
HB DEN HAAG/KÖLN. Die Ministerratskonferenz der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat am Mittwoch in Den Haag die künftige Marschrichtung für Europas Raumfahrt festgelegt. Mehr als zehn Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren in Projekte wie die Weiterentwicklung der Trägerrakete Ariane 5 oder ein Satellitensystem zur Klimaüberwachung fließen. Eine Mars-Mission wurde jedoch abgespeckt und um drei Jahre auf 2016 verschoben.
Deutschland übernimmt mit 2,7 Mrd. Euro gut ein Viertel der gesamten Finanzierung und bleibt damit größte Raumfahrtnation der ESA. Der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, sagte mit Blick auf die schwierige wirtschaftliche Lage, Investitionen in Zukunftstechnologien seien "ein gutes Konjunkturprogramm". Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze sprach von einem bedeutenden Beitrag, damit Europa seine wirtschaftliche Stärke wiedererlange.
Europa verfügt dem DLR zufolge künftig mit drei Trägern über einen eigenständigen Zugang zum All. Die Nutzlastkapazität der Ariane fünf soll um 1,5 Tonnen gesteigert werden, um Doppelstarts von Satelliten zu gewährleisten. Zudem soll eine neu entwickelte Raketenstufe aus Deutschland das System flexibler machen. Zweiter Zugang zum All sind die Starts russischer Sojus-Raketen von Kourou in Französisch-Guayana aus. Zudem soll ab 2009 die kleine Trägerrakete Vega für Lasten bis 1,5 Tonnen zum Einsatz kommen.
Europa nimmt nach den Beschlüssen der ESA-Ministerratskonferenz erst 2016 Kurs auf den Roten Planeten. Die ExoMars-Mission soll noch eine Milliarde Euro kosten, davon sind bislang nur 850 Mio. Euro gesichert. Bis Ende nächsten Jahres soll das Projekt endgültig stehen.