Medizin

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Medizin: Neue Hoffnung auf besseren Tuberkulose-Impfstoff

Seit fast 90 Jahren arbeiten Wissenschaftler an einem verbesserten Impfstoff gegen das Tuberkulose-Bakterium Mycobacterium tuberculosis. Jetzt gibt es Anlass zur Hoffnung.

Gentechnisch veränderte Impfbakterien (orange) werden von Abwehrzellen des Immunsystems attackiert. Quelle: Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie
Gentechnisch veränderte Impfbakterien (orange) werden von Abwehrzellen des Immunsystems attackiert. Quelle: Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie

BerlinÜber 90 Jahre ist der einzige derzeit verfügbare Tuberkulose-Impfstoff nun schon alt – und seine Wirksamkeit lässt nach. Immer häufiger treten Bakterienstämme auf, gegen die der Impfstoff nicht schützt. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin haben deshalb einen verbesserten Impfstoff entwickelt, der derzeit getestet wird.

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Der bis heute verwendete Impfstoff BCG wurde 1919 entwickelt und enthält abgeschwächte Erreger der auch auf den Menschen übertragbaren Rindertuberkulose. Eine Impfung mit BCG schützt Kinder in den meisten Fällen vor der Krankheit, nicht dagegen Erwachsene. Der Impfstoff hat deshalb nicht dazu beigetragen, Tuberkulose-Infektionen weltweit zu verringern.

Die Max-Planck-Forscher nutzten BCG als Ausgangsbasis für ihren neuen Impfstoff VPM1002. Mit Hilfe eines eingebauten Gens veränderten sie den Rindertuberkulose-Erreger so, dass er von den Zellen des Immunsystems besser erkannt werden kann. Mit der so gestärkten Körperabwehr kann auch der gefährliche Tuberkulose-Erreger in Schach gehalten werden.

Seit 2008 wurde VPM1002 an freiwilligen Probanden in Deutschland getestet. Mit Erfolg, wie sagt Stefan Kaufmann vom Berliner Max-Planck-Institut ausführt: „In einer sogenannten Phase-I-Studie wurde das Sicherheitsprofil eines Wirkstoffes überprüft. Diese Hürde hat der Impfstoff mit Bravour bestanden.“

Bevor VPM1002 als Impfstoff auf den Markt kommen kann, muss sich seine Wirksamkeit und Sicherheit nun noch in weiteren Studien an Freiwilligen in Gebieten mit hohem Tuberkulose-Risiko bestätigen. Die Hoffnung, die sich mit einem verbesserten Impfstoff verbinden, sind groß: Experten schätzen, dass ein gegenüber BCG verbesserter Impfstoff fast acht Millionen Todesfälle verhindern könnte.

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