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Genforschung: Sprachgen fördert Lernfähigkeit

Das als „Sprachgen“ bekannte FOXP2 entpuppt sich als immer vielseitiger: In Mäuse eingepflanzt, lässt es die Tiere schneller lernen.

In puncto Lernfähigkeit waren die Mäuse mit der menschlichen Genvariante ihren Artgenossen stark überlegen. Quelle: Reuters
In puncto Lernfähigkeit waren die Mäuse mit der menschlichen Genvariante ihren Artgenossen stark überlegen. Quelle: Reuters

HeidelbergÜber die genaue Funktion, des oft als Sprachgen bezeichneten FOXP2 rätseln Forscher noch immer. Als sicher gilt lediglich, dass es sich als einziger bislang bekannter Erbfaktor in direkter Beziehung zur Sprachbeherrschung setzen lässt.

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Nun zeigten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, dass das Gen in seiner menschlichen Variante das Lernen zu fördern scheint. Möglicherweise spielte diese Funktion eine Rolle bei der Evolution der Sprache.

Christiane Schreiweis und Kollegen verwendeten für ihre Versuche Mäuse, denen die menschliche Variante des Gens eingepflanzt wurde. Dabei zeigte sich, dass die humanisierten Mäuse in puncto Lernfähigkeit ihren Artgenossen stark überlegen waren. Die Tiere lernten in nur acht statt zwölf Tagen, sich anhand eines Schlüsselreizes ausreichend gut in einem Labyrinth zu orientieren.

Frühere Versuche mit ebenfalls humanisierten Mäusen hatten ergeben, dass diese Tiere höhere Rufe ausstoßen als ihre wilden Artgenossen und sich in der Verschaltung der Basalganglien unterscheiden. Diese Hirnregion ist unter anderem zur Kontrolle von Bewegungen und motorischem Lernen zuständig. Möglicherweise, so spekulieren die Forscher, halfen dieVeränderungen im Gehirn unseren Vorfahren, die komplexen Bewegungsmuster zu erlernen, die mit Sprache einhergehen.

Genforschung

FOXP2 wurde Anfang der 1990er Jahre entdeckt, als sich herausstellte, dass die erblich bedingten Aussprachestörungen einer Familie auf ein gestörtes FOXP2 zurückgehen. Das Gen tritt bei zahlreichen Säugetieren in nur leicht abgewandelter Form auf, die menschliche Variante findet sich nach derzeitigem Kenntnisstand sonst allerdings nur noch im Neandertalergenom.

Schimpansen als nächste Verwandte des Homo sapiens tragen ein FOXP2, das sich an zwei Stellen von dem des Menschen unterscheidet.

 

 

Quelle: Spektrum.de
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