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Leukämie: DKMS geht in die Forschung

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei ist der weltweit größte Pool potenzieller Stammzellspender, 36.000 Menschen verdanken der Datei ihr zweites Leben. Jetzt will die Gesellschaft auch die Forschung voranbringen.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) will mit eigenen Projekten die Forschung auf dem Gebiet der Stammzelltransplantation beschleunigen. Quelle: dpa
Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) will mit eigenen Projekten die Forschung auf dem Gebiet der Stammzelltransplantation beschleunigen. Quelle: dpa

Köln/DresdenDas Ziel ist schnellere und bessere Hilfe für Blutkrebspatienten: Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) fördert künftig auch die Blutkrebsforschung. Die dafür gegründete Clinical Trial Unit (CTU) in Dresden soll den Erkenntnisgewinn zu Stammzelltransplantation und -spende beschleunigen. „Schwerpunkt ist die Suche nach passenden Therapien für Menschen mit schweren Erkrankungen des blutbildenden Systems - über Blutkrebs hinaus“, teilte die DKMS am Montag in Köln mit. Jährlich ist am 28. Mai der Tag der Lebensspende, an dem die DKMS über Leukämie informiert.

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„Wir sind fest überzeugt, dass wir so wesentlich bessere Behandlungsmethoden für die Patienten entwickeln und damit die Chancen auf ein zweites Leben nachhaltig erhöhen können“, sagte DKMS-Mitbegründer und CTU-Initiator Professor Gerhard Ehninger vom Dresdner Universitätsklinikum zur Förderung der Blutkrebsforschung. Die DKMS-Forschungseinheit kooperiert dazu mit Institutionen im In- und Ausland. Erste Projekte gebe es bereits. So wird eine Plattform für klinische Studien zu Blutkrebserkrankungen ausgebaut und international nutzbar gemacht.

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„Es geht darum, die Blutkrebserkrankungen auszurotten, deshalb wollen wir mehr als Blutstammzellen von freiwilligen Spendern gewinnen“, begründete Ehninger den Schritt. Die DKMS unterstütze daher die Forschung und entwickele alternative Therapien mit. Mit Geld der Gesellschaft fanden den Angaben zufolge in der Vergangenheit schon Kollegen in Wien und Frankfurt am Main heraus, dass es Patienten nach einer Transplantation mit Blutstammzellen aus der Familie nicht besser ging als mit einer Spende nichtverwandter Spender. „Das bedeutet, dass 80 Prozent der Patienten einen Spender bekommen können, es muss nicht immer die Familie sein.“

2013 stehen drei Millionen Euro für Forschungsprojekte bereit, ab 2014 sollen es jährlich sieben Millionen Euro sein. Das Geld kommt aus Spenden sowie Erlösen der Transplantatherstellung. „Die CTU soll allen deutschen und europäischen Zentren helfen, Studien zu machen“, sagte Ehninger.

  • 28.05.2013, 11:35 UhrHans_Sarpei

    Stäbchen rein,Spender sein! Ich bin registriert und das zu recht. Leute lasst euch registrieren. Jeder von uns kann seinen Teil zum Kampf gegen Leukämie beitragen, zeigt Courage und geht gleich auf:

    https://www.dkms.de/de/spender-werden/registrierung.html

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