfolger „James Webb“, der in einigen Jahren ins All gebracht werden soll.

Quelle: Spektrum.de
  • 29.01.2011, 19:37 UhrAnonymer Benutzer: Mariana Mayer

    Die eigentliche botschaft vieler Wissenschaftler ist und war, tut es nicht, es wird gegen die Menschen und die Welt eingesetzt.

    Dies ist die Welle die ich vernommen habe. bereits vor über ca. 30 Jahren.

  • 28.01.2011, 19:26 UhrAnonymer Benutzer: Mariana Mayer

    Und wo widerspricht Einsteins Formel der Darstellung, dass ein Lichtstrahl eingefroren werden kann?
    ich denke jetzt garnicht viel darüber nach oder habe alle Formeln im Kopf, aber genau das war doch eine der Aussagen die jetzt in der Praxis bewiesen wurde?
    Oder anderstherum welche Formel stimmt jetzt in welchem Fall nicht mehr?

  • 28.01.2011, 09:09 UhrAnonymer Benutzer: Peter Scholz

    [3] Peter Scholz schlägt Einstein,

    Albert, in diesem Zusammenhang muß man auch hinterfragen, weshalb die Sonne am Äquator größer erscheunt als am Pol. Denn der Entfernungsunterschied eines Erdhalbmessers wird es wohl nicht sein. Oder?

  • Die aktuellen Top-Themen
Ethik-Diskussion: Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Bei einer Tagung des Chaos Computer Club haben Hacker versucht, für sich eine neue Ethik zu formulieren. Doch die Szene streitet, was Hacker dürfen sollen.

Expo 2012: Viel High Tech, wenig Gäste

Viel High Tech, wenig Gäste

Mit einer Expo zur nachhaltigen Nutzung der Meere will Südkorea Gäste aus aller Welt ins Land locken. Allein im deutschen Pavillon stecken 15 Millionen Euro. Doch die ersten Besucherzahlen waren enttäuschend.

Dragon besucht ISS: Das Andock-Manöver in Bildern

Das Andock-Manöver in Bildern

Erstmals dockt an der Raumstation ISS etwa 350 Kilometer über der Erdoberfläche ein privat finanzierter Raumtransporter an. Die beeindruckenden Bilder zu einem Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.

  • Video

Auto-Visionen Viel Power für wenig Euro - Mazda 3 MPS

Über das Design des sportlichen Japaners kann man streiten - über das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Für weniger als 30.000 Euro bietet Mazda satte 260 Pferdestärken. Was sonst noch im MPS steckt, klärt unser Fahrtest.