
DÜSSELDORF. Die Natur gibt sich nicht kampflos geschlagen. Durch einen Saugmechanismus an der Flucht gehindert, dehnt sich die Eizelle bis zum Äußersten, um die winzige Spritze abzuwehren. Sie greift sogar zu einer List: Der Eindringling wähnt sich schon am Ziel, die Haut der Zelle scheint durchbrochen. Sie hat sich aber schlicht um die Spritze gelegt. Der Angreifer muss noch einmal ausholen, bis die Eizelle ihren Widerstand aufgibt – und das ihr aufgedrängte Spermium in sich aufnimmt.
Der Schöpfungsakt in der Petrischale, er ist vollbracht.
Ein Akt, der sich jeden Tag in den Laboren wiederholt. Wissenschaftler auf der ganzen Welt produzieren pro Jahr Hunderttausende menschliche Embryonen – und damit den Rohstoff für eine ganz spezielle Branche: die Industrie rund um das ungeborene Leben. Etwa vier Millionen Babys hat diese Industrie bereits zur Welt gebracht, seit Louise Brown am 25. Juli 1978 in Großbritannien geboren wurde – das erste künstlich gezeugte Kind. Allein in Deutschland waren es 2009 rund 8 000 Babys.
Kliniken, Labore und Pharmakonzerne setzen mit dem Elternglück viel Geld um, den US-Markt beziffern die Experten von Marketdata Enterprises auf etwa vier Milliarden Dollar. Es ist eine lukrative Industrie – viele Menschen sind bereit, für ihren Kinderwunsch jeden Betrag zu bezahlen, den sie aufbringen können. Und es ist eine stille Industrie: Kaum jemand, der ihre Dienste in Anspruch nimmt, spricht darüber. Nur ganz selten wird es laut, etwa wenn Prominente wie die Schauspielerin Nicole Kidman oder der 63-jährige Popstar Elton John mit ihren Babys vor die Kameras treten, die von Leihmüttern zur Welt gebracht wurden.
In Deutschland sind laut einer Studie rund 1,4 Millionen Paare ungewollt kinderlos
Die Angebotspalette der Branche reicht von der Befruchtung im Reagenzglas über die Eizellspende bis hin zur Leihmutterschaft. An Kundschaft mangelt es nicht: In Deutschland sind laut einer Studie rund 1,4 Millionen Paare ungewollt kinderlos. Viele von ihnen sind bereit, die finanziellen Belastungen einer künstlichen Befruchtung auf sich zu nehmen – und diese sind beträchtlich.
Rund 3 000 Euro kostet eine Behandlung, doch damit ist es oft nicht getan: Selbst bei jungen Frauen liegen die Erfolgschancen unter 40 Prozent, ab 35 Jahren sinken sie rasant weiter. Jan-Steffen Krüssel, Leiter des Kinderwunschzentrums der Uniklinik Düsseldorf, hat schon eine Patientin betreut, die nicht weniger als 16 Anläufe unternahm, bis sie ihr ersehntes Baby im Arm halten durfte.
Also meiner Meinung ist es nur an der Zeit gewesen, dass eine PID in begrenzter Form zugelassen wurde. Ich habe mich shcon länger damit beschäftigt und erst letztens gelesen, dass eine Frau mehrere Babys beerdigen musste, dies hätte mit einer PID verhindert werden können. Das finde ich einfach brutal. Acsho, gelesen hier: http://kinderwunsch-aktuell.de/news-blog/debatte-auf-stern-tv-pid-bleibt-umstritten Solange eine PID nicht aus Gründen der Eitelkeit vorgenommen wird (ich hätte gerne ein blondes kind mit braunen augen), finde ich es vollkommen vertretbar! Viele Grüße.
Der Mensch tut was er tun kann. Wenn er sich ein Kind kaufen kann wird er es tun. Gibt es einen Grund warum ein starker Mensch einen schwachen nicht ausnutzen sollte? Mir fällt kein Grund gerade ein.
Ein eckelhafter Gedanke! Dann doch lieber Adoptieren, es gibt so viele Kinder ohne Eltern auf dieser Welt!
4 Kommentare
Alle Kommentare lesen