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Immuntherapie: Den Krebs mit T-Zellen besiegen

Immuntherapien sind oft erfolgreich: Forscher an Universitäten und Pharmaunternehmen arbeiten derzeit intensiv daran, das Immunsystem zum Beispiel auch gegen Krebs zu aktivieren.

So sollen Proteine an Krebszellen andocken: Modellzeichnung von Micromet. Quelle: MICROMET
So sollen Proteine an Krebszellen andocken: Modellzeichnung von Micromet. Quelle: MICROMET

FrankfurtDas menschliche Immunsystem gehört zu den mächtigsten Waffen des Körpers gegen Krankheiten. Schon seit mehr als 100 Jahren erringen Mediziner große Erfolge, indem sie dessen Kräfte mit Hilfe von Impfstoffen gegen gefährliche Infektionen mobilisieren. Im Laufe der nächsten Jahre könnte die Immuntherapie auch auf anderen Feldern einen Siegeszug antreten.

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Denn Forscher an Universitäten und Pharmaunternehmen arbeiten intensiv daran, das Immunsystem zum Beispiel auch gegen Krebs zu aktivieren. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass es ohne diese Hilfe nie gelingen wird, die Zivilisationskrankheit Krebs in den Griff zu bekommen. Einen Weg in diese Richtung wies der kürzlich verstorbene Medizin-Nobelpreisträger Ralph Steinmann, der sogenannte dendritische Zellen und deren zentrale Steuerungsfunktion im menschlichen Immunsystem erforschte. Dendritische Zellen werden auch als Helfer der Natur bezeichnet, weil sie in der Lage sind, Tumorzellen oder Tumorantigene im Körper aufzunehmen.

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Auf den Spuren Steinmanns arbeitet die Berliner Mologen AG seit einigen Jahren an Wirkstoffen, die dem menschlichen Abwehrsystem seine Toleranz gegenüber entarteten Zellen austreiben sollen. Der wichtigste Produktkandidat von Mologen, einem potenziellen Wirkstoff, der aus DNA-Bausteinen besteht, zeigte in ersten Tests vielversprechende Resultate und wird inzwischen an einer größeren Zahl von Patienten gegen Darmkrebs getestet.

Einen anderen Weg geht die Münchener Biotechfirma Micromet mit ihren bispezifischen Antikörpern. Dabei handelt es sich um spezielle Proteine, die einerseits gezielt an bestimmten Krebszellen andocken, andererseits auch die Verbindung zu sogenannten T-Zellen des Immunsystems herstellen – und diese damit an den Tumor heranführen. T-Zellen gelten als besonders aggressive Killerzellen des Immunsystems. Sie sind in der Lage, innerhalb kurzer Zeit große Mengen an Fremdorganismen oder fremdem Gewebe zu vertilgen. Ein erstes Medikament auf Basis dieser Technologie befindet sich in der Endphase der klinischen Tests und soll zunächst gegen Leukämie eingesetzt werden.

Ebenfalls auf die Hilfe der T-Zellen setzen der Darmstädter Merck-Konzern und die kanadische Biotechfirma Oncothyreon mit ihrem potenziellen Krebsimpfstoff Stimuvax. In diesem Fall handelt es sich um ein Molekül, das die Oberflächenstruktur bestimmter Krebszellen nachahmt und auf diese Weise ebenfalls eine Immunreaktion auslösen soll. Verlaufen die klinischen Tests positiv, wäre das nicht nur ein wichtiger Erfolg für Merck. Die Idee einer therapeutischen Impfung gegen Krebs würde ein kleines Stück näherrücken.

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