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Wissenschaft: Nun auch der Hund - Bester Freund des Menschen genetisch entziffert

Nach Mensch, Ratte und Fruchtfliege ist nun auch der Hund genetisch entziffert. Der „beste Freund des Menschen“ hat demnach knapp 20 000 Gene und damit etwas weniger als Herrchen oder Frauchen.

Hunde-Gespräch Quelle: dpa
Der „beste Freund des Menschen“ hat knapp 20 000 Gene (Archivbild). Quelle: dpa

dpa BOSTON/LONDON. Nach Mensch, Ratte und Fruchtfliege ist nun auch der Hund genetisch entziffert. Der „beste Freund des Menschen“ hat demnach knapp 20 000 Gene und damit etwas weniger als Herrchen oder Frauchen.

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Das berichtet ein internationales Forscherkonsortium im britischen Fachjournal „Nature“ (DOI: 10.1 038/nature04338) von diesem Donnerstag. Die detaillierte Erbgutanalyse soll nicht nur genauere Einsicht in Hundekrankheiten geben, sondern auch der Gesundheit des Menschen dienen.

Für das Hundegenom stand eine Boxerdame mit Namen Tasha Modell. Das Team um Kerstin Lindblad-Toh vom Bostoner Broad-Institut entzifferte rund 2,4 Mrd. DNA-Bausteine auf Tashas 39 Chromosomen. Interessant sind Hunde für Genetiker auch deshalb, weil sie im gleichen Umfeld leben wie der Mensch. Fast spiegelbildlich zu seinen Besitzern leiden die Tiere unter Krebs, Herz- und Kreislaufproblemen sowie einer Reihe anderer Krankheiten. Das gibt der Forschung die Möglichkeit, Leiden des Menschen am Hund zu ergründen.

„Im Vergleich mit dem Genom des Menschen und anderer bedeutender Organismen liefert das Hundeerbgut ein leistungsfähiges Hilfsmittel, um genetische Faktoren für die Gesundheit und Krankheit des Menschen zu identifizieren“, kommentiert der ehemalige Chef des weltweiten Humangenomprojekts, Francis Collins.

Rund fünf Prozent des Erbguts repräsentieren nach ersten Analysen Steuerelemente, die bei Mensch, Hund und Maus ähnlich sind. Möglicherweise seien diese bei allen Säugetieren weitgehend gleich, berichten die Forscher. Vor dem Boxer Tasha waren auch bereits drei Viertel des Erbguts eines männlichen Pudels entziffert worden, allerdings mit geringerer Qualität. Zahlreiche weitere Organismen, von Pilzen bis zu Säugetieren, sind bereits sequenziert.

Die Analyse des nun präsentierten Erbguts soll auch die Evolution des Hundes, Unterschiede zwischen verschiedenen Rassen sowie deren Vor- und Nachteile für menschliche Bedürfnisse und die Anfälligkeit für Krankheiten aufklären.

Seit der Hund, ein Abkömmling asiatischer Wölfe, vor 15 000 bis 100 000 Jahren zum Haustier des Menschen wurde, haben Züchter mehrere hundert Rassen entwickelt. Der Jagdgefährte, Beschützer und Helfer des Menschen ist dabei immer mehr zum Schoßtier geworden, heißt es in einem Begleitartikel in „Nature“. Demnach leisten heute 400 Mill. Hunde in aller Welt ihrem Menschen Gesellschaft.

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