Forschung + Innovation

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Meeresräuber: Besserer Schutz vor dem Weißen Hai

Surfer und Taucher vor Australiens Küsten sollen künftig besser vor einem gefährlichen Killer geschützt werden. Dafür bringen die Behörden des fünften Kontinents ein millionenschweres Forschungsprojekt auf den Weg.

Forscher suchen nach besseren Schutzmaßnahmen gegen einen der gefährlichsten Räuber der Weltmeere. Quelle: ap
Forscher suchen nach besseren Schutzmaßnahmen gegen einen der gefährlichsten Räuber der Weltmeere. Quelle: ap

DüsseldorfAustralische Wissenschaftler wollen Surfern und Tauchern bessere Abwehrmittel gegen Attacken des Weißens Hais an die Hand geben. Damit reagieren Wissenschaft und Behörden auf die wachsende Bedrohung durch die Raubfische: Allein in den vergangenen zwölf Monaten waren vor der Westküste Australiens fünf Menschen von Weißen Haien getötet worden.

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Australien will deshalb umgerechnet mehr als fünf Millionen Euro in ein Programm investieren, mit dem einzelne gefährliche Weiße Haie gezielt getötet werden sollen, sowie in die Erforschung einer besseren Haiabwehr. Dabei setzen die Experten vor allem auf optische Abwehrmittel.

Haischutz Begehrte Räuber

  • Haischutz: Begehrte Räuber
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  • Haischutz: Begehrte Räuber
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„Große Bereiche des Gehirns Weißer Haie dienen dem Sehen, sie reagieren deshalb vermutlich sehr viel stärker auf eine optische Abschreckung als andere Hai-Arten", so Kara Yopak von der Universität Westaustralien. „Ein Hai kann etwa einen giftigen Meeresfisch erkennen, und wir können diese Fähigkeit nutzen.“ Eine im Fachmagazin „Brain, Behaviour and Evolution“ veröffentlichte Studie lasse den Schluss zu, dass schon vergleichsweise einfache optische Markierungen an Taucheranzug oder Surfbrett den Schutz vor Hai-Attacken erhöhen könnten, so die Forscherin.

Das derzeit gängigste Mittel, um Haie von Badenden fernzuhalten, zielt auf ihre Fähigkeit, elektromagnetische Felder aufzuspüren. Dank dieses Sinnesorgans sind die Tiere in der Lage, Beute im Nahbereich selbst in Dunkelheit oder mit geschlossenen Augen orten. Am Meeresgrund verlegte Stromkabel, die starke Magnetfelder aufbauen, zielen auf diesen sensiblen Sinn und schrecken Haie deshalb ab.

Meeresforschung

Weil diese Technik aber nicht an den von Surfern beliebten Stränden mit starker Strömung und hohem Wellengang funktioniert, müssen dort Netze aufgestellt werden. Doch solche Hindernisse sind problematisch, da sich immer wieder Haie in den Netzen verfangen und zugrunde gehen. Die durch Überfischung ohnehin gefährdeten Bestände der ökologisch wichtigen Raubfische werden so weiter dezimiert.

  • 31.10.2012, 11:27 UhrWolfsfreund

    Nachtrag:
    Wer sich für die Thematik interessiert, schaue mal hier rein:
    http://www.sharksavers.org/de/information/sharks-are-in-trouble/the-impact-of-the-shark-fin-trade/

  • 31.10.2012, 11:23 UhrWolfsfreund

    "Man sollte die Haie einfach mit Politikern füttern,dann wäre sowohl den Haien wie auch den Bevölkerungen gedient."
    ------------------
    Sie wollen doch bestimmt nicht, daß den armen Haien schlecht wird oder? :-)

    Ernsthaft, Menschenfleisch ist für Haie ziemlich unbekömmlich und minderwertig, und die manchmal schweren Bißverletzungen bei Surfern, Schwimmern und Tauchern beruhen neben der Revierverteidigung (Paarungszeit!) oft auf einem Testbiß zur "Qualitätskontrolle" resp. einer Verwechslung mit Robben...

    Aber Sie haben natürlich recht. Die weltweiten Haibestände geben bei dem ständigen Aderlaß Anlaß zu großer Sorge. Ich habe schon lange meine Konsequenzen gezogen: Haifischflossensuppe ist für mich ein absolutes No Go. Ich weiß, es ist ein kleiner Tropfen auf einen riesigen, heißen Stein, aber besser, als gar nichts zu tun...

  • 31.10.2012, 10:18 UhrIceShadow

    Super Antwort, absolute Zustimmung!

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