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Theorie der Kontinentalverschiebung: Eine Weltbild-Revolution wird 100

Mit der Idee des jungen Meteorologen, Physikers und Polarforschers Alfred Wegener konnte die etablierten Geowissenschaftler des Jahres 1912 rein gar nichts anfangen. Doch seine Theorie der driftenden Kontinente revolutionierte unser Weltbild.

Der deutsche Physiker und Polarforscher Alfred Wegener (1880-1930) mit Tabakpfeife und Pelzanorak gegen die bittere Kälte auf einer Grönland-Expedition vor. Seine Theorie der Kontinentalverschiebung wird heute 100. Quelle: dpa
Der deutsche Physiker und Polarforscher Alfred Wegener (1880-1930) mit Tabakpfeife und Pelzanorak gegen die bittere Kälte auf einer Grönland-Expedition vor. Seine Theorie der Kontinentalverschiebung wird heute 100. Quelle: dpa

BremerhavenDie Ostküste Südamerikas und die Westküste Afrikas passen wie zwei Puzzlestücke zusammen. Das hatten viele Naturwissenschaftler erkannt, seit es realistische Karten gab. Aber erst Alfred Wegener zog ab 1910 die richtigen Schlüsse daraus: Es muss einen Urkontinent gegeben haben, der auseinandergebrochen ist und dessen Teile sich über den Globus bis zu ihrer aktuellen Lage verschoben haben. Am 6. Januar jährt sich zum 100. Mal der Tag, an dem Wegener seine Theorie in einem Vortrag in Frankfurt am Main wissenschaftlichen Kollegen erstmals vorstellte.

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Die Reaktionen auf die Thesen des damals 31 Jahre alten Meteorologen, Physikers und Polarforschers waren ablehnend. Manche Professoren, die an der damals gültigen Lehre der unveränderlichen Lage der Kontinente festhalten wollten, verspotteten Wegener. Er suchte in den folgenden Jahren intensiv nach Beweisen für seine Theorie. „Alfred Wegener hatte damals eigentlich gar keine Chance, seine Hypothese zu beweisen, weil man die Technologie noch nicht hatte“, sagt der Geophysiker Wilfried Jokat vom Alfred Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven in einem vom Institut veröffentlichten Interview.

Geowissenschaften

Spott und Ablehnung kränkten Wegener nach Überzeugung des Wissenschaftshistorikers Reinhard Krause aber wenig. Im Gegenteil, sie spornten ihn an. „Er war von vorn herein felsenfest überzeugt davon, dass seine Theorie richtig ist - und er hat das so ernst genommen, dass er sagte: „Ich muss noch genauer argumentieren und noch bessere Hinweise zur Stützung meiner Thesen finden.“ Wegener ist tiefschürfend in die Sache eingestiegen.“ Nach Krauses Überzeugung kann man Wegener als Kopernikus der Geowissenschaften bezeichnen. „Wegener hat unser Bild von der Erde revolutioniert.“

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