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Raumfahrt: Europas Griff nach dem Mond

Die erste europäische Mondfähre ist ein technisches Wunderwerk: Sie kann selbstständig fliegen, Hindernissen ausweichen und sich einen sicheren Landeplatz suchen. Fraglich ist aber, ob sie je gebaut wird.

Mondlandung im Labor: Der Lunar Lander im Testlabor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen. Quelle: dpa
Mondlandung im Labor: Der Lunar Lander im Testlabor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen. Quelle: dpa

BremenDas Raumschiff nähert sich in einer großen Schleife der Mondoberfläche. Noch wenige Sekunden, dann würde es aufsetzen. Doch das ist heute nicht vorgesehen.

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Testingenieur Silvio Schröder steht am Rand einer großen Sandkiste im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen, in der Hand eine Steuerkonsole. Er drückt eine Taste, und die Mondfähre verharrt in der Luft. Nur 40 Zentimeter trennen sie vom Erdtrabanten. Bis zur Landung ist es für die Europäer aber noch ein weiter Weg.

Beim Bremer Raumfahrtunternehmen Astrium kann die Zukunft jetzt schon besichtigt werden: eine zylinderförmige Tonne auf vier Beinen, umhüllt mit Solarmodulen und ausgerüstet mit einem Roboterarm. Um die Füße der Sonde wuselt keck ein winziger Rover.

Nasa-Visonen Bilder vom Leben auf dem Mond

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2019 könnten die Europäer damit den Südpol des Mondes erkunden - und zwar ohne Astronauten. Das Raumschiff soll selbstständig fliegen, sich einen geeigneten Landeplatz auf dem unebenen Terrain suchen und diesen zentimetergenau ansteuern können – eine technische Herausforderung, denn wie die Mondoberfläche am Südpol aussieht, ist kaum bekannt.

„Wir haben keine hochauflösenden Karten“, sagt Peter Kyr, Astriums Experte für unbemannte Weltraumerkundung. Diese muss sich die Sonde erst im Anflug erstellen. Unmengen von Daten muss sie dafür innerhalb kurzer Zeit verarbeiten können. 90 Sekunden bleiben ihr, um Kratern, Felsen und Abhängen auszuweichen. Dann soll sie sicher aufsetzen.

Weltraum

Bisher ist der „Lunar Lander“ nur eine Vision, an der Astrium für die Europäische Weltraumagentur Esa arbeitet. Die Technologie haben Kyr und seine Kollegen in ihren Laboren und beim DLR bereits getestet. Jetzt hoffen sie, dass ihr technisches Wunderwerk Wirklichkeit wird.

  • 29.10.2012, 00:49 UhrTUTLES

    Gefälschte Bilder von der Mondlandung ...

    http://www.welt.de/img/kultur/crop109853360/0788721332-ci3x2l-w620/title.jpg

  • 28.10.2012, 11:45 Uhrsucher

    BWL-er? Die haben hier nun gar nichts zu suchen. Die Amerikaner wären nie auf dem Mond gelandet, wenn sich BWL-er, Controller, ... eingemischt hätten. Ingenieure, Visionäre und Techniker und eine technikbegeisterte Bevölkerung sind gefragt, um hier voranzukommen.

  • 28.10.2012, 10:49 Uhryoshi21

    In die Raumfahrt gehören mehr BWL'er. Professionalieren, Standardisieren und Kosten drücken - damit die "kreativ-verspielten Visionen" schneller Wirklichkeit werden.

    Wissen gehört allen. Mythen sollten enttarnt werden. Mentale Mauern im Kopf sind eindeutig zu durchbrechen.

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