Forschung + Innovation

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Ultraschall: US-Militär will Gedanken von Soldaten manipulieren

US-Soldaten könnten künftig ferngesteuert werden: Ein US-Wissenschaftler hat ein System entwickelt, mit dem er per Ultraschall das Gehirn von Menschen manipulieren will. Der Ultraschallgeber soll in den Helm der Soldaten integriert werden.

von Werner Pluta Quelle: Golem.de

BERLIN. William Tyler, Neuro-Wissenschaftler an der Universität des US-Bundesstaates Arizona in Tempe bei Phoenix, hat eine Technik entwickelt, um die Gedanken von Menschen zu beeinflussen: Per Ultraschall sollen Hirnfunktionen manipuliert werden.

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Einfluss per Ultraschall

Mit der Technik, die Tyler Transkraniellen pulsierten Ultraschall nennt, sollen sich seinen Angaben nach alle möglichen Gehirnaktivitäten beeinflussen lassen. "Das Gehirn betreut alle Funktionen des Körpers. Kennt man die Neuroanatomie, kann man jede diese Funktionen steuern", sagte er dem US-Technologiemagazin Wired.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das menschliche Gehirn zu beeinflussen, etwa um Krankheiten wie die Parkinsonsche Krankheit zu heilen. Eine ist die Tiefe Hirnstimulation. Dabei werden Elektroden implantiert, mit denen sich Nervenzellen im Gehirn gezielt manipulieren lassen. Allerdings ist dafür eine Operation notwendig. Eine konservative Behandlung ist die transkranielle Magnetstimulation (TMS). Sie ist ungefährlicher, allerdings ist die Auflösung deutlich geringer, eine Stimulation ist nicht so genau möglich wie mit einer implantierten Elektrode.

Hohe Auflösung ohne Operation

Die von ihm entwickelte Methode hingegen ermögliche es, das Gehirn ohne Eingriff mit einer deutlich höheren Auflösung zu beeinflussen, als das per TMS möglich sei, schreibt Tyler im Blog Armed with Science, das vom US-Verteidigungsministerium betrieben wird.

Mit den Ultraschallsignalen sollen die Gedanken von US-Soldaten manipuliert werden. Das soll mittels eines Ultraschallsignalgebers passieren, der in den Helm integriert wird. Möglich wäre beispielsweise, ihre Aufmerksamkeit in heiklen Situationen oder während lang andauernder Einsätze zu stärken, Stress abzubauen. Eine andere Einsatzmöglichkeit wäre in der Schmerztherapie.

Mit der Unterstützung der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa), der Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums, will Tyler den Einfluss von Ultraschall auf das Gehirn weiter erforschen sowie sein System weiterentwickeln, etwa indem er dessen Auflösung verbessert.

Quelle: Golem.de
  • 11.09.2010, 23:04 UhrAndreas Süß

    Der menschgewordene Roboter...oder der robotergewordene Mensch? Pervers, was so aus den Staaten kommt..Ein Grund mehr, dass die US Army schleunigst DE verlassen sollte.

  • 13.09.2010, 10:05 UhrDoktor Try

    Netter Versuch, daß Militär für weitere Forschungsgelder einzuspannen. Ab und an ne Erfolgsmeldung erhält die Zuwendungen.
    Der Ansatz an sich ist ja gut und könnte in der Privatwirtschaft ne Menge Schaden durch Volkskrankheiten mindern, leider ist sowohl die gezielte Steuerung von Gedanken noch Handlungen egal mit welchem Verfahren machbar. Aber für ne Alternative zu Schmerzpillen immerhin vorstellbar ...