
DüsseldorfWeiß, schwarz und rot – drei Farben, mit denen sich eindringliche Bilder zur Geschichte der USA, insbesondere der Südstaaten verbinden. Weiße Großgrundbesitzer, deren aristokratischer Lebensstil auf der Arbeit afrikanischer Sklaven gründet; weitläufige Plantagen auf einem Land, das Indianern geraubt wurde.
Mögen diese gängigen Vorstellungen von Opfern und Tätern auch in vielem der Wahrheit entsprechen, liefern sie nach heutiger Kenntnis doch kein vollständiges Geschichtsbild. Denn insbesondere die Indianer des Südens suchten ihr Heil in der Anpassung und übernahmen einige Aspekte der europäischen Kultur – bis hin zu Rassismus und Sklaverei. Ein wenig beachtetes Kapitel nordamerikanischer Geschichte, über welches das Magazin „Spektrum der Wissenschaft“ in seiner März-Ausgabe berichtet.
Erst in den 1970er Jahren begannen Forscher, die Lebensumstände schwarzer Sklaven in den Indianernationen zu untersuchen. Dabei gerieten vor allem die Cherokee in den Blick, die von allen Stämmen die meisten Sklaven besaßen.
Vor der Ankunft der Weißen lebten sie vom Jagen, Sammeln und Gartenbau. Doch mit den Europäern begann der Niedergang ihrer Kultur. Die Briten boten Unterstützung an – sofern die Indianer den christlichen Glauben annahmen und Ackerbau betrieben. Gartenarbeit galt aber als Frauensache, Männer erlangten Ehre im Krieg und bei der Jagd. Zudem fehlte es an Gerätschaften, Saatgut und dem nötigen Wissen. Und so lösten manche Stammesangehörige ihr Problem auf ungewöhnliche Weise – indem sie Schwarzafrikaner kauften.