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Natürliche Stromkabel: Kabel-Bakterien leiten Strom am Meeresgrund

Im Meeresboden fließt Strom. Diese Entdeckung hat Wissenschaftler vor einigen Jahren überrascht und irritiert. Ein Forscherteam hat nun herausgefunden, wer für den Stromfluss verantwortlich ist.

Mehrere tausend Kilometer Bakterienkabel liegen im Meeresboden. Quelle: dpa
Mehrere tausend Kilometer Bakterienkabel liegen im Meeresboden. Quelle: dpa

LondonIn Ketten angeordnete Bakterien im Meeresboden können als „lebende Kabel“ elektrischen Strom leiten. Die Kabel reichen von etwas tieferen Sedimentschichten, in denen es keinen Sauerstoff gibt, bis in höhere, sauerstoffhaltige Schichten, berichtet ein Forscherteam aus Dänemark und den USA im Fachmagazin „Nature“. Dank dieser Verbindungen, die mindestens anderthalb Zentimeter überbrücken können, können auch die Bakterien in den unteren Schichten Sauerstoff atmen und damit Energie gewinnen.

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Forschern war bereits seit längerem bekannt, dass es im Meeresboden einen Stromfluss gibt. Bisher war aber unklar, wodurch dieser hervorgerufen wird und wozu er gut ist. Die Forscher untersuchten für ihre Studie Sedimente aus der Aarhus Bucht bei Dänemark Sie gehen aber davon aus, dass die Kabelbakterien auch in anderen Meeresregionen zu finden sind.

Die Wissenschaftler entdeckten, dass die Bakterien als vertikale Ketten in sogenannten Filamenten angeordnet sind. Alle Bakterien sind darin von einer gemeinsamen Membran umgeben. Zogen die Forscher einen ultradünnen Metalldraht horizontal durch das Sediment, wurde der Stromfluss unterbrochen. Es floss ebenfalls kein Strom, wenn die Forscher in das Sediment Filter einbrachten, die ein Wachstum der Bakterien von oben nach unten verhinderten.

Meeresforschung

„Erst als wir im Inneren dieser Filamente drahtartige Fasern entdeckten, die von einer Membran umschlossen alle Zellen vom einen zum andern Ende verbinden, fingen wir an zu glauben, dass diese Bakterien wirklich wie elektrische Kabel funktionieren“, sagt Nils Risgaard-Petersen, einer der beteiligten Forscher.

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