Geisteswissenschaften

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Wissenschaftsjahr 2013: Altern ist nichts für Feiglinge

Die Menschen in Deutschland werden immer älter, gleichzeitig nimmt die Zahl der Einwohner rapide ab. Die Folgen für die Gesellschaft sind noch wenig erforscht. Mit dem Wissenschaftsjahr 2013 soll sich das ändern.

Die Menschen werden älter, weil sie gesundheitsbewusster leben und die Medizin große Fortschritte macht. Quelle: dpa
Die Menschen werden älter, weil sie gesundheitsbewusster leben und die Medizin große Fortschritte macht. Quelle: dpa

Rostock/FreiburgAls der Freiburger Rudolf Stibal 2003 zusammen mit zwei Kollegen die Firma Semimap gründete, war ihm wohl kaum klar, dass sie für einen neuen Trend in der Gesellschaft standen: fast im Rentenalter neue Wege gehen. Heute, neun Jahre später, kann sich der 67-jährige Stibal ein Leben ohne die Firma kaum vorstellen. Das Unternehmen der drei Wissenschaftler stellt hochspezialisierte Messinstrumente für den Halbleitermarkt her.

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„Über das Jahr gesehen nimmt Semimap etwa ein Viertel meiner Zeit ein. Wenn ein neuer Auftrag reinkommt, können es über Wochen auch 100 Prozent sein.“ Dabei sei der Verdienst nicht das ausschlaggebende Moment, sondern eher ein willkommenes Zubrot, sagt der Ingenieur, der Segeln zu einem seiner anderen Lebensinhalte gemacht hat.

Alternde Gesellschaft Das Geschäft mit den Senioren

Die Deutschen altern im Eiltempo. Die ideale Gelegenheit für Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen für Senioren zu entwickeln. Viele haben das begriffen und schlagen zu. Doch einige andere verschlafen ihre Chance.

Alternde Gesellschaft: Das Geschäft mit den Senioren

Stibal gehört zu der größer werdenden Gruppe, die im Fachjargon „junge Alte“ genannt wird. Sie sind ein Teil der demografischen Entwicklung, die die Industriegesellschaften in den kommenden Jahren quasi auf den Kopf stellen wird. Die Menschen werden älter, weil sie gesundheitsbewusster leben und die Medizin große Fortschritte macht.

Ein heute Geborener kann mit mehr als 90 Jahren rechnen

Gleichzeitig sinkt die Zahl der Einwohner, weil mehr Menschen sterben als geboren werden. So viele Effekte dieser Entwicklung sind noch nicht erforscht, dass das Bundesbildungsministerium das Wissenschaftsjahr 2013 ganz der „demografischen Chance“ widmet.

Die Entwicklung zur älter werdenden Gesellschaft begann nach Worten von Rembrandt Scholz vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock mit der Industrialisierung. „Die Lebenserwartung eines 1870 geborenen Deutschen betrug 38 Jahre.“ Ein heute geborenes Kind kann mit mehr als 90 Jahren Leben rechnen. Oder: Die Hälfte der heute Geborenen kann 100 Jahre alt werden. Ein Haken hat die Sache aber: „Die Jahre 80+ werden mit Sicherheit nicht die Schönsten sein.“

Gesundheit und Ernährung

Die ersten Zugewinne bei der Lebenserwartung waren laut Scholz auf die Senkung der Säuglings- und Kindersterblichkeit zurückzuführen. „In dieser Altersgruppe gibt es heute keine Potenziale mehr.“ Diese liegen nun in besseren Arbeits- und Lebensverhältnissen sowie der lebenslang besseren Ernährung.

  • 28.12.2012, 15:32 Uhrannamargarete

    @Skjumper:
    "Wer nur noch "da ist" und auf seinen Tot wartet, der sollte lieber nicht allzu alt werden."
    Vosicht Skjumper, für nicht wenige Menschen ist "nur noch dasein" das höchste Gut in ihrem Leben.
    Viele Trauernde, die einen Menschen verloren haben hört man sagen: "Aber er war noch da"

    Die Gesellschaft muss lernen alle Menschen, so wie das Leben sie gebogen, geschaffen hat zu akzeptieren und zu ehren. Ehrfurcht vor dem Leben, hat Albert Schweitzer es formuliert.
    Die gesellschaft sollte endlich aufhören über die Demografie zu jammern!!!

  • 10.12.2012, 11:37 UhrSkjumper

    “ Die Gesellschaft müsse also sinnvolle Aufgaben für die jungen Alten zur Verfügung stellen......"

    Da ist sie wieder. Die allseits beliebte Fordung dass irgendeine diffuse Gesellschaft für dies, das, oder jenes sorgen müsse.

    Nein! Die sogenannten jungen Alten müssen, wie JEDE Teilmenge einer Gesellschaft, ihre Aufgabe in der Gesellschaft selbst definieren und ausfüllen. Die Forderung an "die Gesellschaft" darf lediglich darin bestehen niemandem, auch nicht den Älteren, bewußt Steine in den Weg zu legen.

    Im übigen ist ein hohes Alter kein Selbstzweck. Wer nur noch "da ist" und auf seinen Tot wartet, der sollte lieber nicht allzu alt werden.

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