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Suche nach Außerirdischen: Wieder keine Nachricht von ET

Fast im Wochentakt entdecken Astronomen neue Planeten um ferne Sonnen. Doch trotz intensiver Suche wurden noch auf keinem davon Anzeichen für Leben gefunden. Jetzt müssen SETI-Forscher einen neuen Fehlschlag einräumen.

Besuch aus dem All ist nicht zu erwarten: Trotz intensiver Suche haben Forscher bislang keine Hinweise auf Leben in den Weiten des Alls entdeckt. Quelle: Reuters
Besuch aus dem All ist nicht zu erwarten: Trotz intensiver Suche haben Forscher bislang keine Hinweise auf Leben in den Weiten des Alls entdeckt. Quelle: Reuters

HeidelbergLange war die SETI-Forschungsgruppe im kalifornischen Mountain View gezwungen, mehr oder weniger willkürlich gewählte Himmelssektoren Stück für Stück abzusuchen. Mit der Entdeckung von immer mehr Exoplaneten in letzter Zeit stiegen die Forscher bei ihrer „Suche nach außerirdischer Intelligenz“ (Search for Extra Terrestrial Intelligence = SETI) jedoch auf eine konzentrierte Rasterfahndung um: Sie widmen sich nun verstärkt solchen Sonnensystemen, die auf Grund ihrer Eigenschaften als potenziell lebensfreundliche Welten in Frage kommen.

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Bislang allerdings ohne Erfolg, wie die Forscher in einem vorab veröffentlichten Fachartikel berichten. Für ein aktuelles Projekt hatte das Team um Jill Tarter vom SETI Insitute auf insgesamt 86 Sonnensysteme mit Exoplaneten einen genaueren Blick geworfen.

Exoplaneten Auf der Suche nach der zweiten Erde

  • Exoplaneten: Auf der Suche nach der zweiten Erde
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  • Exoplaneten: Auf der Suche nach der zweiten Erde
  • Exoplaneten: Auf der Suche nach der zweiten Erde

Die Systeme wurden ausgewählt, wenn sie einen Planten in der so genannten habitablen Zone hatten, also in einem Abstand zum Zentralgestirn, bei dem Wasser auf ihrer Oberfläche flüssig sein könnte. Flüssiges Wasser gilt als eine Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben. Außerdem wurden Sonnensysteme mit mehr als vier Planeten beobachtet sowie solche, die eine sogenannte Supererde mit einer Umlaufzeit von über 50 Tagen aufwiesen – also einen großen Planeten, dessen Aufbau und Zusammensetzung unserem Heimatplaneten ähnelt.

Exoplaneten

Von Februar bis April 2011 zeichneten die Wissenschaftler mit Hilfe des Green Bank Teleskops in West Virginia alle schmalbandigen Signale im Bereich von einem bis zwei Gigahertz aus Richtung dieser Systeme auf. In diesem Wellenlängenbereich funken auf der Erde beispielsweise Mobiltelefone. Im Allgemeinen werde angenommen, dass kein natürlicher Vorgang Signale hervorruft, die sich nur über einen engen Frequenzbereich von 5 Hertz erstrecken, so die Forscher.

Alien-Kunst im Londoner Science Museum. Quelle: AFP
Alien-Kunst im Londoner Science Museum. Quelle: AFP

Jedes aufgenommene Signal dürfte also mit hoher Wahrscheinlichkeit künstlichen Ursprungs sein. Kam es dazu noch aus Richtung eines Exoplaneten – und nur aus dieser Richtung –, wurde es von den Wissenschaftlern als mögliches Artefakt eines technisch begabten ETs eingestuft. Insgesamt 52  solche Signale entdeckten Tarter und Kollegen. Bei näherer Überprüfung entpuppten sich allerdings alle als irdischen Ursprungs.

Exoplaneten Milliarden Erden in der Milchstraße

Mehrere Milliarden erdähnliche Planeten vermuten Forscher in der Milchstraße. Auf einigen davon könnte es schon länger Leben geben als auf unserem Heimatplaneten. Und die nächste Erde liegt vielleicht gleich um die Ecke.

Exoplaneten: Milliarden Erden in der Milchstraße

Getreu dem Motto, dass die Abwesenheit eines Beweises nicht dem Beweis der Abwesenheit gleichkommt, weisen Tarter und Kollegen darauf hin, dass die Frage, ob in den Weiten des Weltalls eine intelligente Lebensform existiert, damit natürlich nicht entschieden ist. Zum einen hätten sie ja für ihre Studie nur einen winzigen Bruchteil aller Planeten der Milchstraße ins Visier genommen, zum anderen falle auch ihnen kein Argument dafür ein, dass eine hoch entwickelte außerirdische Intelligenz „notwendigerweise“ schmalbandige Radiowellen abstrahlt.

