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On the rocks: Forscher auf Whisky-Suche im ewigen Eis

Die ungewöhnliche Hinterlassenschaft zweier Polar-Legenden wollen neuseeländische Wissenschaftler bergen: Zwei Kisten mit schottischem Whisky, die Ernest Shackleton und Robert Falcon Scott vor 100 Jahren im ewigen Eis der Antarktis zurückließen.

Ernest Shackleton (l.) mit zwei Begleitern am südlichsten Punkt seiner Südpol-Expedition. Quelle: Wiki free
Ernest Shackleton (l.) mit zwei Begleitern am südlichsten Punkt seiner Südpol-Expedition. Quelle: Wiki free

HB WELLINGTON. Neueeländische Forscher wollen in der Antarktis zwei Kisten mit schottischem Whisky heben. Seit 100 Jahren ruhen die Flaschen mit Hochprozentigem im ewigen Eis - Relikte einer geschietertetn Südpolexpedition zweier Legenden der Polarforschung.

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Ein Schluck zum Aufwärmen dürfte den Expeditionsteilnehmern aber verwehrt bleiben: „Sich vorzustellen, wie der Whisky schmeckt, ist nett - der torfige Geschmack und alles“, sagte Expeditionsleiter Al Fastier bei der Vorstellung des Projekts am Dienstag im neuseeländischen Wellington. „Aber wenn man wirklich eine Flasche aufmachen würde, würde man die geheimnisvolle Aura zerstören - die sollte man doch erhalten.“

Den Whisky hatten die britischen Polarforscher Ernest Shackleton und Robert Falcon Scott bei ihrer gescheiterten Expedition zum Südpol (1907-1909) eingebuddelt. Sie waren mit 25 Kisten aufgebrochen. Nur zwei wurden gefunden - unter der Hütte, die Shackleton in Cape Royds gebaut hatte. Dort hatte sie Fastier, der beim neuseeländischen Antarctic Heritage Trust arbeitet, vor drei Jahren entdeckt.

Das Zentrum pflegt die Spuren früherer Antarktis-Forscher. Deshalb sollen die Flaschen nach einer Untersuchung im Labor auch wieder zurückgebracht werden - als Museumsstücke zur Erbauung möglicher Besucher. Die Kisten steckten so tief im Eis, dass Fastier sie beim letzten Besuch nicht herauslösen konnte. Jetzt macht er sich mit einer Gruppe Wissenschaftlern mit Spezialbohrern auf den Weg. Bis Februar soll der Whisky Marke „McKinlay and Co“ geborgen sein.

Obwohl die Expedition unter Leitung von Shackleton (1874-1922) scheiterte, kam er dem Südpol so nahe wie bis dahin niemand zuvor. Am 9. Januar 1909 mussten die Männer wegen Schneestürmen und schwindender Verpflegung aufgeben. Bei seiner Rückkehr nach Großbritannien wurde Shackleton als Held gefeiert und zum Ritter geschlagen.

Tragisch endete ein weiterer Versuch von Scott (1868-1912), als erster Mensch den Südpol zu erreichen. Mitte Januar 1912 am Pol angekommen, musste er feststellen, dass ihm der Norweger Roald Amundsen gut einen Monat zuvorgekommen war. Den Rückweg zur Ausgangsbasis bewältigte Scotts Team nicht mehr, der Polarforscher und seine vier Begleiter kamen ums Leben.

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