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Sonnenschutz: Infrarotstrahlen in der Sonne schädigen die Haut

Sonnenbaden ist gefährlicher als bislang angenommen. Nicht nur die im Sonnenlicht enthaltenen UV-Strahlung hat einen schädigenden Einfluss auf die Haut, sondern auch die bislang als harmlos betrachtete Infrarotstrahlung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Wissenschaftlern an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die sich mit den molekularen Auswirkungen von Infrarotstrahlung auf die Haut beschäftigt haben.

von Hans Schürmann
Düsseldorfer Umweltmediziner warnen vor zusätzlichen Gefahren des Sonnenlichts. Foto: ap Quelle: ap
Düsseldorfer Umweltmediziner warnen vor zusätzlichen Gefahren des Sonnenlichts. Foto: ap Quelle: ap

DÜSSELDORF. „Die wärmenden Strahlen dringen tief in die Haut ein und lösen dort Mechanismen aus, die zu einer beschleunigten Hautalterung und in Kombination mit UV-Strahlen wahrscheinlich auch zur Entstehung von Krebs beitragen“, fasst Jean Krutmann, Leiter des Instituts für Umweltmedizinische Forschung (IFU) die Forschungsergebnisse zusammen.

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Während die negativen Auswirkungen der UV-Strahlung auf die Haut gut untersucht sind und vor ihnen immer wieder seitens der Strahlenschutzkommission und den Medien gewarnt wird, ist über die molekularen Auswirkungen einer Infrarotstrahlung auf die menschliche Haut trotz ihrer alltäglichen Bedeutung bisher sehr wenig bekannt. „Erst vor wenigen Jahren entstand der Verdacht, dass Infrarotstrahlen gefährlicher sind, als bislang angenommen“, sagt Krutmann, der die Forschung zu dem Thema angestoßen hat.

Die Wissenschaftler am IUF untersuchten zunächst in Zellkulturverfahren den Effekt von Infrarotstrahlung auf menschliche Hautzellen. Dabei stellte sich heraus, dass in diesen Hautzellen ein Mechanismus aktiviert wird, wie er auch von UV-Strahlung bekannt ist: Im Innern der Zelle wird bei Infrarot-Einwirkung eine komplizierte Reaktion ausgelöst, bei der so genannte freie Radikale gebildet werden – aggressive Stoffe, die andere Zellbestandteile angreifen können.

„Die Folge ist eine Zerstörung des Hautbindegewebes, die Jahre später zu einer vermehrten Faltenbildung führt“, sagt der Umweltmediziner. Nachdem die gleichen Vorgänge bei kultivierten menschlichen Hautzellen als auch mit gesunder menschlicher Haut beobachtet werden konnten, waren sich die Düsseldorf Umweltmediziner sicher, dass ihre Befürchtung stimmt. Jetzt wird das Phänomen auch von anderen Forschergruppen untersucht. „Wenn die Kollegen zu den gleichen Ergebnissen kommen, wird man sicher auch in der Strahlenschutzkommission über die Folgen nachdenken müssen“, sagt Krutmann, der selbst Mitglied des Expertenkreises ist.

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