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Hirnforschung: Meditation bahnt neue Wege im Gehirn

Meditation reduziert Stress, macht kreativer und verbessert die Gehirnleistung, das sagen Meditationsverfechter schon seit Langem. Nun liefern Hirnforscher Belege für die Wirkung der Entspannungsübungen: Meditationstraining verändert messbar die Struktur des Gehirns.

Meditationsübungen - hier Teilnehmer eines Nackt-Yoga-Kurses in San Francisko - verändert messbar das Gehirn. Quelle: dpa
Meditationsübungen - hier Teilnehmer eines Nackt-Yoga-Kurses in San Francisko - verändert messbar das Gehirn. Quelle: dpa

HEIDELBERG. In den 1990er Jahren entwickelte Yi-Yuan Tang von der Dalian University of Technology in China das „integrative body-mind training“ (IBMT), eine Meditationstechnik, die an die traditionelle chinesische Medizin angelehnt ist. Für seine derzeitige Arbeit ließen er und sein Forschungsteam jetzt Studenten von der University of Oregon diese Form der Meditation einüben und untersuchte anschließend die Nervenfaserbündel im Gehirn der Meditierenden.

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Nach 22 Meditationssitzungen, die über einen Monat verteilt jeweils eine halbe Stunde dauerten, entdeckten die Forscher Veränderungen des Nervenfasernetzwerks. Bei Studenten, die über die gleiche Zeitspanne ein herkömmliches Entspannungstraining absolvierten, blieben die Strukturen unverändert.

Die Veränderungen spielten sich vor allem im anterioren cingulären Kortex (ACC) ab. Diese Gehirnregion ist unter anderem daran beteiligt, Konflikte zwischen unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und aufzulösen. In der frühkindlichen Entwicklung führt eine zunehmende Vernetzung des ACC dazu, dass Kinder ihre Emotionen und Handlungen besser kontrollieren können. Schäden in dieser Hirnregion können unter anderem Aufmerksamkeitsstörungen und Depressionen auslösen.

Gemessen wurden die Änderungen mit einem Verfahren, das sich Diffusions-Tensor-Bildgebung nennt. Sie misst die „fraktionelle Anisotropie“ in Hirnregionen – vereinfacht gesagt die Bewegung von Wassermolekülen entlang der Faserbündel der weißen Substanz der Hirnbereiche. So können Rückschlüsse auf die Qualität des Netzwerks gezogen werden.

In früheren Studien hat sich das IBMT bereits als Stresstherapie bewährt: Chinesische Studenten, die sich vor einer wichtigen Prüfung in dieser Meditation übten, schütteten weniger Stresshormone aus. Ein regelmäßiges Training über fünf Tage erhöhte in einer anderen Untersuchung den Blutstrom im rechten anterioren cingulären Kortex. Nach Puls, Atmungsfrequenz und Positur zu urteilen, waren die Versuchspersonen auch entspannter als Personen, die regelmäßiges Entspannungstraining erhielten.

Beim IBMT geht es um einen Zustand der entspannten Wachheit und nicht wie bei manchen anderen Meditationstechniken um die Kontrolle der Gedanken. Über Anweisungen eines Trainers, der Atemanleitungen, mentale Bilder und andere Techniken einsetzt, soll begleitet von ruhiger Musik ein Bewusstsein für Körper und Geist geschaffen werden.

Quelle: Spektrum.de
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