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Sonnenforschung: Die Nasa sieht stereo

Die Nasa hat zwei Sonden auf gegenüberliegenden Seiten der Sonne platziert. Wissenschaftler haben jetzt erstmals einen 360-Grad-Blick auf die Sonne. Gut vier Jahre nach dem Start haben die Sonden ihre entgegengesetzte Position eingenommen.

Die Illustration verdeutlicht die Arbeit der Doppelsonde Stereo. Quelle: Nasa Quelle: Nasa
Die Illustration verdeutlicht die Arbeit der Doppelsonde Stereo. Quelle: Nasa Quelle: Nasa

BERLIN. Die Sonne steht seit dem gestrigen Sonntag von zwei Seiten unter Beobachtung: Projekt Stereo (von: Solar Terrestrial Relations Observatory) heißen die beiden Sonden, die die Sonne umkreisen und so gleichzeitig Bilder von der Vorder- und der Rückseite des Zentralgestirns liefern. Bisher konnten Wissenschaftler immer nur die der Erde zugewandte Seite der Sonne sehen.

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Die beiden Sonden, Stereo-Ahead (Voraus) und Stereo-Behind (Dahinter), sind um 180 Grad versetzt, so dass sie beide Seiten der Sonne im Blick haben. Die Bilder funken sie auf die Erde, wo sie zu einem 360-Grad-Bild zusammengesetzt werden. Das sei ein wichtiger Augenblick in der Solarforschung, erklärte Angelos Vourlidas, ein Mitglied des Projektteams der US-Weltraumbehörde Nasa. "Zum ersten Mal überhaupt können wir jetzt die Sonnenaktivität in voller dreidimensionaler Herrlichkeit betrachten".

Ein 360-Grad-Blick auf die Sonne ist wichtig, um die Sonnenaktivitäten besser zu verstehen und vorhersagen zu können. Sonneneruptionen und Koronale Massenauswürfe können Kommunikations- und Navigationssatelliten stören und sogar das Stromnetz beeinträchtigen.

Sonnenstürme früher erkennen

Sonnenflecken können einen Hinweis auf Sonneneruptionen geben. Die Sonne braucht 27 Tage, um sich einmal um die eigene Achse zu drehen. Bildeten sich die Flecken auf der der Erde abgewandten Seite, dauerte es eine Weile, bis die Wissenschaftler sie mit den bislang zur Verfügung stehenden Mitteln entdecken konnten. Mit den beiden Stereosatelliten können sie sofort erkennen, wenn sich ein Sonnensturm zusammenbraut. Das gibt Satellitenbetreibern die Möglichkeit, ihre Systeme früh auf einen Teilchensturm vorzubereiten.

Die beiden Sonden waren am 26. Oktober 2006 an Bord einer Trägerrakete vom Typ Delta-II ins All geschossen worden. Sie erreichten Mitte 2007 ihre Sonnenumlaufbahn und begannen ihre Wanderung in entgegengesetzter Richtung. Dabei schafften sie etwa 45 Grad im Jahr, bis sie am 6. Februar ihre jetzigen gegenüberliegende Positionen erreichten. Stereo-A und -B sollen in den kommenden acht Jahren Bilder von der Sonne zur Erde funken.

Quelle: Golem.de
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