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Tatort Milchstraße: Schwarzes Loch formt kosmische Spaghetti

Eine kleine Gaswolke ist dem Schwarzen Loch im Herzen unserer Heimatgalaxie etwas zu nahe gekommen. Das ist tragisch für die Wolke, für die sie beobachtenden Wissenschaftler aber ein einzigartiger Glücksfall.  

Die Schwerkraft des Schwarzen Lochs zerrt an der Gaswolke (rot) und formt eine langgestreckte Struktur. Die blauen Linien markieren die Bahnen von Sternen, die das Schwarze Loch umkreisen. Quelle: dpa
Die Schwerkraft des Schwarzen Lochs zerrt an der Gaswolke (rot) und formt eine langgestreckte Struktur. Die blauen Linien markieren die Bahnen von Sternen, die das Schwarze Loch umkreisen. Quelle: dpa

GarchingDas riesige Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie bietet gerade ein besonderes Schauspiel: Es zieht eine Gaswolke so sehr in die Länge, dass sie bald zerreißen wird.

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„Man kann genau sehen, wie die Wolke regelrecht zu Spaghetti wird“, sagte der Leiter des Beobachtungsteams, Stefan Gillessen vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching bei München, am Mittwoch. „Genauso müsste es einem unglücklichen Astronauten in einem Science-Fiction-Film ergehen, der dem Schwarzen Loch zu nahe kommt.“

Schwarze Löcher können entstehen, wenn große Sterne am Ende ihres Daseins als Supernova verglühen. Sie haben eine so große Anziehungskraft, dass weder Material noch Licht aus ihnen entweichen können.

Die Wolke hat nur die dreifache Masse der Erde. Mit ihrem minimalen Abstand von 25 Milliarden Kilometern  schafft sie es gerade so, nicht in das Schwarze Loch hineinzufallen, so Gillessen. Sie zieht daran vorüber, wird aber aufgrund der starken Anziehungskräfte extrem gestreckt. Das Schwarze Loch schätzen Astronomen auf mehrere Millionen Sonnenmassen.

Weltraum

„Die Wolke ist mittlerweile so stark auseinandergezogen, dass ihr vorderer Teil den Punkt der größten Annäherung an das Schwarze Loch passiert hat und sich bereits wieder mit mehr als 10 Millionen Kilometer pro Stunde davon entfernt, während der hintere Teil der Wolke weiterhin auf das Schwarze Loch zu fällt“, heißt es in einer Mitteilung der Europäische Südsternwarte Eso. Die Prognose des Forscherteams: Die Wolke wird im Lauf des nächsten Jahres komplett zerfetzt.

  • 18.07.2013, 22:37 UhrBob_Loblaw

    Möge Seine Teigigkeit die Gaswolke sicher in den ewigen Kochtopf geleiten!

  • 17.07.2013, 21:53 UhrOckhams_Rasiermesser

    Nö, viel zu weit weg.

  • 17.07.2013, 21:48 UhrSaintgermain

    Diese G2-Wolke wird bis Sommer 2014 einen sehr grossen Einfluss auf unser irdisches Geschehen haben. Kaum vorstellbare Energiemengen werden alle Lebewesen beeinflussen und für ungeahnte Veränderungen sorgen.

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