Forschung + Innovation

„Man kann nicht immer nur nehmen“

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Mehr als 100 Patente publiziert

Europäischer Erfinderpreis 2013 LCD-Erfinder für sein Lebenswerk geehrt

Rund 500 Gäste nahmen an der Preisverleihung im Beurs van Berlage in Amsterdam teil, darunter die ehemalige Königin und jetzt Prinzessin Beatrix der Niederlande, der niederländische Staatssekretär für Bildung, Kultur und Wissenschaft, Sander Dekker, und EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Die Preise für 2013 wurden in fünf Kategorien verliehen; hinzu kam erstmals ein Publikumspreis. Die Preisträger sind...

Bild: PR

Sie waren lange Zeit Leiter der Forschungsabteilung bei Hoffmann-LaRoche, danach bis zu Ihrer Pensionierung CEO der für die LC-Vermarktung verantwortlichen Roche-Tochter Rolic. Hat es Sie nie gereizt, Ihre Ideen – Sie haben immerhin mehr als 100 Patente publiziert – auch einmal selbst als Unternehmer zu vermarkten?

Genau das mache ich jetzt. Wenn ich heute mit jemandem zusammenarbeite, dann möchte ich am kommerziellen Erfolg des Endprodukts beteiligt sein. Andererseits hatte es auch viele Vorteile, mit einem großen Konzern im Rücken ungestört forschen zu können. Etwa wenn Sie im Wettbewerb mit der Konkurrenz mal  das schwere juristische Geschütz auffahren müssen. Als Einzelunternehmer haben Sie viel weniger Möglichkeiten.

Stichwort Konkurrenz: Wie haben Sie Ihre Entwicklungen vor potenziellen Nachahmern  geschützt?

Erfindungen und Patente

Meine Politik als Forschungsleiter bei Roche war immer: Wir publizieren unsere Ergebnisse, wenn sie zum einen sicher patentiert sind und zum anderen ein gewisses Alter haben – zwei bis drei Jahre etwa, damit man diese Jahre Vorsprung vor der Konkurrenz hat. Das hat den Vorteil, dass man sich damit selbst unter Druck setzt, ständig weiter zu forschen, um diesen technologischen Vorsprung zu halten.

Für viele Unternehmen ist das ein grauenvoller Ansatz, die möchten immer alles unter dem Deckel behalten. Aber ich glaube nicht, dass sich die Technik hinter grundlegenden Entwicklungen wirklich dauerhaft geheim halten lässt. Früher oder später versteht immer jemand, wie es geht, und dann wird es sowieso publik.

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Außerdem fände ich es auch nicht fair, wenn man immer nur die veröffentlichten  Forschungsergebnisse anderer nutzt, ohne selbst etwas preiszugeben. Man kann nicht immer nur nehmen. Allerdings gebe ich zu, dass ich mit dieser Meinung in der Minderheit bin.

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