
DÜSSELDORF. Noch vor wenigen Jahren konnten Astronomen froh sein, wenn es ihnen überhaupt gelang, einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems aufzuspüren. Bis zur Entdeckung des ersten dieser sogenannten Exoplaneten im Jahr 1995 war sogar unklar, ob es überhaupt planetare Begleiter um andere Sterne gibt oder ob unser Sonnensystem eine einzigartige Erscheinung im Universum darstellt. Heute kennen Planetenforscher rund 500 dieser fremden Welten. Und mit dem jetzt von Wissenschaftlern eines internationalen Forschungsteams vorgestellten Fund ist die Erforschung extrasolarer Planeten in eine neue Phase getreten.
„Was wir entdeckt haben, ist höchstwahrscheinlich das Planetensystem mit den meisten bislang bekannten Planeten“, erläutert Christophe Lovis, Erstautor des Fachartikels, in dem Entdeckung beschrieben wird. „Dieser bemerkenswerte Fund macht deutlich, dass wir inzwischen in einer neuen Ära der Exoplanetenforschung angekommen sind: Es geht nicht mehr nur um einzelne Planeten, sondern um ganze Planetensysteme, deren Untersuchung viel komplizierter ist.“
Mit dem HARPS-Spektrografen der europäischen Südsternwarte ESO, dem derzeit wohl präzisesten Instrument zur Jagd nach Exoplaneten, nahmen Lovis und seine Kollegen HD 10180 ins Visier – ein sonnenähnlicher Stern in 127 Lichtjahren Entfernung. Dabei stießen sie auf winzige Pendelbewegungen des Sterns auf seinem Weg durchs All.
Solche „Wackler“ sind charakteristische Hinweise auf Planeten, die den Stern umkreisen und dabei mit ihrer Schwerkraft an ihm zerren. Da Exoplaneten von ihren hellen Zentralgestirnen überstrahlt werden und mit optischen Teleskopen daher nicht direkt zu entdecken sind, bilden diese winzigen Schwankungen oft die einzige Möglichkeit, auf die Anwesenheit von Planeten zu schließen.
Im Fall von HD 10180 konnten die Wissenschaftler fünf Planeten sicher nachweisen. Ihre Massen liegen zwischen dem 13- und dem 25-fachen der Erde, sind also vergleichbar der Masse des Neptuns. Sie umkreisen ihr Zentralgestirn in Abständen zwischen dem 0,06- und dem 1,4-fachen Abstand Sonne-Erde, wobei die Umlaufszeiten um den Stern zwischen 6 und 600 Tagen betragen.
Ob da wohl auch die Partyrussen Urlaub machen?
Gibt dort auch Allinclusive?
1 Kommentar
Alle Kommentare lesen