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Luftfahrt: Neues Radar soll Rollfelder sicherer machen

Verlieren Flugzeuge auf dem Rollfeld Bauteile, kann es leicht zur Katastrophe kommen – wie beim Concorde-Unglück im Juli 2000. Ein neues Radarsystem verspricht für solche Fälle künftig verlässliche Warnmeldungen.

Am 25. Juli 2000 stürzte eine Concorde kurz nach dem Start vom Flughafen Charles de Gaulle in Paris ab. Auslöser der Katastrophe: ein auf der Startbahn liegender Fremdkörper. Quelle: AP
Am 25. Juli 2000 stürzte eine Concorde kurz nach dem Start vom Flughafen Charles de Gaulle in Paris ab. Auslöser der Katastrophe: ein auf der Startbahn liegender Fremdkörper. Quelle: AP

WachtbergDie Bilder schockierten die Welt: Im Juli 2000 stürzte eine Concorde kurz nach dem Start vom Flughafen Paris-Charles de Gaulle ab. Ein auf der Startbahn liegendes Metallstück hatte den Unfall verursacht. Beim Überfahren des Teils platzte der Reifen des Flugzeugs, die herumfliegenden Trümmer trafen den Treibstofftank, der sofort explodierte. Einen Feuerschweif hinter sich her ziehend, erhob sich das Überschallflugzeug noch kurz in die Luft, die Katastrophe war jedoch nicht mehr zu verhindern. Der Großraumjet stürzte in ein Hotel, 113 Menschen fanden den Tod.

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Nicht erst seit diesem schrecklichen Unfall gehört die Kontrolle der Rollfelder zu den wichtigsten Sicherheitsprüfungen auf Flughäfen. Doch die Überprüfung der riesigen Areale ohne technische Hilfsmittel ist zeitaufwändig und fehleranfällig. Alle paar Stunden müssen Flughafenmitarbeiter die Start- und Landebahnen abfahren und auf Fremdkörper untersuchen. Vor allem bei schlechtem Wetter, wenn etwa Nebel die Sicht erschwert, ein fehleranfälliges Kontrollsystem.

Concorde Umstrittene Königin der Lüfte

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Ein neues wetterunabhängiges Sicherheitssystem soll künftig die Start- und Lande-bahnen kontinuierlich auf Fremdkörper prüfen und bei Gefahr Alarm auslösen. Forscher der Fraunhofer-Institute für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) und für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) haben das System „Laotse“ federführend entwickelt. „Mit unserer Technik hätte das Concorde-Unglück vermieden werden können“, sagt Helmut Essen, Leiter der Abteilung Millimeterwellenradar und Höchstfrequenzsensorik vom FHR in Wachtberg.

Entlang der Rollbahn installierte Geräte scannen pausenlos die Pisten und spüren selbst kleinste Gegenstände wie Schrauben auf. Dabei schlägt das System nur Alarm, wenn sich ein Objekt über einen längeren Zeitraum auf dem Rollfeld befindet. Eine herumwehende Plastiktüte oder ein Vogel, der sich kurz niederlässt, lösen keine Warnung aus.

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Das System setzt sich aus einer Infrarotkamera, optischen Kameras und vernetzten Radarsensoren zusammen. Diese drei Sensortypen ergänzen sich: Das Radar arbeitet tageszeit- und wetterunabhängig. Es kann Objekte zwar aufspüren, aber nicht identifizieren. Kameras eignen sich eher, Gegenstände zu klassifizieren, sie werden jedoch vom Wetter und der Tageszeit beeinflusst.

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