
DÜSSELDORF. Dagobert Duck weiß, worauf es im Geschäftsleben ankommt: „Trau, schau, wem“ ist sein Erfolgsrezept. Die Mimik und die Gesten anderer Menschen deuten zu können, ihre Gefühle nachempfinden, vielleicht sogar voraussehen zu können ist nicht nur in Verhandlungssituationen entscheidend. Diese Kompetenz, auch „Soft Skills“ genannt, können Forscher neuerdings im Gehirn verorten und ihre Entstehung in der frühen Kindheit belegen. Sie untersuchen auch, was bei den Menschen im Gehirn schiefläuft, denen diese Fähigkeiten fehlen.
Entscheidend dabei sind zunächst die Spiegelneurone, Nervenzellen, die die Taten anderer Personen „spiegeln“. Sie treten sowohl dann in Aktion, wenn man eine bestimmte Handlung bei anderen nur wahrnimmt, als auch dann, wenn man sie selbst nachahmt. „Diese Nervenzellen ermöglichen es uns, die Aktionen anderer nachzuvollziehen“, erläutert der Psychiater Kai Vogeley von der Universitätsklinik Köln. „Je mehr Bewegungen eines Gegenübers im Spiel sind, wenn wir uns in andere einfühlen sollen, desto stärker feuern die Spiegelneurone.“ Der Neurophysiologe Vittorio Gallese von der Universität von Parma entdeckte sie 1995 bei Rhesus-Affen im prämotorischen Kortex, einem Hirnareal, in dem Bewegungen geplant werden.
Wenn wir einen Mitmenschen tiefer zu ergründen versuchen, regt sich im Gehirn eine Art „soziales neuronales Netzwerk“ um den medialen präfrontalen Kortex, ein Teil des Stirnlappens. „Dieses Netzwerk kommt zum Einsatz, wenn wir anderen Menschen Gefühle oder Gedanken zuschreiben, ohne dass dabei aber den Bewegungen des Gegenübers eine wichtige Rolle zukommt“, sagt Vogeley. „Vermutlich sind allerdings beide Systeme, das Spiegelneuronensystem und das soziale neuronale Netzwerk, in sozialen Situationen aktiv.“
Erstaunlich ist, wie früh das Spiegelneuronensystem im menschlichen Gehirn seine Arbeit aufnimmt, nämlich zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat. So „spiegeln“ schon Nervenzellen neun Monate alter Säuglinge fremde Handlungen, berichtete die Kognitionspsychologin Victoria Southgate von der University of London vor kurzem in der Fachzeitschrift „Biology Letters“. Egal, ob die Babys selbst nach einem Spielzeug griffen oder eine fremde Hand danach grapschen sahen – ihre Hirnwellen ähnelten sich. Vergleichbare Untersuchungen mit sechs Monate alten Säuglingen konnten hingegen keine Übereinstimmung in den jeweiligen Gehirntätigkeiten feststellen.
Weiß jemand wie der Aufsatz von Ralph Adolphs heißt? Der am Ende des Artikels erwähnt wird.
Vielen Dank im Voraus.
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