Die Probleme mit dem Roboterarm waren nicht die einzigen Pannen, die den Erfolg der Mission gefährdeten. So konnte nach der Landung zunächst der 2,4 Meter lange Roboterarm nicht in Gang gesetzt werden. Später waren die gesammelten Bodenproben zu verklumpt, um den Weg in den Miniaturofen des Labors zu schaffen. Wiederholt schalteten die Nasa-Wissenschaftler einen Vibrator ein, der die Probe zerteilen und zerkleinern sollte - etwa so, wie Kinder Sand durch ein Sieb schütteln.
Mit der jetzt gemachten Entdeckung kann die Nasa den Flug der Phoenix-Sonde jedoch als Erfolg verbuchen. Ein Erfolg, der um fünf Wochen bis Ende September verlängert werden wird. Die Kosten steigen damit nach Angaben von Michael Meyer, dem wissenschaftlichen Leiter des Nasa-Marsprogramms, um weitere zwei Millionen Dollar - bislang sind für die Phoenix-Mission 420 Millionen Dollar (269,5 Millionen Euro) angefallen.
Anders als etwa die Mars-Rover Spirit und Opportunity, die auch mehr als vier Jahre nach ihrer Landung immer noch die Äquator-Region des Roten Planeten erforschen, lässt sich die Arbeit von Phoenix aber nicht beliebig verlängern: Im Landegebiet am Mars-Nordpol schwindet die Sonneneinstrahlung im Lauf des Jahres, so dass die Solarzellen des Landers keine Energie mehr liefern können.
Die Expedition soll noch klären, ob das Eis nahe der Marsoberfläche regelmäßig schmilzt. Das würde bedeuten, dass es dort tatsächlich Lebensraum für Mikroorganismen gibt. Zu klären ist auch, ob der Boden lediglich wenige Zentimeter oder möglicherweise mehr als einen halben Meter tief friert.
Zugleich erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über den Klimawandel. Sie wollen klären, warum aus dem einst feuchten und warmen Mars ein kalter Planet mit vereisten Polarkappen wurde.