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Neuroökonomie: Was Geld im Gehirn anrichtet

Neurowissenschaftler erkunden, warum unser Verstand bei finanziellen Fragen so häufig aussetzt. Dass uns die Evolution für Finanzkrisen ausgesprochen schlecht ausgestattet hat, ist dabei nur eine Erkenntnis.

Für finanzielle Transaktionen hat uns die Evolution eher schlecht ausgestattet. Foto: ap Quelle: ap
Für finanzielle Transaktionen hat uns die Evolution eher schlecht ausgestattet. Foto: ap Quelle: ap

DÜSSELDORF. Seit Großbanken kollabieren und Aktienkurse weltweit fallen, laufen nicht nur in der Politik und in Finanzkreisen die Drähte heiß. Auch bei Armin Falk im Neuroökonomie-Labor der Uni Bonn klingelt in letzter Zeit ziemlich oft das Telefon.

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Der diplomierte Volkswirt untersucht, wie Menschen sich in finanziellen Angelegenheiten verhalten. Allerdings nicht mit Computermodellen und Fragebögen, sondern mit der funktionellen Magnetresonanztomografie - einem bildgebenden Verfahren, das sichtbar macht, welche Regionen im Gehirn gerade besonders aktiv sind.

Die meisten Anrufer muss Falk enttäuschen. Sie fragen nach den Gründen für die Finanzkrise. "Was an den Finanzmärkten gerade passiert und warum, kann auch die Neuroökonomie nicht definitiv erklären", sagt Falk. "Aber einige unserer Erkenntnisse könnten dabei helfen, die Dinge, die gerade passieren, besser zu verstehen - und vielleicht sogar künftig zu verhindern."

Erst seit wenigen Jahren ergründen Neurowissenschaftler, Ökonomen und Psychologen gemeinsam, was in den Köpfen vor sich geht, wenn Menschen Geld bekommen, anlegen oder ausgeben. Schon jetzt zeichnet sich ab: Der Homo oeconomicus muss wohl endgültig zu Grabe getragen werden. Dieses Ideal der klassischen Wirtschaftswissenschaften ist ein Muster an Logik und entscheidet je nach Marktsituation ganz rational, was zu tun ist, um das Optimum für sich herauszuholen.

Soweit die Theorie. Doch die Forschungsergebnisse von Neurofinanzwissenschaftlern belegen immer deutlicher: Sobald der schnöde Mammon ins Spiel kommt, ist es mit der Vernunft nicht mehr weit her. Statt den fürs rationale Denken zuständigen Hirnregionen übernehmen Areale das Ruder, die für rudimentäre Dinge wie Triebbefriedigung und Emotionen verantwortlich sind.

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