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Craig Venter wird 65: Enfant terrible der Genforschung

Manche halten Craig Venter schlicht für ein Genie, für andere ist er das Enfant terrible der Genforschung. Fest steht: Der Mann, der das menschliche Erbgut entzifferte, weiß seine Forschung geschickt zu vermarkten.

Mit 65 steuert Craig Venter gerade einem neuen Höhepunkt seiner Forscherkarriere entgegen. Quelle: dpa
Mit 65 steuert Craig Venter gerade einem neuen Höhepunkt seiner Forscherkarriere entgegen. Quelle: dpa

New YorkCraig Venter kommt jetzt in das Alter, das für die meisten Menschen Ruhestand und Besinnen auf private Interessen bedeutet. Nicht für ihn. Der US-Molekularbiologe, der am Freitag (14. Oktober) 65 Jahre alt wird, steuert gerade einem neuen Höhepunkt seiner Forscherkarriere entgegen. Nachdem es ihm und seinen Mitarbeitern gelungen war, ein Bakterium mit künstlichem Erbgut zu schaffen, soll dem Durchbruch im Labor nun die praktische Anwendung folgen.

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Venter – vielfach geehrt, aber auch heftig umstritten – will die Welt mit solchen Bakterien vor einer Klimakatastrophe retten. Auf seine Mikroben setzt er auch zur Erschließung neuer Energiequellen: Sie sollen nahezu unbegrenzt sauberen, billigen und ökologisch unbedenklichen Treibstoff liefern.

Craig Venter Umstrittener Genpionier

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Er habe „eine große Spanne von Anwendungen“ im Kopf, sagte der Visionär im weißen Laborkittel bei der Vorstellung seiner Arbeit. Das Team hatte das Erbgut eines natürlichen Bakteriums aus einzelnen Erbgutstückchen nachgebaut und dieses Kunstgenom in eine andere Bakterienart eingesetzt.

Das Ergebnis war eine Zelle, die von einem fremden Genom kontrolliert wurde, wie die Forscher im Journal „Science“ berichteten. Ziel sei es, die Biologie dazu zu bringen, „das zu tun, was wir wollen“, betonte Venter.

US-Präsident Barack Obama war über das Projekt so beunruhigt, dass er eine Expertenkommission einsetzte, um den ethischen Aspekt von Venters Vorhaben zu prüfen. Nach Angaben des Forschers erhoben aber weder das Weiße Haus noch der Vatikan Einwände gegen seine Arbeit.

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