
BerlinGeht es nach einem Team von Wissenschaftlern aus den USA, haben Schrauben und Dübel im Haushalt bald ausgedient: Die Materialwissenschaftler Al Crosby, Dan King und Mike Bartlett sowieder Biologe Duncan Irschick haben ein Klebeband entwickelt, mit dem sich künftig Fernseher und andere schwere Gegenstände mühelos an der Wand befestigen lassen.
Geckskin heißt der Klebestreifen, für den, wie der Name schon sagt, der Fuß eines Geckos als Vorbild gedient hat. Diese kleinen Reptilien können mit ihren Füßen das Vielfache ihres eigenen Körpergewichts an einer glatten Fläche festhalten. Ein 140 Gramm schwerer Gecko etwa könnte ein vier Kilogramm schweren Gegenstand eine Wand hinauf transportieren, ohne abzurutschen.
Der Fuß kann dennoch einfach von der glatten Fläche gelöst werden und hinterlässt keinerlei Klebspuren. Wie praktisch wäre das im Haushalt: Heute hängt der Fernseher an dieser und ein Bild an jener Wand, und morgen wird einfach umdekoriert, ohne dass neue Dübel gesetzt werden müssen.
Den Forschern ist es gelungen, diese drei Komponenten – hohe Kapazität, Reversibilität und Trockenhaftung – nachzubilden. Dabei haben sie sich aber nicht darauf konzentriert, die feinen Härchen an den Füßen, Setae genannt, nachzubilden, wie das in vergleichbaren früheren Projekten der Fall war.
Die Setae sitzen an den Lamellen, aus denen der Zeh des Geckofußes besteht. Sie sind am Ende in winzige Fasern gespalten, die mit den Molekülen an einer Oberfläche interagieren. So entsteht eine Anziehungskraft, die sogenannte Van-der-Waals-Kraft, die den Gecko an der Wand hält.