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Körperliche Belastung  : Fit durch Übermüdung

Schweizer Sportwissenschaftler sind einem überraschenden Schutzmechanismus unseres Körpers auf die Spur gekommen. Er sorgt dafür, dass ein längerer Berglauf unsere Muskeln weniger stark belastet als ein kürzerer.

von Martin Busch Quelle: Spektrum.de
Schlafentzug scheint ein Schlüssel zu sein, um die Belastungen von Ultra-Marathons zu bewältigen. Quelle: Reuters
Schlafentzug scheint ein Schlüssel zu sein, um die Belastungen von Ultra-Marathons zu bewältigen. Quelle: Reuters

HeidelbergJeder, der einen Marathon hinter sich gebracht hat, weiß wie anstrengend 42,195 Kilometer sind und wie schmerzhaft ein Muskelkater sein kann. Es gibt Menschen, die sich damit nicht zufrieden geben und im Bereich der Ultramarathons auf noch größere Distanz ihre Befriedung suchen. Wem es dann noch zu langweilig ist, verlagert seine Aktivität ins Gebirge und läuft bergauf und bergab über ganze Bergketten.

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Die Folgen dieser extremen Belastung haben Jonas Saugy und seine Kollegen der Université de Lausanne an Teilnehmern zweier unterschiedlich langer Gebirgsultramarathons untersucht. Die Sportwissenschaftler stellten überraschend fest, dass ein längerer Berglauf zu einer geringeren Belastung der Muskulatur führt als ein kürzerer.

Medizin   Barfuß über Stock und Stein

Laufen ohne Schuhe liegt im Trend: Immer mehr Läufer verzichten auf den klassischen Laufschuh und wagen sich praktisch barfuß auf die Rennstrecke. Experten raten allerdings zur Vorsicht.

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Der Gebirgsultramarathon „Tor des Géants“ gilt als der anspruchsvollste der Welt. Auf seinem 330 Kilometer langen Weg durch die italienischen Alpen stehen den Läufern insgesamt 24 Kilometer Höhenunterschied bevor. Die Kurzversion stellt der „Ultra-Trail du Mont Blanc“ dar, der auf 150 Kilometer rund um die Mont-Blanc-Gruppe führt und Gesamthöhenunterschiede von 9 Kilometern bietet.

Teilnehmer beider Strecken dienten den Wissenschaftlern als Probanden. In Blutproben untersuchten sie die Konzentration von Molekülen, die auf eine schädigende Belastung der Muskulatur schließen lassen. Besonders das Bergablaufen reibt Muskelzellen regelrecht auf, so dass das Molekül Kreatinkinase in die Blutbahn gelangt und als Indikator für muskuläre Schädigung gemessen werden kann.

Medizin

Beim Vergleich der Kreatinkinase-Konzentrationen, zeigten die Läufer der kürzeren Strecke eine zweifach stärkere Belastung ihrer Muskeln als die Langstreckenläufer. Was paradox erscheint, lässt sich mit den unterschiedlichen Strategien erklären, die die beiden Strecken fordern. Während der Mont Blanc in relativ hohem und stetigem Tempo umrundet werden kann, teilen sich die 330-Kilometer-Läufer ihre Strecke in eine erste ruhige und eine schnellere zweite Hälfte ein.

  • 29.06.2013, 10:11 Uhrpeterengels

    Die Erklärung für dieses gemessene Phänomen ist ein wenig schwach.
    Als Später Marathon - Läufer, der nach Rauchabstinenz seinen ersten Marathon mit
    vierzig gelaufen ist und sein Training nach den Trainingsregeln der achtziger Jahre
    aufgebaut hat, habe ich nach langer Ausdauerabstinenz mit 64 mich ungeplant auf ein Abenteuer eingelassen.
    Völlig untrainiert habe ich eine Rundwanderung auf Gomera und zwar im Sommer gestartet. Die 14 Kilo Gepäck waren mir zum Start eigentlich schon zu schwer.
    Wegen einer Fehlplanung führte die erste Etappe fast zur Totalerschöpfung.
    Ohne Muskelkater ( trotz der enormen Höhenunterschiede ) habe ich - ohne die nach allgemeinem Wissen notwendigen Ruhepausen - meine Leistungsfähigkeit nicht verloren , sondern kontinuierlich aufgebaut.
    Nach meiner Meinung - und das würde sich mit den Befunden decken - fängt der Körper während einer ausreichend langen und extremen Belastung an, seine Möglichkeiten zu Reparatur und Umbau des Organismus zu nutzen, für die nach herrschender Lehre Ruhepausen von mindestens 24 - 48 Stunden notwendig sind.
    Peter Engels

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