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Mehr Optimismus angemahnt: Zukunftsforscher Horx sieht in Krise große Chancen

Der Zukunftsforscher Matthias Horx hat für das neue Jahr mehr Optimismus angemahnt. Besonders das Gejammer in den Medien müsse aufhören. In den USA prophezeit er einigen Sparten einen regelrechten Boom. Die eigentliche Krise in Deutschland sieht er nicht im Finanzsektor, sondern ganz woanders.

Trendforscher Horx sieht Chancen für die USA in der Finanzkrise. Die Bundesrepublik müsse sich hingegen ihren Bildungsdefiziten stellen. Foto: dpa Quelle: dpa
Trendforscher Horx sieht Chancen für die USA in der Finanzkrise. Die Bundesrepublik müsse sich hingegen ihren Bildungsdefiziten stellen. Foto: dpa Quelle: dpa

HB FRANKFURT. "Wir durchlaufen eine große Krise, aber große Krisen sind auch große Chancen", sagte Horx der Nachrichtenagentur AP. In den USA werde in einem Jahr ein gewaltiger grüner Boom mit erheblichen Investitionen in erneuerbare Energien und neue Technologien ausgebrochen sein.

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Dann werde auch in Deutschland die Stimmung wieder ins Positive kippen. "Wir haben zwar immer einen überschießenden Pessimismus, aber gleichzeitig sind wir auch bereit, anzupacken, wenn es darauf ankommt." Wandel koste zwar immer massiv Arbeitsplätze. "Aber in dem Moment, in dem alte Arbeitsplätze verschwinden, entstehen auch neue", sagte der Gründer des Zukunftsinstituts im hessischen Kelkheim.

Mit Blick auf das Beispiel Autoindustrie erklärte Horx: "Vor einem Jahr haben die Anbieter von Elektroantrieben für die Autoindustrie keinen Kredit bekommen, heute bekommen sie Kredite mit Handkuss und das mitten in der Finanzkrise, und obwohl das Öl billig ist."

Es bestehe aber die Gefahr, dass eine Stimmung der Angst richtige Reaktionen auf die Finanzkrise verhindere. Horx kritisierte dabei auch die Medien: "Ich plädiere dafür, dass das Gejammer aufhört und dass auch die Medien ihre Verantwortung wahrnehmen, anstatt jeden Tag eine Weltuntergangs-Talkshow zu betreiben."

Nach Einschätzung des Wissenschaftlers liegt die eigentliche Krise in Deutschland ohnehin nicht in Finanzsektor oder Wirtschaft, sondern im Bildungsbereich: "Wir haben es versäumt, uns schnell und konsequent in Richtung einer Wissensökonomie zu bewegen, das werden wir jetzt nachholen müssen."

Die eigentliche Krise sei, "dass wir keine Aufwärtsdynamik in der Bildung haben". Horx verwies auf das Beispiel Finnland. Das Land habe 1993 eine gewaltige Wirtschafts-Krise gehabt, als innerhalb eines Jahres das Bruttosozialprodukt um 15 Prozent gesunken sei. "Finnland hat sich damals neu erfunden als Bildungs- und Technologienation. Da zeigt sich, dass Krisen auch sehr heilsam sein können, wenn man sie annimmt und nicht mit alarmistischen und panischen Kampagnen reagiert", sagte Horx.

In Deutschland hätten 32 Prozent der 20-Jährigen Abitur, in Finnland seien es 90 Prozent. Horx hält einen grundsätzlichen Wandel für nötig: "Unsere Bildungs- und Kultur-Strukturen entsprechen immer noch einer alten Industriegesellschaft mit Heeren von abhängig Beschäftigten." In Zukunft werde man im Laufe des Lebens aber viel öfter den Beruf und den Arbeitsplatz wechseln.

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