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US-Weltraumprogramm: Einmal Mars und zurück

Wenn US-Präsident Barack Obama heute seine Weltraum-Visionen erstmals im Kennedy Space Center in Florida vor Vertretern der Raumfahrtbehörde NASA präsentiert, wird der Weg zu den Sternen doch nicht mehr so unerreichbar scheinen wie noch im Februar. Der US-Präsident hat Großes mit der NASA vor: Flüge ins All stehen auf dem Programm - doch die bemannte Raumfahrt zur ISS sollen vorwiegend Private übernehmen.

Space Shuttle Atlantis in Cape Canaveral: Die Raumfähren der NASA werden in fünf Jahren ausgemustert. Quelle: Reuters
Space Shuttle Atlantis in Cape Canaveral: Die Raumfähren der NASA werden in fünf Jahren ausgemustert. Quelle: Reuters

DÜSSELDORF. Noch vor zwei Monaten hatte er die Ära der staatlichen bemannten Raumfahrt für beendet erklärt. Jetzt soll offenbar ein Kompromiss her, wie es aus dem Weißen Haus heißt: Die Nasa könnte einen neuen Schwerlastträger entwickeln. An seiner Spitze soll eine Kapsel Astronauten zu Zielen außerhalb der Erdumlaufbahn tragen - zu Mond, Mars oder Asteroiden. 3,1 Mrd. Dollar sollen der NASA dafür in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung stehen. 2015 könnte über den geeigneten Raketen-Typen entschieden werden. Auch soll eine Astronauten-Kapsel als Rückkehrmöglichkeit von der Internationalen Raumstation (ISS) gebaut werden. Das Ende der bemannten amerikanischen Raumfahrt - es wäre aufgehoben.

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Der US-Präsident will jedoch weiterhin die bekannten Raumfähren ausmustern und keinen direkten Nachfolger bauen lassen. Das so genannte Projekt "Constellation", das in bemannten Flügen zur ISS, Mond und Mars gipfeln sollte, hat er gestoppt.

Kritik an den bislang bekannten Sparplänen des Präsidenten kam vor allem von denen, die von der Raumfahrt leben. "Der Beschluss, das Constellation-Programm ersatzlos zu streichen, führt Amerika in die falsche Richtung", meint Robert Martinez von der Internationalen Vereinigung der Maschinisten und Luft- und Raumfahrtarbeiter (IAMAW). Ohne eigene Raumschiffe werde Amerika zum Trittbrettfahrer auf russischen oder chinesischen Raketen. "Damit geben wir unseren eigenen Zugang zur Internationalen Raumstation auf, die zum Großteil mit amerikanischen Steuergeldern gebaut worden ist."

Das Ende des Raumfähren-Zeitalters war bereits 2004 vom ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush angeordnet worden. Die Space Shuttle-Beerdigung hatte in den letzten sechs Jahren jedoch für wenig Unruhe unter den betroffenen Mitarbeitern der NASA gesorgt, weil die meisten fortan für das Nachfolgeprojekt "Constellation" hätten arbeiten sollen. Obamas Abpfiff kam im Februar auch deshalb so überraschend, weil er sich über die Empfehlungen einer Experten-Kommission hinweggesetzt hatte.

Erst vor wenigen Monaten hatte die NASA einen Prototypen ihrer Ares-I-Rakete getestet, die in fünf bis sechs Jahren die Space Shuttles ablösen sollte. An ihrer Spitze hätte die Ares I die neue Crew-Kapsel Orion ins All tragen sollen. Zunächst nur in eine Erdumlaufbahn, später zum Mond. Alle Projekte hatte Obama als Präsidentschaftskandidat bis vor kurzem für sinnvoll erachtet. Auch eine schubstärkere, unbemannte Ares V-Rakete als Lastentransporter und eine Mondlandefähre standen auf dem Programm. Besonders Ares V könnte jetzt Vorlage für die neuen Orbit-Pläne des Präsidenten sein.

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