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Raumfahrt: Die Raumstation wird aufgeblasen

Die ISS bekommt eine aufblasbare Erweiterung: Die Nasa und ein US-Unternehmen wollen ein entsprechendes Modul für zwei Jahre an der Raumstation anbringen – ein mögliches Konzept für künftige Stationen im All.

Die Illustration zeigt das aufblasbare Modul Beam, das 2015 an der Raumstation ISS andocken soll. Quelle: dapd
Die Illustration zeigt das aufblasbare Modul Beam, das 2015 an der Raumstation ISS andocken soll. Quelle: dapd

BerlinIn zwei Jahren wird die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) um ein aufblasbares Modul erweitert. Das haben die US-Raumfahrtbehörde Nasa und das US-Raumfahrtunternehmen Bigelow Aerospace (BA) auf einer Konferenz in Las Vegas bekanntgegeben.

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Das Bigelow Expandable Activity Module (Beam) wird aufgeblasen 3,96 Meter lang sein und einen Durchmesser von 3,04 Metern haben. Das Volumen beträgt 15,8 Kubikmeter. Es soll von der Raumfähre Dragon des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX zur IIS gebracht werden.

Die Dragon soll Beam bei ihrem achten Flug zur ISS mitnehmen, der für Mitte 2015 geplant ist. Insgesamt hat die Nasa SpaceX mit zwölf Versorgungsflügen zur ISS beauftragt. Der erste fand im Oktober 2012 statt.

Andocken an Tranquility

Wenn Dragon Beam an der ISS abgeliefert hat, übernimmt der Roboterarm Canadarm2 das Modul und wird es an das Verbindungsmodul Tranquility koppeln. Ist Beam an die IS angedockt, wird es aufgeblasen. Zwei Jahre lang soll es dort bleiben. Dann wird es abgedockt und bei Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen.

Beam wird allerdings nicht permanent bewohnt sein. Das Projekt ist dazu gedacht, um das Konzept aufblasbarer Module im Weltall zu testen. Beam wird mit einer Reihe von Messinstrumenten ausgestattet, die festhalten sollen, wie das Modul auf die Gegebenheiten im Weltraum wie Strahlung und Temperaturunterschiede reagiert. Die ISS-Besatzung wird Beam regelmäßig aufsuchen, um die Wände auf Schäden durch Mikrometeoritenbeschuss zu überprüfen.

Weltraum

Flexible Wände bieten theoretisch mehr Schutz vor den Kleinmeteoriten, da sie beim Auftreffen nachgeben und so die Energie absorbieren. Bei Tests auf der Erde blieben simulierte Mikrometeoriten, die die starren Wände der ISS durchdrungen hätten, in denen Wände eines Bigelow-Moduls hängen.

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