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Mehr Funktionen: Roboter werden extrem gelenkig

Künstliche Menschen, die Bier ausschenken, schweißen und Blutproben analysieren: In der Roboter-Entwicklung für die Industrie werden riesige Fortschritte gemacht.

Mechanische Laboranten: Medizinroboter könnten in einigen Jahren zum Beispiel Blutproben analysieren. Quelle: picture-alliance / medicalpictur
Mechanische Laboranten: Medizinroboter könnten in einigen Jahren zum Beispiel Blutproben analysieren. Quelle: picture-alliance / medicalpictur

Für den Roboter war es eine seiner leichteren Übungen: Als der japanische Konzern Yaskawa kürzlich auf das Gelände seiner künftigen Europazentrale lud, übernahm der zweiarmige SDA 10 Spatenstich und Bierausschank. In den Fabriken der Zukunft werden SDA 10 und seine Nachfolger schwierigere Aufgaben übernehmen. "Wir werden immer mehr und immer ausgefeiltere Roboter in den Produktionshallen sehen", sagt Manfred Stern, der das Yaskawa-Geschäft in Europa operativ führt.

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Der Konzern, mit rund drei Milliarden Euro Umsatz Weltmarktführer für Industrieroboter, gilt auch bei der Konkurrenz als innovativ: So brachten die Japaner zuletzt den ersten Roboter auf den Markt, der sich um gleich sieben Achsen bewegen kann. "Die Beweglichkeit ist größer, und man erreicht zum Beispiel beim Schweißen Stellen, an die ein Sechsachser gar nicht hinkommt", sagt Manager Stern. Vor allem aber brauchen die Roboter für die selben Funktionen weniger Platz - was die Produktion deutlich günstiger macht.

Sensible Roboter

Auch sogenannte Dual-Arm-Roboter, also zweiarmige, menschenähnliche Maschinen wie der SDA 10, werden in den Fabriken eine größere Rolle spielen. Sie können mittlerweile mit beiden Händen nach verschiedenen Gegenständen greifen und diese zum Beispiel zusammenstecken. Die zweite Generation ist deutlich sensibler geworden - wenn etwas hakt, merken die Roboter den Widerstand schneller. Die weitere Verbesserung der Sensorik werde in den nächsten Jahren eines der wichtigsten Entwicklungsfelder sein, sagte Stern.

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Seine Vision: Die Blutproben, die Ärzte nehmen, werden in einigen Jahren in ein Labor gebracht, in dem die Nachfolger von SDA 10 stehen. Diese übernehmen über Nacht die Analyse. Und in den Fabrikhallen wird der achtachsige Industrieroboter noch weniger Platz benötigen und noch beweglicher sein. Schöne neue Welt.

In der Industrie werden sich gerade in Europa die neuen Roboter schneller durchsetzen als in anderen Lebenswelten, sind die Yaskawa-Manager überzeugt. In Japan haben sie kürzlich einen Pilotversuch am Flughafen Kitakyushu gestartet. Roboter helfen den Reisenden bei der Orientierung und nehmen ihnen das Reisegepäck ab. "Die Japaner waren hellauf begeistert", sagte Stern. In Europa seien die Vorbehalte gegenüber Service-Robotern noch deutlich größer.

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