„Wir überprüfen nur eine mögliche Untermenge solcher Zivilisationen, wobei die Größe dieser Untermenge schwer zu abzuschätzen ist“, schreiben die Forscher in ihrer Untersuchung.

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Weltraum

Seit Beginn ihrer Suche in den 1980er Jahren haben die Forscher insgesamt nur einen verschwindend geringen Teil des Himmels und des elektromagnetischen Spektrums abgehorcht. Fortschritte in Sensortechnik und Rechenpower könnten es ihnen allerdings erlauben, ihre Suchprogramme viel stärker auszudehnen – sofern sie weiterhin Spendengelder zur Unterstützung ihrer Arbeit erhalten.

Quelle: Spektrum.de
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  • 09.02.2013, 18:38 Uhropsat

    Ihr Argument mit der nachgebauten Uratmosphäre widerlegen Sie doch selbst: Ein Zustand muss erstmal über lange Zeit anhalten damit sich da etwas bildet -
    und nicht nur eine paar Wochen im Labor.
    Ich bin ebenfalls der Ansicht das 0,01% Exoplaneten mit "höherem" Leben doch sensationell viel wären.
    Natürlich müsste man selbst dann bedenken das eine technische Zivilisation nur eine begrenzte Zeit existiert - also nie alle gleichzeitig da sind.
    Vermutlich ist das eher der Knackpunkt als die Frage wieviele Prozent der Planeten es nun wirklich sind. Sie könnten erst vor ein paar Jahrzehnten ausgestorben sein und wir würden es nie erfahren.

  • 09.02.2013, 10:36 Uhrhellboy

    Ausnahmen bestätigen die Regel! Woher das Wasser kommt ist geklärt! Selbst wenn nur 0,01% aller Planeten höheres Leben entwickeln ist die Zahl der Lebensformen allein in unserer Galaxie unermesslich gross! Das grösste Problem hat der Mensch mit seinem Vorstellungsvermögen! Dies ist nämlich unermesslich klein! Wie auch sonst, denn im Kosmischen Maßstab gesehen ist ein Menschenleben noch kürzer wie das einer Eintagsfliege!

  • 09.02.2013, 10:18 UhrCaptain_James-Tiberius-Kirk

    Die Systeme wurden ausgewählt, wenn sie einen Planten in der so genannten habitablen Zone hatten, also in einem Abstand zum Zentralgestirn, bei dem Wasser auf ihrer Oberfläche flüssig sein könnte. Flüssiges Wasser gilt als eine Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben.
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    Erst sollte die Wissenschaft und mal erklären, woher das viele Wasser auf der Erde stammt und wie Leben überhaupt entsteht. Nur biochemische Prozesse erzeugen noch keine sich teilende Zelle. Sonst hätte man dass ja schon längst im Nachbau einer „Uratmosphäre“ faktisch beweisen können. Bevor diese Rätsel nicht gelöst sind, macht alles andere doch eh keinen Sinn.
    Ich bin sowieso der Überzeugung, dass die Erde mit ihren Lebensformen, eher die Ausnahme als die Regel im Universum darstellt.
    Es müßen so viele Faktoren stimmen und über Milliarden von Jahren stabil miteinander harmonieren, welches die Wahrscheinlichleit für höher entwickeltes Leben im gesamten Universum extrem schmälert. Ich gehe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass 99,9 % der Exoplaneten im Universum kein höherentwickeltes Leben hervorgebracht haben, auch wenn Raumfahrt-Phantasten und ET-Fanboys gerne etwas anderes behaupten. Star Wars und Science-Fiction Fiktionen sind eben nicht die Realität. Auch wenn es auch nicht passt, die Erde ist bisher der einzige Planet, auf dem 'zigartige Lebensformen bzw. eine Biosphäre von Menschen nachgewiesen wurden. Auch der Mensch ist bisher dass einzig nachgewiesene intelligente Lebewesen im Kosmos.
    Zu den charakteristischen Merkmalen menschlichen Daseins gehören das Angewiesensein auf mitmenschliche Zuwendung und Versorgung in einer lang andauernden Kindheit, der Spracherwerb, geistige Anlagen sowie kulturelle und soziale Bindungen. Sein Bewusstsein erschließt dem Menschen unter anderem eine zeitliche und geschichtliche Dimension sowie ein reflektiertes Verhältnis zu sich selbst, zu den eigenen Antrieben, Handlungen und ihren möglichen Folgewirkungen.


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