_

Suche nach Außerirdischen: Wieder keine Nachricht von ET

von Jan Dönges

Fast im Wochentakt entdecken Astronomen neue Planeten um ferne Sonnen. Doch trotz intensiver Suche wurden noch auf keinem davon Anzeichen für Leben gefunden. Jetzt müssen SETI-Forscher einen neuen Fehlschlag einräumen.

Besuch aus dem All ist nicht zu erwarten: Trotz intensiver Suche haben Forscher bislang keine Hinweise auf Leben in den Weiten des Alls entdeckt. Quelle: Reuters
Besuch aus dem All ist nicht zu erwarten: Trotz intensiver Suche haben Forscher bislang keine Hinweise auf Leben in den Weiten des Alls entdeckt. Quelle: Reuters

HeidelbergLange war die SETI-Forschungsgruppe im kalifornischen Mountain View gezwungen, mehr oder weniger willkürlich gewählte Himmelssektoren Stück für Stück abzusuchen. Mit der Entdeckung von immer mehr Exoplaneten in letzter Zeit stiegen die Forscher bei ihrer „Suche nach außerirdischer Intelligenz“ (Search for Extra Terrestrial Intelligence = SETI) jedoch auf eine konzentrierte Rasterfahndung um: Sie widmen sich nun verstärkt solchen Sonnensystemen, die auf Grund ihrer Eigenschaften als potenziell lebensfreundliche Welten in Frage kommen.

Bislang allerdings ohne Erfolg, wie die Forscher in einem vorab veröffentlichten Fachartikel berichten. Für ein aktuelles Projekt hatte das Team um Jill Tarter vom SETI Insitute auf insgesamt 86 Sonnensysteme mit Exoplaneten einen genaueren Blick geworfen.

Exoplaneten Auf der Suche nach der zweiten Erde

  • Exoplaneten: Auf der Suche nach der zweiten Erde
  • Exoplaneten: Auf der Suche nach der zweiten Erde
  • Exoplaneten: Auf der Suche nach der zweiten Erde
  • Exoplaneten: Auf der Suche nach der zweiten Erde

Die Systeme wurden ausgewählt, wenn sie einen Planten in der so genannten habitablen Zone hatten, also in einem Abstand zum Zentralgestirn, bei dem Wasser auf ihrer Oberfläche flüssig sein könnte. Flüssiges Wasser gilt als eine Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben. Außerdem wurden Sonnensysteme mit mehr als vier Planeten beobachtet sowie solche, die eine sogenannte Supererde mit einer Umlaufzeit von über 50 Tagen aufwiesen – also einen großen Planeten, dessen Aufbau und Zusammensetzung unserem Heimatplaneten ähnelt.

Exoplaneten

Von Februar bis April 2011 zeichneten die Wissenschaftler mit Hilfe des Green Bank Teleskops in West Virginia alle schmalbandigen Signale im Bereich von einem bis zwei Gigahertz aus Richtung dieser Systeme auf. In diesem Wellenlängenbereich funken auf der Erde beispielsweise Mobiltelefone. Im Allgemeinen werde angenommen, dass kein natürlicher Vorgang Signale hervorruft, die sich nur über einen engen Frequenzbereich von 5 Hertz erstrecken, so die Forscher.

Noch ist nichts entschieden

Alien-Kunst im Londoner Science Museum. Quelle: AFP
Alien-Kunst im Londoner Science Museum. Quelle: AFP

Jedes aufgenommene Signal dürfte also mit hoher Wahrscheinlichkeit künstlichen Ursprungs sein. Kam es dazu noch aus Richtung eines Exoplaneten – und nur aus dieser Richtung –, wurde es von den Wissenschaftlern als mögliches Artefakt eines technisch begabten ETs eingestuft. Insgesamt 52  solche Signale entdeckten Tarter und Kollegen. Bei näherer Überprüfung entpuppten sich allerdings alle als irdischen Ursprungs.

Exoplaneten Milliarden Erden in der Milchstraße

Mehrere Milliarden erdähnliche Planeten vermuten Forscher in der Milchstraße. Auf einigen davon könnte es schon länger Leben geben als auf unserem Heimatplaneten. Und die nächste Erde liegt vielleicht gleich um die Ecke.

Getreu dem Motto, dass die Abwesenheit eines Beweises nicht dem Beweis der Abwesenheit gleichkommt, weisen Tarter und Kollegen darauf hin, dass die Frage, ob in den Weiten des Weltalls eine intelligente Lebensform existiert, damit natürlich nicht entschieden ist. Zum einen hätten sie ja für ihre Studie nur einen winzigen Bruchteil aller Planeten der Milchstraße ins Visier genommen, zum anderen falle auch ihnen kein Argument dafür ein, dass eine hoch entwickelte außerirdische Intelligenz „notwendigerweise“ schmalbandige Radiowellen abstrahlt.

„Wir überprüfen nur eine mögliche Untermenge solcher Zivilisationen, wobei die Größe dieser Untermenge schwer zu abzuschätzen ist“, schreiben die Forscher in ihrer Untersuchung.

Weltraum

Seit Beginn ihrer Suche in den 1980er Jahren haben die Forscher insgesamt nur einen verschwindend geringen Teil des Himmels und des elektromagnetischen Spektrums abgehorcht. Fortschritte in Sensortechnik und Rechenpower könnten es ihnen allerdings erlauben, ihre Suchprogramme viel stärker auszudehnen – sofern sie weiterhin Spendengelder zur Unterstützung ihrer Arbeit erhalten.

Quelle: Spektrum.de