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Lichttechnik: Erleuchtung im Minutentakt

Auch wenn die Deutschen sie noch so sehr lieben - Glühbirnen sind technisch völlig veraltet und außerdem bald gänzlich verboten. Stattdessen ermöglichen innovative Lampentypen wie LEDs und Oleds nicht nur neue Beleuchtungskonzepte zu Hause und im Büro - sie machen uns auch produktiver.

von Thomas Kuhn, Susanne Donner und Wolf von Berg Quelle: Wirtschaftswoche Online
Moderner Strahler: Neue Straßenlaternen erhellen Straßen fokussiert und ohne Farbstich. Quelle: Pressebild
Moderner Strahler: Neue Straßenlaternen erhellen Straßen fokussiert und ohne Farbstich. Quelle: Pressebild

Für gewagte Prognosen ist Martin Hubert in der Elektronikwelt bekannt. Früher als fast alle Wettbewerber prophezeite er als Chef der deutschen Fotosparte beim Optikkonzern Olympus den Niedergang der analogen Fotografie. Binnen zehn Jahren würden Digitalkameras den Markt dominieren, sagte er Ende der Neunzigerjahre voraus - belächelt von manchem Konkurrenten. Es dauerte nicht einmal halb so lang.

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Jetzt ist der Elektronikexperte sicher, die nächste Branche gefunden zu haben, die vor einer Zeitenwende steht - und hat einen Vertrieb für LED-Leuchten gegründet: "Der Übergang von Glühlampen zu digitalen Beleuchtungstechniken vollzieht sich so rasant, dagegen war die Digitalisierung des Fotos eine Schnecke", sagt Hubert. Und heute lächelt niemand mehr.

Denn der Umbruch ist längst überfällig. Und anders als die ersten Digi-Knipsen sind die elektronischen Leuchtdioden - kurz LEDs genannt - schon konkurrenzfähig. Oder sie nähern sich, wie die neuartigen organischen Leuchtdiode(Oled), der Marktreife. Die mehr als 130 Jahre alte Glühlampe jedenfalls hat europaweit ausgedient. Nach dem Verbot der 100-Watt-Leuchten bereits vor einem Jahr hat es im September auch die 75-Watt-Birnen erwischt. 60- und 25-Watt-Lampen folgen 2012, die etwas sparsameren Halogenlampen ab Effizienzklasse C im Herbst 2016.

Leuchtenproduzenten wie Philips, Cree, General Electric oder die Siemens-Tochter Osram rüsten sich daher für ein rasant wachsendes Geschäft mit den Nachfolgetechniken. Auch Sharp, Toshiba, LG, Samsung oder Panasonic investieren massiv in die LED-Fertigung. Das Beratungsunternehmen McKinsey prognostiziert, dass sich der Umsatz mit LED-Leuchten bis 2015 alleine in Europa von heute 300 Millionen Euro auf 1,9 Milliarden Euro fast versechsfacht.

"Weltweit sind LEDs bald ein Billionenmarkt", sagt Monika Kursawe, die Leiterin der zentralen Forschung und Entwicklung bei Merck in Darmstadt. Das Unternehmen produziert Rohstoffe für die strahlenden Mikrochips, die elektrischen Strom - statt auf dem Umweg über anfällige Glühdrähte - direkt in Licht umwandeln.

Für dynamisches Wachstum spricht auch, dass die elektronischen Strahler mit Eigenschaften glänzen, gegen die klassische Glühlampen doppelt alt aussehen: So ist das neue Licht nicht nur bei Format, Energieeffizienz oder Lebensdauer überlegen. Die neuen Leuchten ermöglichen es teilweise sogar, Helligkeit und Lichtfarbe fließend anzupassen; von aufmunternd-kühlem Morgenlicht bis zu beruhigend warmen abendlichen Tönen.

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