
HB DÜSSELDORF. Wie sieht der ideale Hitzschutz für ein Raumfahrzeug aus, das auf dem Mars landen soll? Auch Jahrzehnte nach den ersten Landungen von irdischen Raumschiffen auf dem Roten Planeten ist diese Frage offen. Ein internationales Forschungsprojekt soll jetzt nach Antworten suchen. Im Windkanal bilden die Wissenschaftler unter der Federführung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Marsatmosphäre nach.
Die Erforschung des Mars hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Raumfahrtmissionen wie „Mars Express“ haben das Wissen über unseren Nachbarplaneten deutlich verbessert. Dennoch sind noch viele Fragen zu Beschaffenheit, Entstehung und Entwicklung des Himmelskörpers offen.
Antworten auf diese Fragen sind nur auf der Oberfläche des Mars zu finden. Um dort sicher landen zu können, muss zunächst die Hürde der Marsatmosphäre genommen werden. Hier beginnt die Arbeit der Forschergruppe unter Leitung von DLR-Wissenschaftler Ali Gülhan.
Ähnlich wie bei dem Wiedereintritt von Raumfahrzeugen in die Erdatmosphäre muss ein Raumfahrzeug beim Eintritt in die Marsatmosphäre enormen Temperaturbelastungen standhalten. Aus diesem Grund sind sowohl Landekapseln als auch Spaceshuttles durch eine Hitze absorbierende Schicht geschützt. Diese kann unter anderem aus organischem Material - das während des Eintritts verbrennt - oder auch keramischen Strukturen bestehen.
Die Missionen der Vergangenheit hatten nur begrenzte Informationen über die Zusammensetzung der Marsatmosphäre. Präzise Vorhersagen der zu erwartenden Temperaturen beim Eintritt in die Marsatmosphäre waren nur teilweise möglich. Daher wurde der Hitzschutz stets besonders großzügig bemessen, was sich allerdings negativ auf die wissenschaftliche Nutzlast des Raumfahrzeugs auswirkte. Die aktuellen Forschungen sollen dies verbessern.